„Am Anfang meiner zweiten Karriere“

Philipp Lahm: So geht es mir als Privatier

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An ihm führt immer noch kein Weg vorbei: Philipp Lahm. 

Philipp Lahm steht auch nach dem Ende seiner Profi-Laufbahn auf vielen Veranstaltungen noch im Mittelpunkt. Wie es ihm so geht als Privatier? Mit uns hat er darüber gesprochen. 

München– Es ist wie früher auf dem Platz: An Philipp Lahm, 34, führt kein Weg vorbei. Jetzt sind es ungezählte Ehrungen, auf denen der einstige Dauerbrenner auftaucht. Wir sprachen mit dem früheren Bayern-Kapitän und Weltmeister über sein neues Leben als Privatier.

Münchner Merkur: Herr Lahm, am Ende des Jahres häufen sich noch einmal die Ehrungen – als würden Sie vorzeitig für Ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Läuft man da Gefahr, sich alt zu fühlen?

Philipp Lahm (lacht): Nein, da besteht keine Gefahr. Ich sehe das eher als Ansporn. Manche Ehrungen sind ein Rückblick, zum Beispiel die Wahl zum „Fußballer des Jahres“. Aber der Bayerische Stifterpreis am Freitag war eine Auszeichnung für zehn Jahre Arbeit mit meiner Stiftung, und insofern eine nach vorn gerichtete Auszeichnung.

MM: Was visieren Sie für 2018 an?

Lahm: Bei der Stiftung werden wir unseren Weg weiter gehen. Wir wollen neue Ideen entwickeln, um unsere Projekte voranzutreiben. Die Sommercamps gehen weiter, in diesem Jahr ist die Schultour in Kooperation mit der AOK gestartet und wir werden in den nächsten 2,5 Jahren 46 Schulen in Bayern besuchen. Das alles bleibt bestehen. Das hört ja nicht auf, nur, weil ich jetzt nicht mehr Fußball spiele.

MM: Und die Rückkehr in den Fußball juckt Sie nicht?

Lahm: Aktuell nicht. Ich genieße es, dass ich mich jetzt in der Stiftung und den Unternehmen, an denen ich beteiligt bin, aktiver als früher einbringen kann. Der Austausch ist optimal, ich arbeite mich in viele neue Themen ein. Das sind alles Aufgaben, die mich erfüllen. Ich habe jetzt einen viel abwechslungsreicheren Alltag als früher, kann mir meine Tage selber einteilen und auch einmal Zeit mit meiner Familie genießen. Ich habe schon zum Ende meiner Fußballerkarriere gesagt, dass ich auch im sogenannten „Leben danach“ Herausforderungen habe und suche. Die Weiterentwicklung meiner Stiftung und meiner Holding wird deshalb auch 2018 im Vordergrund stehen.

MM: Haben Sie den Sprung vom Fußballer zum Unternehmer schon geschafft?

Lahm: Das ist ein laufender Prozess, und es wird noch eine Weile dauern. Ich werde dem Fußball immer verbunden bleiben, fühle mich aber auch in meinem neuen Leben als Unternehmer inzwischen sehr wohl. Ich bin am Anfang meiner zweiten Karriere. Und damit ausgefüllt.

MM: War es nicht komisch, dieses erste halbe Jahr ohne Fußball?

Lahm: Nein, gar nicht. Ich hatte mich darauf eingestellt. Es ist schön, mal auf der anderen Seite zu stehen und neue Erfahrungen zu sammeln. Ich war bis jetzt auch noch kein einziges Mal im Stadion. Aber das kommt noch, schon allein, weil mein Sohn sicher bald mal wieder sagt: „Papa, lass uns ins Stadion gehen!“

MM: Wie bewerten Sie den FC Bayern unter Jupp Heynckes?

Lahm: Alles im grünen Bereich, würde ich sagen: Tabellenerster, in der Champions League frühzeitig weiter, auch im Pokal hat der Verein noch alle Chancen. Mich überrascht das nicht. Ich habe schon vor der Saison gesagt, dass viel passieren muss, dass der FC Bayern nicht Meister wird. Und genau so stellt sich die Situation gerade dar.

MM: Welche Schlagzeile würden Sie 2018 gerne über sich lesen?

Lahm: Ach, die Medien sind so kreativ. Da lasse ich mich gerne überraschen.

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