Lahm verspricht: „Im Winter stehen wir ganz oben!“

Philipp Lahm und der Herbstmeister-Schwur

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"Wir müssen jetzt als Mannschaft gut spielen - auch für den Trainer", sagt Philipp Lahm.

Er ist von der Klinsi-Krise unbeeindruckt: Gegen Wales und Russland wirbelte Philipp Lahm wie eh und je gemeinsam mit Piotr Trochowski auf der linken Seite.

Nach zehn Tagen, in denen Lahm „im Hotel auch mal abschalten“ konnte, kehrte der 24-Jährige am Donnerstagmittag nach München zurück. Bei den Bayern läuft’s – im Gegensatz zur Nationalmannschaft – alles andere als planmäßig oder beschaulich. Am Samstag steht Klinsmann mit seinem Team mächtig unter Druck. Die Bayern reisen nach Karlsruhe – einem Gegner, der vor Selbstvertrauen strotzt. Inklusive Pokal gewann der KSC zuletzt drei Spiele in Folge. Vor dem Gastspiel im Wildpark fordert Lahm einen Sieg für den angeschossenen Trainer.

Stars im Dunstkreis des FC Bayern - Legt der Meister im Winter nach?

Stars im Dunstkreis des FC Bayern - Legt der Meister im Winter nach? © 
Bayern München soll Interesse an Stürmer Pavel Pogrebnjak (r.) von Zenit St. Petersburg haben. © dpa
Den Angreifer dürften die Bayern in schlechter Erinnerung haben. Beim 0:4 im Rückspiel des UEFA-Pokal-Halbfinales im Mai 2008 erzielte der Russe zwei Treffer. Hier das 1:0 per Freistoß. © dpa
Im gesamten UEFA-Cup-Wettbewerb der Saison 2007/2008 erzielte der 24-Jährige in 13 Spielen elf Tore. © dpa
Selbst ein Lucio hatte mit dem wuchtigen Angreifer große Probleme. © dpa
Glaubt man spanischen Medien, so kann sich Pogrebnjak einen Wechsel zu den Bayern sehr gut vorstellen. "Bayern ist mein Lieblingsteam, seit ich ganz klein war. Mein Vater hat mir als Kind ein Trikot mit der Nummer 18 von Jürgen Klinsmann geschenkt", wird Pogrebnjak zitiert. © dpa
Der Vertrag des Zenit-Angreifers läuft noch bis Dezember 2009, angeblich sind die Bayern schon länger hinter ihm her. © dpa
Sollte der Russe zu den Bayern wechseln, wäre wohl der Abgang von Lukas Podolski besiegelt. © dpa
Bei der Europameisterschaft kam Pogrebnjak übrigens nicht zum Einsatz. © dpa
Der Stürmer hatte sich Ende der vergangenen Saison eine schwere Knieverletzung zugezogen. © dpa
Die Zuschauerrolle müsste Pogrebnjak bei einem Wechsel wohl zunächst nicht übernehmen. Doch noch ist ein Transfer des Stürmers ja nur ein Gerücht. © dpa
Pogrebnjaks Teamkollege bei Zenit, Anatoli Tymoschtschuk (rechts), soll ebenfalls ein heißer Kandidat bei den Bayern sein. Bei dieser Transferangelegenheit handelt es sich möglicherweise sogar um mehr als ein Gerücht.. © dpa
Im Internet tauchte jetzt jedenfalls eine mysteriöse Meldung auf, in der der FC Bayern auf seiner Webseite den Transfer des Ukrainers bekannt gab. Zitat: „Kurz vor Ende der Transferperiode hat der FC Bayern noch einmal personell nachgelegt. Anatoly Tymoshchuk verstärkt für die nächsten XYZ Jahre den FCB."... © dpa
Anscheinend musste nur noch die Laufzeit des Vertrages ausgehandelt werden. Die Mitteilung war am 29. August offenbar vorbereitet worden, dann online gestellt worden, ehe sie aus dem News-Archiv wieder entfernt wurde. Sehr mysteriös. © dpa
Dritter "Zenitler" im Dunstkreis der Bayern ist Andrej Arshavin. © dpa
Der Stürmer stand im Sommer kurz vor einem Wechsel zum FC Barcelona bzw. Tottenham Hotspur... © dpa
Beide schreckten jedoch vor den 25 Millionen Euro Ablösesumme zurück... © dpa
Arshavins Berater zur tz: „Wenn er in die Bundesliga geht, dann nur zu Bayern.“... © dpa
... Ein Angebot gäbe es derzeit aber nicht. Auffallend ist, dass Arhavins Formkurve seit seiner starken EM steil nach unten ging. © dpa
Ein weiterer Kandidat in der Gerüchteküche: Goran Pandev von Lazio Rom... © dpa
Der Mazedonier wird bereits seit geraumer Zeit mit den Bayern in Verbindung gebracht... © dpa
Bei dem Stürmer handelt es sich sprichwörtlich um einen "Sturmtank". Etwas graziler wäre dagegen... © dpa
... Miguel Veloso von Sporting Lissabon. Der 22-Jährige (l.) wäre eine Verstärkung für das defensive Mittelfeld... © dpa
... kann aber auch als linker Verteidiger eingesetzt werden. Was seine Verpflichtung unrealistisch erscheinen lässt: Seine Ablöse wurde auf 30 Millionen Euro festgelegt. Bis zur Öffnung des Transferfensters ist es noch eine Weile hin. Man darf gespannt sein, welche Namen bis dahin noch mit dem FCB in Verbindung gebracht werden. © dpa

Zwar tut der Bayern-Coach dem Außenverteidiger nicht leid, „aber mir ist klar, dass Jürgen Klinsmann viel Kraft investiert hat in seine Arbeit für die Bayern“. Lahm weiter zur tz: „Wir müssen jetzt als Mannschaft erfolgreich spielen – auch für den Trainer.“ Auch das Team hat erkannt, wie prekär die Lage nach drei sieglosen Bundesliga-Spielen (zwei Niederlagen, ein Unentschieden) ist. Der Rückstand auf Tabellenführer Hamburger SV ist bereits auf sieben Punkte angewachsen. Trotzdem ist sich Lahm sicher: Bis zur Winterpause stehen die Bayern da, wo sie hingehören. „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir schon im Winter ganz oben stehen“, sagt der gebürtige Münchner der tz.

Nachfrage: Was heißt ganz oben? „Auf Platz eins!“, antwortet Lahm, ohne eine Sekunde zu überlegen. „Davon bin ich fest überzeugt. Wenn wir die Philosophie mit dem schnellen Spiel nach vorne drin haben, werden wir sehr erfolgreich Fußball spielen.“Lahms Herbstmeister-Schwur.Einer der Schlüssel für die Zukunft: Endlich eine eingespielte Stammelf finden. Zwar ist Lahm nicht der Meinung, dass bisher zu viel rotiert wurde – trotzdem fordert er: „Irgendwann muss man eine feste Mannschaft finden.“

Lahm weiter: „Wenn der Trainer die Mannschaft hat, die mit der Philosophie zurecht kommt und sich gefunden hat, wird der Wagen ins Rollen kommen.“ Die von Karl-Heinz Rummenigge ausgegebene Jobgarantie beurteilt das Team positiv. „Das spiegelt die Meinung der Mannschaft wider“, erklärt Lahm, wobei auch er weiß, dass die Zeit drängt: „Das stimmt. Aber wir haben bis zum Winter noch zehn Spieltage, da ist noch alles möglich.“

Lahm baut auf Klinsmann. Kein Wunder: Der Schwabe machte ihn schon in der Nationalmannschaft zur unersetzlichen Größe. Klinsi und Lahm kennen sich seit Jahren – trotzdem redet der Außenverteidiger den Trainer immer noch mit „Sie“ an. Die Begründung: „Das war bei mir schon immer so. Ich habe schon immer ,Sie, Trainer’ gesagt – und das wird sich auch nie ändern, auch nicht in zehn Jahren. Es ist wichtig für mich, ein bisschen Abstand zu haben.“

Damit das Projekt Klinsmann beim FC Bayern eine Zukunft hat, müssen die Bayern jetzt Punkte holen. Die Lage ist angespannt, Lahm bezeichnet die Stimmung und öffentliche Wahrnehmung der Testspiel-Niederlage in Ingolstadt gar als „verrückt“: „Dass um ein Testspiel so viel Aufsehen gemacht wird, habe ich noch nie erlebt. Da helfen nur Siege.“ Von der Wende in Karlsruhe ist der Nationalspieler überzeugt, „weil wir da drei Punkte einfahren“. Nachfrage: Sicher? Lahm: „Zu hundert Prozent.“

ta, mv

Quelle: tz

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