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Streit um die Kapitänsbinde mit Michael Ballack: Philipp Lahm gesteht Fehler ein

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Philipp Lahm gesteht Fehler in Richtung Michael Ballack ein.
Philipp Lahm gesteht Fehler in Richtung Michael Ballack ein. © picture alliance / dpa / Ronald Wittek

Hat Philipp Lahm 2010 doch falsch gehandelt, als er öffentlich die Kapitänsbinde in der Nationalmannschaft für sich beanspruchte? Zumindest gesteht er einen Fehler ein.

Schock für Ex-Bayern-Star: Ehemaliger Nationalspieler hatte Tumor-OP am Rücken

Update vom 19. August 2020: Der ehemalige Nationalmannschafts-Kapitän und Bayern-Star Michael Ballack hatte einen Tumor in der Nähe des Rückenmarks. Er wurde in Hannover operiert.

München - Kurz vor dem so wichtigen Spiel im WM-Halbfinale 2010 gegen den amtierenden Europameister Spanien tat Philipp Lahm etwas, was medial einem Tsunami gleich kam. Lahm, der interimsweise die Kapitänsbinde des verletzten Michael Ballack übernommen hatte, beanspruchte das Amt für sich. Damit griff er mit Ballack einen Spieler an, der bis dato als unantastbar galt. 

Das Ende ist bekannt: Deutschland schied zwar gegen den späteren Weltmeister Spanien aus, doch Lahm behielt die Binde. Ballack absolvierte kein einziges Spiel mehr im DFB-Dress. Lahm musste, trotz insgesamt großen Zuspruchs, für diese Aktion auch Kritik einstecken. Heute, knapp acht Jahre später, gesteht der Ex-Bayern-Star, dass zumindest der Zeitpunkt der falsche war. 

Philipp Lahm: „Inhaltlich würde ich das gleiche wieder sagen, aber...“ 

Während sein ehemaliger Klub FC Bayern München aktuell mehr Probleme hat, als ihm lieb ist und die Bosse zuletzt ordentlich austeilten, kann Lahm im Bild-Podcast „Phrasenmäher“ bequem über die Vergangenheit plaudern. Auf die Frage, was denn medial sein wohl größter Fehler war, benennt der Münchner seine öffentlich getätigten Aussagen vor dem WM-Halbfinale zum Thema Kapitänsbinde. 

„Inhaltlich würde ich das gleiche wieder sagen. Ich wollte weiter Kapitän sein. Der Zeitpunkt, das war das, wo ich mir danach und auch jetzt noch sag‘: ja, das würde ich jetzt so nicht mehr machen. Den Zeitpunkt würde ich so nicht mehr wählen“, gesteht der Weltmeister von 2014. 

Stand heute hätte er es besser nach der WM gemacht, doch er habe auch nicht mit einem derart großen medialen Echo gerechnet, betont Lahm. Allerdings, ist sich der ehemalige Weltklasse-Außenverteidiger sicher, hätte das für Ballack auch keinen Unterschied gemacht. 

50.000 Euro Strafe wegen Interview mit der SZ: „Habe Geld schon schlechter angelegt“ 

Nicht nur mit dem Streit um das Amt des Kapitäns hat Philipp Lahm in seiner Karriere für Aufsehen gesorgt. Schon ein Jahr zuvor hatte der mittlerweile 34-Jährige heftige Kritik am FC Bayern und dessen Transferpolitik geäußert. Wie er nun verrät, musste er damals deswegen 50.000 Euro Strafe zahlen. 

Angesichts der positiven Entwicklung in den Folgejahren mit dem Champions-League-Triumph 2013 gibt es für Lahm jedoch keinen Grund zur Reue. „Ich habe Geld schon schlechter angelegt“, schmunzelt er. Im Nachhinein habe sich die Kritik ausgezahlt. Zu der Zeit habe er vor allem dem damaligen Trainer Louis van Gaal den Rücken stärken wollen. 

Über acht Jahre später lässt sich durchaus festhalten: Angesichts der beeindruckenden Karriere, die Philipp Lahm hingelegt hat, kann er nicht so viel falsch gemacht haben. Das dürfte dieser sicherlich auch so sehen. 

Auch interessant: Lahm wird oft als möglicher Name gehandelt, wenn es um die Zukunft der FC Bayern nach der Ära Hoeneß und Rummenigge geht. Er verrät, wieso er damals nicht Sportdirektor wurde.

nc

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