Brasilianer macht bei uns den Sprachtest

Rafinha im tz-Interview: Darum will er den deutschen Pass

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"Deutschland? Kam durch die Medien auf“.

München - Rafinha (29) will den deutschen Pass. Dass Jogi Löw nicht mit ihm in der Nationalmannschaft plant, stört ihn nicht. Wieso, verrät er im tz-Interview, bevor er sein Wissen über den deutschen Fußball zeigen darf.

Sie haben gesagt, Sie möchten Deutscher werden. Wie läuft es?

Rafinha mit tz-Reporter Michael Knippenkötter beim „Deutsch-Test“.

Rafinha: Läuft gut. Ich übe schon, lerne für die Fragen, die beim Test gestellt werden. Da geht es um alles, die Geschichte des Landes, die Regeln hier, die deutsche Kultur. Ich werde das genau studieren. Ich lebe seit elf Jahren hier, Deutschland hat mich gut aufgenommen. Meine Kinder gehen hier zur Schule, meine Frau liebt das Land. Ich will das durchziehen, um den Pass zu bekommen. Und damit auch Sicherheit. Deutschland ist sehr gut, ein Land, in dem man gut leben kann.

Es wurde spekuliert, dass Sie für Deutschland spielen könnten. Jogi Löw hat dem eine Absage erteilt. Wie haben Sie das aufgenommen?

Rafinha: Ich möchte den deutschen Pass für mich haben, für meine Familie, für meine Zukunft. Für unser Leben hier. Ich habe nie gesagt, dass ich das wegen der Nationalmannschaft mache. Das kam schnell durch die Medien auf, ich habe das nun auch gelesen, was der DFB erklärt hat. Aber noch mal: Ich möchte Deutscher werden, das ist das Wichtigste. Was dann danach kommt, das sehen wir.

Was stellen Sie sich nach der Karriere vor?

Rafinha: Ich habe meine Wurzeln mittlerweile hier, auch meine Frau, meine Kinder möchten hier leben. Aber ich möchte auch bei meiner Familie in Brasilien sein. Ich würde gern hier und dort leben. Ein bisschen so wie Giovane Elber. Er ist auch sehr oft hier, auch bei uns zu Haus.

Für Ihren brasilianischen Kollegen Breno verlief das Abenteuer Deutschland leider weniger erfolgreich. Haben Sie noch Kontakt?

Rafinha: Ja, vor zwei Wochen haben wir das letzte Mal geschrieben! In den letzten drei Spielen war er der beste Spieler auf dem Platz, unglaublich! Viele Leute haben nicht mehr daran geglaubt, dass er es noch mal schafft. Aber er hat das super gemacht.

Geht es ihm also wieder richtig gut?

Rafinha: Ja! Er hat noch mal sechs Kilo abgenommen, zusätzlich zu den acht, die er hier schon weg hatte. Insgesamt also 14! Und ich freue mich für ihn. Was der Junge erleben musste, das kann sich keiner vorstellen.

Sie haben sich damals viel um ihn gekümmert. Hat Sie das alles nicht auch sehr belastet?

Rafinha: Es war schon sehr schwer. Ich habe versucht, ihn und seine Familie zu unterstützen. Eine Zeit lang waren sie bei mir zu Hause. Ich habe ihn auch ein paar Mal im Gefängnis besucht.

Hat ihn diese Haftstrafe verändert?

Rafinha: Ich glaube, ja. Er hatte unglaublich viel Zeit zum Nachdenken. Darüber, was er gemacht hat, darüber, wie es weitergehen soll, was er aus seiner Zukunft macht. Er war sehr stark vom Kopf her. Diese harte Zeit in dem jungen Alter so zu überstehen, das schafft nicht jeder. Verstehen Sie? Er war Anfang 20, war allein hier, ohne Mama, ohne Papa. Gott sei Dank ist nun alles gut. Interview:

Rafinha macht den tz-Deutsch-Test

Rafinha, machen wir einen Deutsch-Fußball-Test! Sind Sie bereit?

Rafinha: Ich bin gespannt.

Wie oft ist Deutschland Weltmeister geworden?

Rafinha: Also bitte, das ist klar: viermal!

Wer ist der erfolgreichste deutsche Torschütze aller Zeiten?

Rafinha: Das ist Miro Klose. Aber eigentlich Gerd Müller, wenn wir sehen, wie wenig Spiele er gemacht hat für seine Treffer. Das wusste ich aber schon, als ich noch in Brasilien war.

Wie alt wird Franz Beckenbauer nächste Woche?

Rafinha: Uh, gute Frage. 70? Bestimmt 70!

Welche Mannschaft außer dem FCB hat dreimal in Folge die Meisterschaft gewonnen?

Rafinha: Puh, das ist schwer. Ich weiß es nicht. Dortmund? Nein, Werder Bremen! Nein, der HSV?

Es wäre Gladbach gewesen.

Rafinha: Ja, genau! Gladbach! Mit Jupp, natürlich!

Letzte Frage: Welcher Bayernspieler hatte in den 70er-Jahren die schönste Frisur?

Rafinha: Paul Breitner natürlich. Er ist eine Legende bei Bayern. Und ich rede auch immer wieder gern mit ihm. Er hat mal gesagt: Wenn du meinst, du musst etwas sagen, dann sag es auch. Wir verstehen uns sehr gut. Ich glaube, er mag mich sehr.

Vier von fünf Fragen richtig beantwortet: Für die tz sind Sie längst ein Deutscher!

M. Knippenkötter

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