Kapitän auf ungewohnten Wegen

Lahm: Kostet die Rotation seine Form?

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Philipp Lahm sucht in dieser Saison noch seine Form.

München - Philipp Lahm ist ein Allrounder. Das macht ihn für Pep Guardiola unverzichtbar. Vor einem halben Jahr forderte er jedoch Klarheit bezüglich seiner Position. Was ist davon geblieben?

Nach den Verpflichtungen von Joshua Kimmich und Arturo Vidal stellten sich viele Bayern-Fans die Frage: Wird Philipp Lahm künftig wieder als Rechtsverteidiger zu sehen sein? Erst recht, da das vorhandene Angebot bereits überproportional besetzt ist. Xabi Alonso, David Alaba und Sebastian Rode streiten sich um einen beziehungsweise zwei Plätze. Eigentlich auch Thiago, doch der steht ja bekanntlich in den nächsten Wochen wegen seiner Verletzung nicht zur Verfügung. Mit Javi Martinez wäre sogar noch ein Innenverteidiger auf der Sechser-Position einsetzbar. Viel Konkurrenz also für Lahm, der sich selbst ganz wohl im Mittelfeld fühlte.

Nach einem Drittel der Saison kann man die Frage, ob der Bayern-Kapitän häufiger wieder als Rechtsverteidiger aufläuft, eindeutig mit Jein beantworten. Wir analysieren die Wechselspielchen um Lahm.

Rechtsverteidiger

Für jeden Statistiker und Sportjournalisten ist es schwierig, vor dem Spiel die Startaufstellung von Pep Guardiola zu entschlüsseln. Die bekannten Sportportale wie bundesliga.de, spox.com, kicker.de und transfermarkt.de haben teils bis zu drei verschiedenen Formationen.

Sechs Mal startete Lahm bei mindestens einem Portal rechts in einer Viererkette. Die einzige Konstante war am 6. und 7. sowie am 10. Spieltag (Wolfsburg, Mainz und Köln) als Lahm 90 Minuten lang die gleiche Position bekleidete und alle Portale sich einig waren, dass der FCB-Kapitän recht hinten startete.

Mittelfeld

Ansonsten muss wild spekuliert werden. In einem 3-3-3-1 oder 3-4-3 spielte Lahm meist rechts im Mittelfeld. Entweder ganz außen oder als rechter zentraler Mittelfeldspieler. Das war gegen Augsburg (4. Spieltag) und Bremen (9. Spieltag) der Fall. Nur ein einziges Mal lief Lahm auf seiner Position der vergangenen beiden Guardiola-Jahre auf: Im zentralen Mittelfeld. Und das war beim erfolgreichen 5:1 über Borussia Dortmund.

Rotation pur

Ebenfalls auffällig: Im Spiel gegen Frankfurt startete er hinten rechts, musste nach der Auswechslung von Rafinha auf links, spielte dort sehr schwach und wich dann für Alaba. Auch gegen Bremen und im Auftaktduell gegen Hamburg wechselte Lahm im Spiel die Positionen.

Außerdem erlebte Lahm unter Guardiola in dieser Saison eine neue Position: Gegen Leverkusen lief er sogar als Innenverteidiger auf. Nur der kicker sah die Münchner mit einer Viererabwehrkette, wo Lahm rechts verteidigte.

Variabilität ist ein hohes Gut unter Pep Guardiola, der den Bayern-Kapitän auch als "intelligentesten Spieler" bezeichnete, den er je hatte. In der vergangenen Saison, als es große Diskussionen um die Stammposition von Lahm ging, sagte der 32-Jährige selbst im März 2015 über seine Auftritte in der Mittelfeldzentrale: "Außer Frage steht, dass ich gerne im Mittelfeld spiele", sagte Lahm im Interview mit dem "Kicker" und ergänzte: "Ich habe in der vorigen Saison bewiesen, dass ich den Sechser spielen kann."

Lahm will Klarheit bei der Position

Vor der WM 2014 in Brasilien stellte Lahm klar, dass er nicht wie ein fehlendes Teilchen hin und her geschoben werden möchte. Es sei schwierig, wenn man von Spiel zu Spiel wechsele. "Das hat man als Spieler nicht gern. Man muss sich auf eine Position einstellen können. Ich fühle mich im Mittelfeld sehr wohl, und es macht mir sehr viel Spaß", sagte Lahm bei spiegel.de.

Vergleicht man diese Aussagen mit den bisherigen Auftritten in dieser Saison stellt man fest, dass Lahm häufig die Positionen wechseln muss - auch während des Spiels. Eine Sache, die ihm wenig bis gar nicht behagte.

Trotzdem ist Lahm als Bayern-Kapitän vor einiger Zeit zu Guardiola gegangen, mit dem Wunsch, dass der Spanier bitte verlängern möge. Eine 180-Grad-Wende beim ehemaligen Nationalspieler oder bezogen sich seine damaligen Aussagen ausschließlich auf das anstehende Turnier?

Lahm sucht seine Form

Auffällig ist: Der einst so unfassbar starke und auf hohem Niveau konstante Bayern-Verteidiger hinkt seiner Form in dieser Saison hinterher. Lahm lieferte bislang keine Partie mit dem Prädikat "Weltklasse" ab. Erste Verschleißformen aufgrund des Alters oder eine Folge der ständigen Rochaden? FCB-Coach Guardiola gibt dem Kapitän Zeit zur Regeneration. In drei Spielen nahm er ihn bereits vorzeitig vom Feld, zwei Partien sah Lahm ausschließlich von der Bank aus (Darmstadt und Stuttgart).

Klar ist aber: Selbst wenn Lahm nur solide spielt, gehört er zu den besten in der Bundesliga. Auf dem ganz hohem Niveau braucht der FC Bayern jedoch einen Kapitän in einer sehr guten Form und da ist eine feste Position von Vorteil!

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