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Pleite bei RB Leipzig zeigt: Das sind die Baustellen des FC Bayern

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Von: José Carlos Menzel López

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Sebastian Rudy (r.) fehlt die Spielpraxis, was ihm auch hier im Zweikampf mit Leipzigs Bruma anzumerken war.
Sebastian Rudy (r.) fehlt die Spielpraxis, was ihm auch hier im Zweikampf mit Leipzigs Bruma anzumerken war. © dpa / Soeren Stache

Die Niederlage des FC Bayern bei RB Leipzig zeigt, dass der Rekordmeister drei größere Baustellen in den entscheidenden Wochen der Saison hat. Das sind sie.

Neben Thomas Müller ist neuerdings auch Sandro Wagner für sein lockeres Mundwerk bekannt, Sonntagabend im Bauch der Leipziger Red Bull Arena verordnete sich der Bayern-Stürmer aber mal eine Sendepause. „Ich bin enttäuscht, dass wir veloren haben. Deswegen gibt’s jetzt nicht so viele gute Sprüche von mir“, so der 30-Jährige nach dem 1:2 gegen RB, der zweiten Pleite unter Jupp Heynckes nach dem 1:2 in Gladbach vom 25. November 2017. Rasch fügte der Torschütze noch an: „Das ist kein Beinbruch. Es passiert auch mal, dass man verliert.“

In der Tat. Der Beinbruch konnte ebenfalls abgewendet werden, schließlich ist die sechste Meisterschaft in Folge lediglich eine Frage der Zeit. Gewinnt Schalke an Ostern nicht gegen Freiburg, kann der FCB mit einem Sieg gegen den BVB alles klarmachen. Sonst eben am Spieltag drauf in Augsburg. Die Rechnung kannte auch Hasan Salihamidzic, eines wollte der Sportdirektor angesichts der teilweise erdrückenden Überlegenheit der roten Bullen aber noch loswerden. „Das ist eine Lehre“, so der 41-Jährige.

Speziell jetzt, wo nach der Länderspielpause der Startschuss in die entscheidenden CL-Wochen fällt, stellte der bitterkalte Abend im Osten der Republik eine Art Denkzettel für den Rekordmeister dar. Zumal Sevillas Trainer Vincenzo Montella ganz genau hingesehen haben wird, als die Roten immer wieder in Konter liefen. Erst mal geht es jedoch zum Tapetenwechsel bei Jogi Löw, wo die Münchner die Lehren von Leipzig in aller Ruhe aufarbeiten können. Wie die genau ausfallen, erklärt die tz.

Der zweite Anzug sitzt nicht: Stars wie Javi Martínez oder Franck Ribéry bekamen in Leipzig eine Pause, ihre Stellvertreter konnten allerdings keineswegs überzeugen. Juan ­Bernat und Sebastian Rudy war die mangelnde Spielpraxis anzumerken, für die wichtigen Partien dürften beide daher keine Alternative sein. Keine optimalen Bedingungen für die bevorstehenden englischen Wochen, die Verantwortlichen wollten von einem Leistungsgefälle auf der Bank jedoch nichts wissen. Salihamidzic: „Wir haben fast 20 Nationalspieler, die sind alle Top-Spieler.“ Die Partie in Leipzig bewies das nicht.

Die Konteranfälligkeit: Zwei bis drei schnelle Zuspiele, schon stellten die Leipziger den Meister hinten vor ernsthafte Probleme. Immer wieder liefen Werner & Co. auf Torwart Sven Ulreich zu, immer wieder hatten Mats Hummels & Co. nur das Nachsehen. Gerade mit Blick auf die beiden Partien gegen Sevilla dürften die Probleme im Umschaltspiel ein Themenfeld ergeben, das es aufzuarbeiten gilt. „Da haben wir Steigerungspotenzial“, gab Hummels zu. „Wir müssen vorsichtig sein, dass wir nicht zu viele Ballverluste haben und in zu viele Konter laufen. Ich rechne damit, dass Sevilla ähnlich laufstark ist und ähnlich euphorisch draufgeht.“

Javi Martínez ist unersetzbar: Wie sagte er unlängst im tz-Interview: „Ich liebe es, schön zu spielen, gute Pässe zu geben und Tore zu erzielen. Ich weiß aber, dass meine Arbeit eine andere ist, die nun mal nicht so oft in den Schlagzeilen steht.“ Minder effektiv ist sie daher aber nicht. Der Spanier verleiht dem Münchner Spiel Sicherheit, Struktur und wirkt als Puffer zwischen Abwehr und Mittelfeld. Gerade seine Person hätte dafür sorgen können, dass sich den flinken Leipzigern keine Einbahnstraßen in Richtung Ulreich boten – was letzten Endes den Ausschlag für die Pleite gab.

Geht es nach Sali­hamidzic, findet sich aber auch in der Niederlage Positives. Der Sportdirektor: „Vielleicht ist es gut zu sehen, dass wir auch verlieren können. Das nehmen wir mit.“ Immerhin etwas.

José Carlos Menzel López

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