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Bayern-Frauen offenbaren Probleme – aber die Defensive funktioniert

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Alexander Straus: Der Trainer der FCB-Damen ist mit der Leistung in San Sebastian nicht zufrieden.
Alexander Straus: Der Trainer der FCB-Damen ist mit der Leistung in San Sebastian nicht zufrieden. © Imago/EIBNER/Michael Schmidt

Die Damen des FC Bayern München gewinnen mit 1:0 bei Real San Sebastian. Das Ergebnis ist okay, die Leistung nicht zufriedenstellend.

München – In den letzten Minuten wogte die Partie in San Sebastian hin und her. Auf der einen Seite verpasste Maximiliane Rall das 2:0 für die Frauen des FC Bayern München, vor dem anderen Tor zielte Amaiur Sarriegi zu hoch und vergab den 1:1-Ausgleich für Real Sociedad. In der kompletten zweiten Halbzeit glich das Hinspiel der Champions-League-Qualifikationsrunde einem wilden Schlagabtausch, mit zahlreichen Chancen auf beiden Seiten.

Für die fast 12.000 Zuschauerinnen und Zuschauer im Stadion war das höchst unterhaltsam, Bayern-Trainer Alexander Straus bereitete das Zusehen trotz des 1:0-Sieges und der guten Ausgangslage für das Rückspiel in München nur bedingt Vergnügen. „Wir haben gewonnen und darüber sind wir glücklich. Aber mit unserer Leistung bin ich nicht ganz zufrieden. Zwischenzeitlich haben wir leider zu wenig Kontrolle in unserem Spiel gehabt und den Ball zu früh verloren. Für diese Probleme müssen wir Lösungen finden“, sagte der Norweger.

Die Philosophie des neuen Trainers ist es, Spiele zu kontrollieren und zu dominieren. Er wolle die Abhängigkeit vom Spielglück minimieren, hatte Straus vor dem Start in die Saison gesagt. Zeit, die dafür nötigen Abläufe mit seinen Spielerinnen einzuüben, hatte er aber nicht. Sechs Bayern-Spielerinnen standen im Finale der Europameisterschaft und reisten erst spät nach München zurück, die Vorbereitung war kurz. In der Offensive gilt es Neuzugang Georgia Stanway zu integrieren, in der Defensive die Brasilianerin Tainara. Zeit zu trainieren haben die Bayern-Frauen aber auch in dieser und der nächsten Woche aufgrund der Champions-League-Spiele kaum. Weshalb das wilde Spiel in San Sebastian wenig verwunderlich ist. Entschieden wurde die Partie letztlich eher durch die individuelle Klasse der Bayern-Spielerinnen, als durch einen taktisch disziplinierten Auftritt.

Die Maschine läuft also noch nicht rund, aber sie läuft. Im DFB-Pokal kam die Mannschaft in Ingolstadt locker weiter, das 0:0 zum Bundesliga-Auftakt bei einem starken Gegner wie Eintracht Frankfurt ist zu verschmerzen. Bemerkenswert ist vor allem, dass die Bayern-Frauen in allen drei Pflichtspielen der neuen Saison ohne Gegentreffer blieben.

„Es ist gut, dass wir zu Null gespielt haben und die Führung am Ende über die Zeit gebracht haben. Gerade in der zweiten Halbzeit hatten wir auch eine richtig gute Phase. Wenn wir daran zuhause anknüpfen, dann werden wir auch gewinnen“, sagte Torhüterin Maria Grohs nach dem Sieg in San Sebastian. Am Sonntag kommt Werder Bremen nach München (13 Uhr), dann steht nächste Woche Donnerstag das Rückspiel gegen Real Sociedad an. Bestreiten die Bayern-Frauen diese beiden Spiele erfolgreich, ist der Saisonstart gut gelungen. Ob mit Spielkontrolle oder ohne.

CHRISTIAN STÜWE

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