Die Bayern torhungrig - Toni feiert Comeback

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Mario Gomez traf gegen Zweitligist Oberhausen einmal.

München - Gemütlich ging’s zu in der Allianz Arena. RWO-Trainer Jürgen Luginger freute sich über die „tolle Erfahrung“ für seine Jungs. ­Louis van Gaal analysierte den 5:0-Sieg gegen den Zweitligisten zufrieden.

„Wir haben den Ball besser als zuletzt laufen lassen. Ich bin sehr froh über das Resultat und die Ausführung.“ Alle hatten sich lieb – und Bayern schunkelte locker in die dritte Runde. Am Dienstag hieß die Wahl für viele: Oktoberfest oder Oberhausen? Brathendl oder Braafheid? Rausch oder Rensing?

Viele Kurzentschlossene lockte das Pokalduell jedenfalls nicht mehr in die Arena: 40 000 Zuschauer kamen am Dienstagabend, eben so viele Karten wurden bereits im Vorverkauf abgesetzt. Aber auch für van Gaal war die Partie gegen den Zweitligisten nicht mehr als eine lästige Pflicht. Rotation total statt „Voetbal total“ hieß es gegen RWO. Der Trainer schickte im Vergleich zur Startelf gegen Nürnberg acht Neue aufs Feld. Rensing, Braafheid, Sosa & Co. durften mal wieder ran. Der bemerkenswerteste Personaltausch fand jedoch während des Spiels statt: Luca Toni feierte nach über drei Monaten sein Comeback. Gegen Oberhausen kein Problem.

„Ich habe Spieler gesehen, die mir gefallen haben“, meinte van Gaal später: „Es haben nicht alle Stammspieler gespielt. Ich bin sehr zufrieden mit der Leidenschaft und dem Engagement.“ Ein Eigentor von Embers, Gomez zweimal van Buyten und Müller sorgten für ein ungefährdetes 5:0. Oberhausen wurde locker owi g’schwoabt. Ein Spiel nach dem Motto: Ein Prosit der Gemütlichkeit! Zur Halbzeit spielte die Stadion-Regie die Wiesn-Hits rauf und runter. Aber ein Klassiker war das Spiel bis dahin wahrlich nicht. Nach einem Breno-Rückpass ertönten nach 22 Minuten gar erste Pfiffe, weil zunächst so gar keine Spielfreude aufkommen wollte.

Die Bayern gegen RWO - Bilder und Einzelkritik

Die Bayern im Pokal gegen Rot-Weiß Oberhausen. Insgesamt stellte Trainer Louis van Gaal auf acht Positionen um. Auch Luca Toni war wieder dabei, zunächst aber nur auf der Bank. © Sampics
Von Beginn an übernahmen die Bayern das Kommando, wenngleich sich der Zweitligist zunächst tapfer wehrte. © dpa
Ein Eigentor von Embers brach dann aber die Dämme. © Getty
RWO-Keeper Pirson war chancenlos. © Getty
Die Bayern jubeln, Pirson ist enttäuscht. © Getty
Daniel van Buyten gratuliert dem Initiator Philipp Lahm. Später sollte van Buyten selbst noch Grund zum jubeln haben. © dpa
Zunächst aber erzielte Mario Gomez das 2:0. © dpa
Der ehemalige Stuttgarter war in der 41. Minute zur Stelle. © dpa
Wieder ging der Treffer von Lahm aus. © Sampics
Hamit Altintop im Zweikampf. © dpa
Mario Gomez ... © Getty
.. spektakulär. © Getty
In der zweiten Halbzeit ging das muntere Toreschießen weiter. © dpa
Wie schon am vergangenen Samstag in der Bundesliga gegen Nürnberg ... © dpa
... traf Daniel van Buyten auch gegen Oberhauen per Kopf. © dpa
Der Abwehr-Hüne entpuppt sich mehr und mehr zum Goalgetter. © Getty
Bei manchen aber klappte nicht alles, wie zum Beispiel bei Mario Gomez. © Sampics
Deshalb dann in der 60. Minute auch der wechsel: Gomez raus, Toni rein. Vorher gab‘s von einem Fan aber noch die besten Wünsche. © Sampics
Toni war sofort bemüht ... © Getty
... und stellte sogleich seine Kopfballstärke unter Beweis. © Sampics
Die Tore aber machten andere. © Getty
Zum Beispiel Thomas Müller, der nach seiner Einwechslung keine 60 Sekunden brauchte, um ins Tor zu treffen. © Sampics
Die Oberhausener waren bedient. © Sampics
Miro Klose akrobatisch. © Sampics
Den Schlusspunkt schließlich setzte Daniel van Buyten, der - natürlich - per Kopf das 5:0 erzielte. Es folgt die Einzelkritik. © Sampics
Michael Rensing: Sein erstes Spiel seit dem dritten Bundesligaspieltag – und er überzeugte. Ruhig und abgeklärt, ohne Wackler. Note: 2 © 
Philipp Lahm: Sein vielleicht bestes Spiel auf rechts. Rannte die Linie rauf und runter und kam zu vielen Flanken. Resultat: Eine abgefälschte Hereingabe war drin, eine andere verwertete Gomez. Note: 2 © Sampics
ab der 74.: Görlitz, ohne Bewertung © Getty
Daniel van Buyten: Bärenstark! Konsequent und eisenhart, als ginge es gegen Manchester oder Madrid. Verlor keinen Zweikampf. Dann auch noch mit zwei Super-Kopfballtoren. Note: 1 © dpa
Breno: Zweikampfstark, mit einigen guten Spieleröffnungen. Aber auch ein böser Stellungsfehler Note: 3 © dpa
Edson Braafheid: Unauffällig. Bekam defensiv wenig zu tun, weigerte sich irgendwie, in der Offensive Ribéry anzuspielen, was diesen sehr verärgerte. Note: 4 © AP
Jose Ernesto Sosa: Für einen Kreativspieler mit ganz schön wenig Kreativität. Seine besten Aktionen: Zwei aufs Tor gezogene Ecken. Note: 4 © Sampics
Hamit Altintop: Wollte sich unbedingt zurück ins Team spielen, wollte deswegen oft zu viel. Keine Bewerbung für die Stammelf. Note: 4 © dpa
Andreas Ottl: Spielte mit, die Präsenz eines van Bommel hat er aber lange nicht. Note: 4 © Sampics
Franck Ribéry: War irgendwie nicht sein Tag. Viele verloren Dribblings, ungewohnte technische Probleme, leitete dann aber das 2:0 und das 3:0 ein. Note: 3 © 
ab der 69.: Thomas Müller: Irre! Noch keine Minute im Spiel, schon macht er das 4:0. Note: 2 © Sampics
Miroslav Klose: Wurde als hängende Spitze gebracht, fand nur schwer ins Spiel. Ackerte aber wie verrückt und war dann an einigen guten Situationen beteiligt. Note: 3 © dpa
Mario Gomez: Mit Licht und Schatten. Erst zweikampfschwach, später vergab er zwei Riesen-Chancen. Das 2:0 köpfte er ins leere Tor. Note: 4 © Sampics
Ab der 60. : Luca Toni: Wurde mit viel Applaus empfangen, hatte aber keine echte Torchance, weil Bayern einen Gang zurückschaltete.  Note: 3 © Getty

Im Gegenteil: König prüfte Rensing, der das kurze Eck zumachte (12.). Bezeichnend: Oberhausen musste schon selbst helfen, damit die Bayern in Führung gingen. Embers lenkte eine Lahm-Flanke ins eigene Tor, 1:0. Vor der Pause klingelte es noch ein zweites Mal. Wieder flankte Lahm, Torwart Pirson fälschte den Ball ab, Gomez köpfte zum 2:0. Ein bisserl durfte also auch in der Arena geschunkelt werden. Im zweiten Durchgang brandete erstmals nach 50 Minuten Jubel auf – jedoch nicht, weil Bayern traf: Luca Toni machte sich auf den Weg zum Warmlaufen. Ciao Luca! – der Italiener ist zurück! Und weil Mario Gomez es schaffte, zwei ausgezeichnete Chancen in die Arme von Keeper Pirson zu versieben (54., 56.), zögerte van Gaal nicht mehr länger: Der Weltmeister löste in der 61. Minute den 35-Millionen-Mann ab. Für Gomez das endgültige Zeichen, dass ein weiterer Konkurrent auf seinen Platz drängt.

Die bemerkenswertesten Aktionen des Italieners: Ein Hackenpass auf Klose (80.) und ein „Kopfball“ mit der Hand (83.). Für die Tore sorgten andere: Daniel van Buyten köpfte in der 67. Minute nach einem Eckball das 3:0, dann kam der neue Liebling: Thomas Müller. Die Fans stimmten gerade das berühmte „Da macht es Bumm“ an, da krachte es schon: Thomas Müller traf zum 4:0. Aus Südkurve hallte es: „Müller vor, noch ein Tor!“ Der beste Torjäger des Abends kam aber aus Belgien: van Buyten traf zum 5:0-Endstand. Die Oberhausener freuten sich, dass sie mal in der Allianz Arena spielen durfen. Die Bayern jubelten über den Einzug in die dritte Runde. Nur für’s Oktoberfest war’s nach dem 5:0 zu spät…

ta, jj

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