Reaktionen zum Bayern-Sieg

"Wir lieben solche Spiele einfach"

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Arsenal-Keeper Petr Cech holt den Ball aus dem Netz, die Bayern jubeln.

München - Na, haben Sie es auch mit Interesse verfolgt? Diese Phase, als der FC Bayern unter Druck war? Wenn ja, dann waren Sie offenbar schon vor dem Spiel bei der Sache… Denn mit dem Anpfiff war es vorbei damit.

Die Roten im Vorwärtsgang, Arsenal hilflos, das Spiel zur Pause entschieden. „Wenn große Mannschaften angepiekst sind, dann bekommen das oft die Gegner zu spüren“, hatte Christoph Metzelder bei Sky schon sehr treffend gesagt. Und weniger treffend hinterhergeschoben: „Aber Arsenal ist auch eine große Mannschaft.“

3x Note 1 - 5x Note 2: Diese Bayern sind einfach geil! 

Das muss man dem Mann natürlich verzeihen. Zum einen hoffte er sicher auch auf ein spannendes Spiel, zum anderen ist Arsenal Zweiter der englischen Liga und gespickt mit Topspielern. Pech nur, dass Pep Guardiola bekanntlich von Top-top-top-Spielern spricht, selbst wenn er über seine Mannschaft redet. „Wir müssen kreativer und produktiver werden“, hatte er ihr auf den Weg mitgegeben, nachdem sie in London 0:2 verloren und in Frankfurt 0:0 gespielt hatte. Irgendwo müssen die paar Millibar Druck ja herkommen… Jedenfalls setzten Robert Lewandwoski, Thomas Müller, David Alaba, Arjen Robben & Co. das Vorhaben eins zu eins um. „Ich liebe solche Spiele und Erfahrungen. Das Team auch. Wir brauchen so etwas, auch wenn die Situation nicht einfach ist“, hatte zuvor auch Matthias Sammer kurz einen Einblick in die Mini-Druckphase bei den Bayern gegeben. „Und wenn wir damit nicht mehr umgehen können als Bayern München, dann weiß ich auch nicht mehr…“

Das Spiel zum Nachlesen im Ticker

Eben, sie sind inzwischen schon fast froh, wenn mal etwas Gegenwind kommt, hat man den Eindruck – das meinte auch Oliver Kahn mit Blick auf die Niederlage im Hinspiel. „Ich habe nicht das Gefühl, dass es dem FC Bayern um Revanche geht“, sagte er im ZDF. Als Bayernspieler liebe man vielmehr den Druck – und auch die Fans würden das so sehen: „Sind wir doch froh, dass der FC Bayern mal ein bisschen Druck hat. Endlich – denn wenn man die Lage in der Bundesliga anschaut, dann ist das doch etwas langweilig.“

Nur, dass selbst Bundesligamannschaften wie Frankfurt manchmal mehr Gegenwehr zeigen als gestern Arsenal. Kahn war enttäuscht von den Engländern: „Von Arsenal war ja gar nichts zu sehen. Sie haben nicht im Ansatz gezeigt, was es braucht, um dem FC Bayern gefährlich zu werden. Da muss man sich doch nicht wundern über so ein Ergebnis, das ist ja gar nichts!“ Auch von Weltmeister Mesut Özil war nichts zu sehen, Kahn wird es nicht gewundert haben. Schon vor dem Spiel hatte er über den Nationalspieler gesagt: „Er wirkt etwas befreiter. Was er kann, wissen wir alle. Aber er muss es öfter zeigen. Wenn er das, was er im Moment spielt, über eine Saison zeigt, hat er einen großen Schritt gemacht.“ Gegen Bayern machte er eher kleine Schritte. Vielleicht war auch Özil gelähmt von dem Gefühl vieler Bayerngegner, das Kahn so beschrieb. „Wenn ich 1:0 hinten bin gegen Bayern, dann ist das nicht gerade gut fürs Selbstbewusstsein. Dann weiß ich: Wenn die jetzt ins Laufen kommen, dann…“ Ja dann hat auf einmal der Gegner den Druck, nicht die Bayern. Die haben ihren Spaß am Druck.

Pep Guardiola jedenfalls analysierte die Leistung seiner Mannen gewohnt nüchtern: „Es war eine gute erste Halbzeit. In den ersten zehn Minuten haben wir uns noch zu viele einfache Ballverluste erlaubt. Das war nach dem ersten Tor besser. In der zweiten Halbzeit war es schwer, das Spiel zu kontrollieren, denn bei diesem Verein geht es immer um Vollgas-Fußball. Wir sind fast für das Achtelfinale qualifiziert, das ist das Wichtigste.“

Arsenal-Coach Arsene Wenger tat die Pleite richtig weh, er übte sich nach dem Spiel in Galgenhumor: "Heute haben wir keine weiteren Verletzungen erlitten - abgesehen vom Kopf."

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