"Ich will bleiben"

Pizarro-Vertrag: Hängt alles an Mandzukic?

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Claudio Pizarro (r.) beim Feiern.

München - Claudio Pizarro rettete den Bayern nicht nur die Meisterfeier, sondern bewirbt sich um einen neuen Vertrag: "Ich will bleiben."

Dass Claudio Pizarro einfach ein bisschen älter ist als seine Teamkollegen, sah man bei den Meister-Feierlichkeiten auf dem Rasen der Allianz Arena. Nicht, weil der Peruaner langsamer wäre, keine Lust auf Party hätte oder gar das Weißbier verweigern würde. Nein, man sah es an seinen Kindern.

Antonella, Claudio und Gian Luca rannten zu ihrem Papa, umarmten ihn, sprangen auf dem Rasen. Von den lustigen Kinderspielchen, die die Kleinen etwa von Franck Ribery, Arjen Robben und Diego Contento mit ihren Papas machten, wollten sie aber nichts wissen. Die Pizarros sind keine Kleinkinder mehr, sondern Schulkinder, Jugendliche. Einfach ein bisschen älter – aber nicht minder agil. Ganz wie der Papa.

Es passte zu der Saison des 35-Jährigen, dass ausgerechnet Pizarro den Bayern im Spiel gegen den VfB Stuttgart am Samstag die Party rettete. In der Nachspielzeit hatte er zum 1:0 getroffen, das sei wichtig gewesen, „denn so konnten wir richtig feiern“, sagte er später. Dass er auch das noch genauso gut kann wie die Jungen, zeigte der Stürmer. Bester Laune, mit Meister-Brille auf dem Rathausbalkon. Bei der Party im Postpalast auf der Tanzfläche vorne mit dabei. Wie man ihn kennt, als Strahlemann.

Das Tor gegen Stuttgart war das 176. für Pizarro in der Bundesliga, 87 davon schoss er für den FC Bayern – das sind seit Samstag mehr als Uli Hoeneß und genauso viele wie Mehmet Scholl. Bemerkenswert ist aber vor allem, dass er zehn davon in dieser Saison schoss, noch dazu unter Pep Guardiola, einem Trainer, der weder sonderlich viel für Sturmspitzen übrig hat noch dafür bekannt ist, auf ältere Semester zu vertrauen. Pizarro selbst sagt, er mache nicht mehr als „meinen Job“. Dass er sich so wohl fühlt bei den Bayern, hängt vor allem damit zusammen, dass er inzwischen akzeptiert habe, „dass eine Mannschaft alle Spieler braucht – auch die auf der Bank. Ich halte mich einfach fit und nutze meine Chance, wenn ich sie kriege.“

Allein in den letzten vier Saisonspielen traf der Edel-Joker fünf Mal. Es war eine Art Bewerbungsschreiben um einen neuen Vertrag. Offiziell verabschiedet wurde am Samstag niemand. Und Worte von Guardiola („so schade, dass er schon 35 ist – weil er ein überragender Spieler ist. Ich wünschte, er wäre jünger“) sprechen auch nicht unbedingt dagegen, dass Pizarro noch ein weiteres Jahr als Teilzeit-Kraft in München bleiben darf.

Die Personalie Pizarro ist eng geknüpft an die von Mario Mandzukic. Flüchtet der Kroate vor Neuzugang Robert Lewandowski, wird Bayern Pizarro als Back-Up wohl auf jeden Fall halten. „Claudio ist ein super Typ. Er hat gut trainiert. Er hilft der Mannschaft und auch dem Trainer. Egal ob auf dem Platz oder in der Kabine“, sagt Guardiola. Und auch Pizarro signalisiert Bereitschaft: „Ich habe gesagt, dass ich hier bleiben will. Ich fühle mich sehr gut und glaube, dass es keine bessere Mannschaft als Bayern gibt.“ Nach dem Pokalfinale sollen Gespräche geführt werden. Pizarro will auf jeden Fall weitermachen, zur Not woanders als beim FC Bayern.

Übrigens: Die Lieblingsbeschäftigung der Pizarro-Kinder ist es, mit Papa seine 176 Bundesliga-Tore noch einmal anzusehen. Jedes einzelne. Das wollen die Kleinen von Ribery, Contento und Co. noch nicht.

hls

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