Kapitän spricht über Zukunft

Lahm: Trainer? "Das will ich mir ersparen"

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Philipp Lahm bereitet sich derzeit individuell auf seine Rückkehr zur Mannschaft vor.

München Philipp Lahm hat in seiner Karriere mit dem FC Bayern so gut wie alles gewonnen. In einem Interview spricht er nun über die Zeit der Verletzung, den Kader und seine Zukunft.

Dreieinhalb Monate ist es her. Da wurde das Training des FC Bayern durch einen lauten Schrei unterbrochen. Der Kapitän musste vom Platz: Philipp Lahm brach sich Mitte November seinen Knöchel, und ist seitdem zum Zuschauen verdammt. Nun wird diese Leidenszeit in naher Zukunft auch ein Ende finden.

Lahm ist derzeit wie Thiago Alcántara und Javi Martinez im individuellen Aufbautraining, ist seinen spanischen Teamkollegen aber wohl einige Wochen voraus. Mitte März soll er wieder zur Mannschaft stoßen. Rechtzeitig zur vielzitierten "heißen Phase" in allen drei Wettbewerben.

Im Interview mit goal.com berichtete der Kapitän des FC Bayern nun von seiner Zwangspause. Zwölf Wochen verbrachte Lahm demnach zunächst zu Hause. "Das ist ein Gefühl, das ich eigentlich gar nicht mehr kannte und natürlich auch etwas Schönes", erzählt Lahm. Dennoch versuchte er, Kontakt zur Mannschaft zu halten und seinen Aufgaben als Kapitän nachzukommen. Auf Sitzungen, bei Gesprächen mit Verantwortlichen und den Spielern nutzte er seine Zeit an der Säbener Straße. "Allerdings bekommt man das Wichtigste beim Fußball, das Geschehen auf dem Platz, selbstredend nicht mit und kann keinen Einfluss darauf ausüben."

Wirklich notwendig war dies in der Abwesenheit Lahms aber sowieso eher selten. Einzig die 1:4-Klatsche in Wolfsburg zu Beginn der Rückrunde ist als grauer Fleck auf der weißen Bayern-Weste zu finden. Für Lahm aber kein Grund, das System unter Pep Guardiola in Zweifel zu stellen: "Wir kriegen nur dann Probleme, wenn nicht jeder das macht, was vereinbart wurde." Die jüngsten Kritiken an der Spielweise des FCB kann er nur schwer nachvollziehen. Zwar könne man sich auch einmauern und Däumchen drehen, "aber das würde keinen Spaß machen."

Die große Stärke der Bayern ist für Lahm die schnelle Rückeroberung des Balles. Eine Qualität, die zu Beginn der Rückrunde etwas gelitten habe. Und auch den breiten Kader, der in Zukunft immer wieder mal für Diskussionen sorgen wird, sieht er als Vorteil.

Karriereende doch nach 2018?

Lahm kann sich vorstellen, entgegen jüngsten Aussagen doch länger als noch gut drei Jahre beim FC Bayern zu spielen und seine Karriere zu verlängern. 2018 läuft sein Vertrag beim deutschen Fußball-Rekordmeister aus, der Lahms letzter sein soll, wie der Weltmeister erst im Januar in einem Interview betont hatte. „Dennoch ist nicht auszuschließen, dass ich 2018 sage: Ich fühle mich gut und fit, ich will doch noch ein Jahr spielen. Das ist gut möglich“, erzählte der 31-Jährige.

Der momentan verletzte Bayern-Kapitän deutete aber an, dass eine Fortsetzung der Karriere mit dann fast 35 Jahren vom Fitnesszustand abhänge - vor allem weil Bayern stets in drei Wettbewerben um Titel mitspielt. „Unter derlei Rahmenbedingungen seine Leistung in diesem Alter immer noch so konstant abzurufen, wird nicht einfach sein.“

Nicht vorstellen kann sich Lahm einen Trainerjob an der Säbener Straße, der noch mehr tägliche Arbeit erfordere als der eines Spielers. Coach Pep Guardiola sei ein Perfektionist, „der Tag und Nacht an Fußball, an die Mannschaft und an den nächsten Gegner denkt“, berichtete Lahm und fand: „Das will ich mir ersparen.“

Der Lahm-Schock in Bildern

Der Lahm-Schock in Bildern

bix/dpa

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