Debatte um vulgäre Wortwahl

Ribéry-Skandal schlägt hohe Wellen - ein Pro & Contra

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Braucht bei all der Kritik ein dickes Fell: Franck Ribéry bestimmt derzeit die Schlagzeilen.

Franck Ribery hat via Social Media zu einem Rundumschlag weit unter der Gürtellinie ausgeholt. Nun muss er sich heftiger Kritik erwehren. Ist das gerecht? Ein Pro und Contra.

Pro: Hass en masse

Eines vorweg: Gerade ein Ribéry darf im Netz Leute nicht wahllos als Mutterf*cker bezeichnen. Vorbildfunktion - alles gut! Aber: Die Goldsteak-Affäre zeigt einmal mehr, in was für einer scheinheiligen Welt wir leben. Im Sommer musste noch Vaterlandsverräter Özil dran glauben, der vor nicht allzu langer Zeit noch für gelungene Integration stand - und jetzt wird eben auf den konsumgeilen Proll aus Frankreich geschossen. Noch mal: Stammbaumf*cker sagt man nicht! Und Journalisten schlägt man nicht! Selbst jedoch nach fünf Halben kein Trinkgeld geben, um dann den „Gold-Kanaken“ (der viele Euros spendet) für sein Essen (!) zu schlachten, ist der Gipfel der Armseligkeit.

José Carlos Menzel López

tz-Sportredakteur José Carlos Menzel López

Contra: Keine Entschuldigung

Würden wir die Debatte auch führen, ginge es nicht um Franck Ribéry aus Boulogne-sur-Mer sondern um einen Bayern-Spieler - nennen wir ihn mal - Franz Reinhard aus ­Bayreuth? Wenn die Antwort darauf Nein lautet, dann haben wir ein Problem. Denn das, was der Franzose gesagt ist, ist inakzeptabel - unabhängig von seiner Herkunft. Und Ribérys Weigerung, sich für seine beschämende Wortwahl zu entschuldigen, zeugt von seiner geistigen Unreife. Unabhängig davon ist es mehr als beunruhigend, dass der Klub den Franzosen trotz dessen Ankündigung, die Familien seiner Kritiker unflätigst zu beleidigen, nicht davon abhalten konnte. Für einen Klub wie den FC Bayern ist Ribéry untragbar - Hintergrund hin oder her.

Bernd Brudermanns

tz-Sportredakteur Bernd Brudermanns.

Lesen Sie auch: Kommentar zu Ribérys Ausraster: Die Wortwahl ist verwerflich

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