Lahm mit Kritik an Platini

"Spieler so zu bestrafen ist der falsche Ansatz"

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Eine Bestrafung der Spieler für das Finanzgebahren ihrer Klubs macht für Philipp Lahm wenig Sinn.

München - Bayern-Kapitän Philipp Lahm hat Pläne von UEFA-Boss Platini zur Sperre von Spielern kritisiert. Die Bayern lobt er dagegen in Sachen Gehaltszahlungen.

Clubs, die sich durch die Verpflichtung von Top-Stars verschuldet haben, sollen diese nicht mehr in Champions League und Europa League einsetzen dürfen. Diese Regelung plant UEFA-Chef Michel Platini. Und stößt damit auf Kritik bei Bayern-Kapitän Philipp Lahm.

"Spieler auf diese Weise zu bestrafen ist der falsche Ansatz", so der Bayern-Allrounder im Interview mit der Sportbild. Zwar ist Lahm durchaus für irgendeine Art Regelung um einen fairen Wettbewerb zwischen den Teams sicherzustellen, jedoch dürfe dies nicht auf Kosten der Spieler gehen. Lahm fordert: "Die Institutionen haben dafür zu sorgen, dass die Verträge in Ordnung sind."

Auch zum Thema der immer weiter steigenden Gehälter äußerte sich Lahm: "Bei den Topspielern bin ich mir nicht so sicher, inwieweit das die Zuschauer und Fans noch gutheißen." Eine Gehaltsobergrenze, die für alle Vereine gilt, hält Lahm dagegen für wenig sinnvoll. Das Budget jedes Clubs regle dieses Problem automatisch. Diese Budget müsse von den Vereinen selber kontrolliert und sinnvoll eingesetzt werden. Die Grundlogik ist für Lahm dabei ganz einfach: "Es darf nicht mehr ausgegeben werden, als eingenommen wird", sagt Lahm in der Sportbild.

In dieser Beziehung verhält sich sein Verein geradezu vorbildlich. Gerade erst konnten sich die Bayern durch einen Anteils-Verkauf an die Allianz ihren finanziellen Spielraum enorm erweitern. Die 110 Millionen Euro sollen hauptsächlich in die Schuldentilgung der Allianz Arena und in den Neubau eines großen Jugendzentrums fließen. Jedoch werden sicher auch einige Spieler von der Finanzspritze profitieren.

Wer bleibt wie lang? So lange laufen die Verträge der Bayern-Stars

Tom Starke: 2018 © AFP
Arjen Robben: 2018 © AFP
Franck Ribéry: 2018 © AFP
Rafinha: 2018 © AFP
Sven Ulreich: 2018 © MIS
Arturo Vidal: 2019 © dpa
James Rodriguez: ausgeliehen bis 2019 © MIS
Juan Bernat: 2019 © AFP
Sandro Wagner: 2020 © sampics / Stefan Matzke
Sebastian Rudy: 2020 © MIS
Joshua Kimmich: 2020 © MIS
Manuel Neuer: 2021 © AFP
Jerome Boateng: 2021 © AFP
Robert Lewandowski: 2021 © AFP
Mats Hummels: 2021 © sampics
Javi Martinez: 2021 © AFP
Thomas Müller: 2021 © AFP
David Alaba: 2021 © AFP
Thiago Alcantara: 2021 © AFP
Renato Sanchez: 2021 (derzeit ausgeliehen bis 2018 an Swansea City) © sampics
Niklas Süle: 2022 © MIS
Corentin Tolisso: 2022 © MIS
Kingsley Coman: 2023 © MIS

Nach der erfolgreichen Triple-Saison wurden bereits die Verträge von David Alaba, Jérôme Boateng und Rafinha zu besseren Konditionen verlängert, andere Aufwertungen stehen noch aus. Für Lahm ist dies ein doppeltes Zeichen: Einerseits sei es "klar, dass eine Mannschaft wenn sie erfolgreich ist, teurer wird, weil die Spieler begehrt sind, ihr Wert auf dem Markt steigt", so Lahm in der Sportbild. Genauso richtig sei aber auch: "Bayern honoriert Erfolg immer."

bix

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