Bayerns Lahm und Vidal

Die etwas unterschiedlichen Anführer

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In Lissabon die Antreiber des FC Bayern: Philipp Lahm und Arturo Vidal.

München - Der eine hat alles gewonnen, den anderen treibt die Sehnsucht nach dem Henkelpott an: Lahm und Vidal bringen bei den Bayern besondere Qualitäten ein. Eine Rekordserie würde Lahm am liebsten im Finale beenden.

So unterschiedlich können Anführer sein. Rekordmann Philipp Lahm und Vorarbeiter Arturo Vidal übernahmen beim Einzug in das fünfte Champions-League-Halbfinale des FC Bayern in Serie die tragenden Rollen. Lahm, der mit seinem 103. Einsatz in der Königsklasse die deutsche Bestmarke von Oliver Kahn einstellte, verlieh dem Münchner Spiel beim 2:2 im Viertelfinal-Rückspiel gegen Benfica Lissabon Stabilität und Ruhe. Und Hinspiel-Matchwinner Vidal brachte die Bayern mit Siegeswillen und seinem wuchtigen Schuss zum 1:1 wieder auf Kurs.

„Vielleicht merkt man ihm an, dass er die Champions League noch nicht gewonnen hat. Er lässt alle seine Qualitäten einfließen, läuferisch arbeitet er extrem, geht in alle Zweikämpfe“, lobte Kapitän Lahm den vor der Saison für 37 Millionen Euro aus Turin verpflichteten Vidal. Der 28-jährige Chilene glänzte schon im Hinspiel und gegen Juventus; gegen den VfB Stuttgart sorgte er nach seiner frühen Auswechslung wegen Rot-Gefahr für Gesprächsstoff.

„Er schießt entscheidende Tore, ist fleißig, zweikampfstark, er bringt ein Stück Irrationalität, die uns guttut“, beschrieb es Sportvorstand Matthias Sammer. „Diese Irrationalität hilft in Phasen, in denen du planmäßig alles richtig machst, es aber planmäßig nicht so läuft.“

Vidal selbst macht „alles, um Bayern zu helfen und unsere drei Ziele zu erreichen: Champions League, Meisterschaft und Pokal“, versicherte er. „Am Anfang musste ich mich an alles erst mal gewöhnen, aber inzwischen habe ich gezeigt, dass mir die Spiele Spaß machen und ich Lust am Gewinnen habe.“

Einer überragt beim Fight in Lissabon - Bilder und Noten

Da staunen auch die Kollegen, allen voran der erst 21-jährige Joshua Kimmich. „Sein absoluter Siegeswille zeichnet ihn aus. Wie er voran geht, wie er jeden Zweikampf spielt, als wäre es sein letzter und seine wichtigen Tore“, zählte der U21-Nationalspieler auf.

Halbfinal-Gegner? "Relativ wurscht"

Anders als der schwer in ein Raster zu pressende Vidal hat Lahm, die größte Konstante im Bayern-Spiel, den Henkelpott schon in die Höhe gestemmt. Das will der Weltmeister-Kapitän bis zu seinem für 2018 geplanten Karriereende unbedingt noch einmal tun. „Das fünfte Halbfinale in Folge ist unglaublich“, hob der 32-Jährige hervor. „Das zeigt, dass wir in der jüngsten Vergangenheit zu den Topmannschaften in Europa gehören. Das war immer unser Ziel, wieder ganz vorne mitzumischen in Europa, das haben wir jetzt geschafft.“ Der Verein stehe „in allen Belangen super da“, pries Lahm besonders Wirtschaftskraft und sportliche Power, „und es ist schön, ein Teil davon zu sein“.

Einen Wunschgegner für sein anvisiertes 104. Spiel in Europas Eliteklasse, das Halbfinal-Hinspiel, hat Lahm nicht. „Relativ wurscht eigentlich“, sagte er, „wenn man den Titel gewinnen will, muss man eh noch zwei oder drei Spiele gewinnen.“

Die deutsche Bestmarke in der international vom spanischen Torhüter Iker Casillas mit 156 Einsätzen angeführten Liste hätte Lahm dann alleine. Eine andere UEFA-Statistik führt er sogar schon europaweit an. Länger als jeder andere Feldspieler in der Königsklasse ist er ohne einen einzigen Treffer. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich diese Statistik noch ausbauen werde. Dieser Rekord ist schwer zu knacken...“, scherzte der Bayern-Kapitän.

dpa

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