Presse feiert die Gala-Münchner

"Das größte Problem für Bayerns Konkurrenten ist ..."

Rom - Der Sieg des FC Bayern bei AS Rom schlägt hohe Wellen in ganz Europa - die Besiegten selbst haben Probleme, das Debakel zu werklären.

Im fernen Katalonien wollte Luis Enrique seinen Augen nicht trauen. „Als ich das 1:7 von AS Rom gegen Bayern gesehen habe, dachte ich, die Anzeigetafel wäre kaputt“, bekannte der Trainer des FC Barcelona nach dem 3:1 seiner Mannschaft gegen Ajax Amsterdam im Camp Nou. Luis Enrique war auch mal Trainer bei AS Rom, das kaum fassbare Ergebnis, das da auf der voll funktionstüchtigen Anzeigetafel aufleuchtete, wirkte auf ihn daher wohl noch ein wenig verblüffender.

Glanzvoll in Rom: der FC Bayern.

Aus ganz Europa kamen am Tag nach dem grandiosen Auftritt an geschichtsträchtiger Stätte die Lobeshymnen. Der FC Bayern habe das Olympiastadion „in eine Ruine“ verwandelt, schrieb Marca in Spanien, Sport glaubt in Trainer Pep Guardiola den „Kaiser von Rom“ zu erkennen, der „Rom in Brand“ setzte wie einst Nero. Die französische L'Equipe setzte das Spiel mit dem WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Brasilien (ebenfalls 7:1) gleich, ihre Überschrift lautete: „Roma-Bayern = Brasilien-Deutschland“.

Doch nirgendwo war die Fassungslosigkeit größer als im Rom, wo alleine die unverdrossen singenden Tifosi Champions-League-Tauglichkeit nachwiesen. Die italienischen Zeitungen überboten sich gegenseitig mit Überspitzungen bei der Beschreibung des Resultats. Tuttosport etwa befand, die Bayern hätten „AS Rom und seinen Trainer Rudi Garcia mit einer außerirdischen Partie einfach lächerlich“ gemacht, von „Albtraum“, „Katastrophe“ oder „Debakel“ war wenig überraschend die Rede.

"Das größte Problem für die Champions-League-Konkurrenten ..."

Auch die britische Presse ist begeistert vom FC Bayern: "Die Bayern toben und verprügeln die Roma mit 7:1, nachdem sie zu einer 5:0-Führung in den ersten 36 Minuten stürmen", so die Daily Mail, "und hier ist das größte Problem für die Champions-League-Konkurrenten: Guardiola verlangt, dass sie noch besser werden müssen."

„Ein Stein ist uns auf den Kopf gefallen“, sagte Sportdirektor Walter Sabatini. Mit betretener Miene ergänzte er, dass ihn das Resultat vor allem „wegen der Dimension“ überrasche. Die Roma ist in Italien immerhin die Nummer zwei hinter Juventus Turin, aber nach der höchsten Niederlage in der Europapokalgeschichte soll in der Ewigen Stadt angeblich kein Stein auf dem anderen bleiben. „Nach diesem Kollaps muss AS Rom all seine Energien in Bewegung bringen und den Neubeginn schaffen“, sagte Sabatini.

Schnell setzte sich die Erkenntnis durch, dass nicht nur der FC Bayern an dem Debakel mitgewirkt hatte. „Diese Niederlage ist unsere Schuld. Es genügt nicht, zu sagen, dass der FC Bayern stärker als wir ist, um eine derartige Pleite zu erklären“, sagte Mittelfeldspieler Daniele De Rossi. „In zwei Wochen“, ergänzte er leise, „werden wir in München hoffentlich besser abschneiden, doch zwischen den beiden Mannschaften gibt es einen starken technischen Unterschied.“

Roma-Trainer Garcia, der der Gazzetta dello Sport vorkam wie „der nackte König in Andersens Märchen“, übernahm derweil die volle Verantwortung für die Blamage. „Diese Niederlage ist meine Schuld, ich habe die Strategie verfehlt.“ Die Konsequenz fasste der diesmal in der Tat wie ein 38-Jähriger aussehende Kapitän Francesco Totti zusammen: „Wir müssen uns sofort wieder auf die Beine stellen“, forderte er und behauptete: „Nicht alles ist verloren.“

sid

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Rubriklistenbild: © dpa

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