Mega-Vorsprung in der Bundesliga

Psychologe verrät: Das kann „Don Jupp“ gegen den Schlendrian tun

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Tipp vom Psychologen: Jupp Heynckes solle in den verbleibenden Bundesliga-Partien auf „kreative Ziele“ setzen.

Wie kann bei 16 Punkten Vorsprung in der Bundesliga die Konzentration oben halten? Sportpsychologe Matthias Herzog gibt dem FC Bayern in der tz einige Ratschläge.

München - Liga-Langeweile, im DFB-Pokal geht’s gegen einen Drittligisten, nur in der Champions League bleibt es noch spannend. Der FC Bayern steht vor wichtigen Monaten – mit viel Leerlauf. Die Stars schlagen Alarm und warnen davor, dass die Spannung verloren geht.

Wie kann Jupp Heynckes verhindern, dass sich der Schlendrian an der Säbener Straße einschleicht? Sportpsychologe und Motivationstrainer Matthias Herzog sagt im Gespräch mit der tz: „Die anderen schlagen sich selbst, da kommt schnell eine Überheblichkeit und Arroganz rein.“ Es gibt aber auch Strategien gegen den Spannungsverlust. So hält Jupp den FCB auf Triple-Trab…

Spezifische Ziele sollen Spieler mehr fordern

Neue, kreative Ziele: Der Satz ‚Wir wollen das nächste Spiel gewinnen‘ bringt den FCB jetzt nicht mehr auf Touren. Herzog: „Man muss mehr über die Art und Weise arbeiten, wie man die Spiele gewinnt. Jupp Heynckes kann besondere Taktiken und Zielsetzungen vorgeben. Zum Beispiel: Wir müssen in der ersten Hälfte mindestens drei Tore schießen. Oder: Stellt euch vor, wir liegen mit zwei Toren zurück.“ Die spezifischen Ziele sollen die Spieler immer wieder neu fordern. Dazu können neue Systeme beitragen, etwa eine Dreierkette, beitragen. Herzog: „Alles, was automatisiert ist, läuft unbewusst ab. Man hält die Konzentration hoch, wenn man neue Reize setzt – durch Taktiken, die nicht automatisiert sind.“

Rotation erwünscht, aber bitte nicht zu viel: Sandro Wagner hat schon verraten, dass Heynckes ihn in den englischen Wochen häufiger bringen will. Gegen Hoffenheim bekamen auch Sebastian Rudy und Corentin Tolisso eine Chance. Herzog über die Situation im FCB-Kader: „Man sieht die Konkurrenz gar nicht außerhalb des eigenen Teams, sondern intern. Es gibt Eins-gegen-eins-Situationen gegen den Mannschaftskollegen.“ 

Herzog plädiert für Rotation

So bleibt die Spannung oben und das Niveau im Training auf einem hohen Niveau. Wichtig ist für den Sportpsychologen, dass das Verständnis zwischen den Spielern klappt. Herzog: „Man darf nicht so viel Qualität verlieren, wenn mal einer ausfällt. Das schafft man durch das Rotieren.“ Zugleich warnt der Experte vor zu viel Wechselspielchen, er erklärt: „Heynckes muss wissen, wen er schonen kann. Es bringt nichts, wenn ein Spieler ausgeruht ist, aber nicht im Flow.“

Klare Kante von Jupp: Eine Schlüsselrolle auf dem Weg zum möglichen zweiten Triple unter Jupp kommt, na klar, dem 72-Jährigen zu. Herzog: „Er muss den Spielern sagen: ‚Ihr müsst in jeder Partie euer Bestes geben – auch, wenn ihr den Gegner nachher mit acht Toren wegschießt.‘“ Wichtig ist auch, dass Jupp erst gar keinen Schiss vor dem Schlendrian zulässt. Der Experte: „Respekt ist gut, aber eben keine Angst.“ Sorgen um den FCB? Hat Herzog nicht. Er meint: „Es ist schön, dass die Bayern es frühzeitig erkennen. Auf dieser Ebene hat Pep Guardiola versagt. Man braucht die emotionale Intelligenz und Kompetenz.“ Jupp hat die schon einmal unter Beweis gestellt.

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