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Leon Goretzka: Was spricht für und was gegen sofortigen Wechsel?

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Von: Marcus Giebel

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Will hoch hinaus: Leon Goretzka gilt als eines der größten Talente Deutschlands.
Will hoch hinaus: Leon Goretzka gilt als eines der größten Talente Deutschlands. © dpa

Leon Goretzka soll ein Gesicht des FC Bayern werden. Offen ist anscheinend nur noch, ab wann der Mittelfeldspieler für die Roten spielen wird. Wir analysieren die Situation rund um den Schalker.

München - Ob das nur Zufall ist? Am selben Tag, an dem Bayerns Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge die groß angekündigte Einkaufstour verbal startet, berichtet die Sport Bild von einer Einigung zwischen Schalkes Leon Goretzka und dem Rekordmeister. Nun zählt der Youngster zwar nicht zur Kategorie "Granaten", mit denen Präsident Uli Hoeneß das Team der Roten aufmotzen möchte. Dennoch haben die Bayern mal wieder die Muskeln spielen lassen und scheinen sich einen der vielversprechendsten Bundesliga-Profis geangelt zu haben - auch wenn der Umworbene selbst via Facebook die jüngsten Meldungen infrage stellt.

Fraglich scheint nur noch, ob der 22-Jährige schon in diesem Sommer an die Säbener Straße wechselt oder erst in einem Jahr - dann läuft sein Vertrag auf Schalke aus. Die kolportierten 20 Millionen Euro Ablöse könnten sich die Roten locker leisten, bislang stellen sich die "Knappen" aber quer. "Wir entscheiden es, nur wir. Wir gehen felsenfest davon aus, dass Leon in der nächsten Saison für Schalke spielt", pochte S04-Manager Christian Heidel bei Sky auf den Vertrag: "Ich kann mir ganz wenige Szenarien vorstellen, dass es nicht so ist. Leon ist mit der wichtigste Spieler für Schalke."

Fünf Konkurrenten für Goretzka-Position

Bei den Bayern müsste sich Goretzka diese Rolle erst erarbeiten. Die Konkurrenz auf seiner Position im zentralen Mittelfeld wäre auch nach dem Karriereende von Xabi Alonso groß. Denn hier fühlen sich auch Thiago, Arturo Vidal, Renato Sanches und der von Hoffenheim verpflichtete Sebastian Rudy heimisch. Nicht zu vergessen: Auch der laut offizieller Sprachregelung als Rechtsverteidiger eingeplante Joshua Kimmich sieht sich selbst eher auf dieser Position und hat dort bereits überzeugt.

Auf Schalke dagegen wollen sie eine Mannschaft um den gebürtigen Bochumer aufbauen - hier würde Goretzka mehr denn je in eine Führungsrolle schlüpfen. Das könnte ihm anschließend auch bei einer Zukunft in München zugute kommen. Schon in der vergangenen Saison - seine erste ohne große Verletzungssorgen - ging der dreimalige Nationalspieler voran. Bestes Beispiel: Im Europa-League-Spiel gegen Ajax Amsterdam ließ er sich auch von einem ausgerenkten Kiefer und einer Gehirnerschütterung nicht stoppen. Das imponierte nicht nur den Fans im Pott.

Pechvogel: Verletzungen warfen Leon Goretzka immer wieder zurück.
Pechvogel: Verletzungen warfen Leon Goretzka immer wieder zurück. © dpa

80 Minuten Champions-League-Erfahrung

Auf internationale Einsätze müsste der Confed-Cup-Fahrer bei einem Verbleib auf Schalke in der kommenden Saison jedoch verzichten. In der Champions League lief Goretzka letztmals am 10. März 2015 auf - beim denkwürdigen 4:3 bei Real Madrid mischte er in der letzten halben Stunde mit. Insgesamt lief das „Jahrhunderttalent“ (O-Ton Peter Neururer) fünfmal in der Königsklasse auf, kam dabei aber gerade mal auf 80 Einsatzminuten.

Kommentar zum Thema Goretzka: Entscheidend ist die Mentalität!

Ob es schon deutlich mehr geworden wären, hätte Goretzka sich bereits 2012 den Sprung nach München zugetraut? Der damals 17-Jährige entschied sich jedoch zum Verbleib beim VfL Bochum, ging ein Jahr später zu Schalke 04. Dabei hatte Hermann Gerland, ebenfalls in Bochum geboren, bei den Roten intensiv um eine Verpflichtung geworben.

Heimatverein: Von 2001 bis 2013 trug Leon Goretzka das Trikot des VfL Bochum.
Heimatverein: Von 2001 bis 2013 trug Leon Goretzka das Trikot des VfL Bochum. © dpa

Berater vertrat bereits Borowski

Die damalige Absage unterstreicht, dass Goretzka einen klaren Karriereplan verfolgt und jeden Schritt ganz bewusst wählt. Abheben wird der schon jetzt so gefeierte Youngster also sehr wahrscheinlich nicht. Dafür dürfte auch sein Berater Jörg Neubauer verantwortlich sein, der schon Tim Borowski beim FC Bayern unterbrachte und auch Weltmeister Sami Khedira sowie Christoph Metzelder und Arne Friedrich einst zu seinen Klienten zählte.

Analyse: Darum könnte Goretzka zum FC Bayern passen

Aktuell ist Goretzka der dickste Fisch im Teich des diplomierten Juristen aus Berlin. Folglich dürfte auch Neubauer auf einen großen Zahltag hoffen. Dabei sollte ein ablösefreier Wechsel - Stichwort: Handgeld - deutlich mehr Geld auf sein Konto spülen als ein sofortiger Transfer. Dass sich der Spieler-Agent kürzlich an der Säbener Straße blicken ließ, passt da ins Bild - demonstrierte der Besuch doch, wie ernst es beide Seiten meinen.

Heidel schließt „Last-Minute-Wechsel“ aus

Auch die "Königsblauen" haben die Zeichen der Zeit erkannt. Nach dem späten Abgang von Leroy Sané zu Manchester City vor einem Jahr wollen Heidel und Trainer Markus Weinzierl auf jeden Fall schnell Klarheit. "Was ich komplett ausschließen kann, ist ein Last-Minute-Wechsel. Ich möchte keinerlei Ausreden für einen schlechten Start haben", betonte der langjährige Mainzer Macher. Alles andere erscheint also möglich.

Die Entscheidung könnte folglich noch vor dem Start des Confed Cup am 17. Juni fallen. Nicht darüber, wo Goretzkas Zukunft liegt, sondern ab wann er das Bayern-Trikot tragen wird. Während Schalke wohl nur bei einem unmoralischen Angebot einknicken wird, hätten für die Roten beide Optionen ihren Reiz. Es könnte also darauf ankommen, welche "Granaten" der FC Bayern bei der Transferoffensive ansonsten an Land zieht.

Duell mit einem Weltstar: Leon Goretzka (M.) bietet Italiens Leonardo Bonucci (l.) die Stirn.
Duell mit einem Weltstar: Leon Goretzka (M.) bietet Italiens Leonardo Bonucci (l.) die Stirn. © dpa

mg

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