Nach Abstieg von Bayern Amateuren und SpVgg Unterhaching

Regionalliga Bayern: 1. FC Schweinfurt verpasst 3. Liga - Aufstiegskampf so hart wie noch nie

Das Ziel für die Bayern Amateure wird in der kommenden Saison dasselbe sein wie in der Saison 2018/19: „Zurück in Liga 3“
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Das Ziel für die Bayern Amateure wird in der kommenden Saison dasselbe sein wie in der Saison 2018/19: „Zurück in Liga 3“

Der 1. FC Schweinfurt hat den Aufstieg in die 3. Liga ein weiteres Mal verpasst. In der kommenden Saison gibt es wohl so viele Aufstieganwärter wie noch nie.

München - Der 1. FC Schweinfurt 05 hat den Aufstieg in die 3. Liga mal wieder verpasst. Die „Schnüdel“ verloren beide Relegationsspiele gegen den TSV Havelse mit 1:0 und müssen in der kommenden Saison einen neuen Anlauf der „Mission 3. Liga“ starten. Allerdings wird es in der nächsten Saison für die Franken sicher nicht leichter, sich den Traum vom Profifußball zu erfüllen.

Durch den Abstieg des FC Bayern München II und der SpVgg Unterhaching werden im kommenden Jahr zwei weitere Hochkaräter in der Regionalliga Bayern spielen, die beide am liebsten so schnell wie möglich in den Profifußball zurückkehren möchten. Dieses Ziel verfolgen neben den drei Favoriten allerdings auch die SpVgg Bayreuth und Viktoria Aschaffenburg, die bereits in der vergangenen Saison an den Playoffs zur Drittliga-Relegation teilgenommen haben. Damit gibt es - in der am 15. Juli beginnenden Regionalliga-Saison - wohl so viele Aufstiegsanwärter wie noch nie.

Regionalliga Bayern: So viele Aufstiegskandidaten gab es noch nie

Trotz des Abstieges der beiden Münchner Profivereine gibt Markus Wolf, Geschäftsführer und Hauptsponsor der Nullfünfer, den Traum vom Aufstieg nicht auf. Seit der Saison 2017/18 ist es das erklärte Ziel des Geldgebers in die 3. Liga aufzusteigen. In den ersten drei Jahren scheiterte der 1. FC jeweils an den übermächtigen Gegnern aus der Landeshauptstadt (TSV 1860, FC Bayern II und Türkgücü München) und in der abgelaufenen Saison eben in der Relegation. Im nächsten Jahr soll es nun endlich klappen.

Der größte Rivale der „Schnüdel“ im Aufstiegskampf wird vermutlich die Reserve des FC Bayern München sein. Nach dem überraschenden wie unnötigen Abstieg aus der 3. Liga gibt es an der Säbener Straße nur ein Ziel: der direkte Wiederaufstieg. Der hochtalentierten Mannschaft von Martin Demichelis und Danny Schwarz wird im technischen Bereich keiner in der Regionalliga Bayern das Wasser reichen können. Gleichbedeutend mit dem Aufstieg ist das allerdings nicht. Auch letztes Jahr gehörten die Bayern-Amateure zu den spielstärksten Teams der 3. Liga. Der Abstieg konnte trotzdem nicht verhindert werden. Fragezeichen gibt es noch bei der Kaderplanung der U23. Bis jetzt ist noch nicht klar, ob der Rekordmeister auf eine Truppe mit oder ohne Routiniers setzen wird. In der letzten Saison führten die Ü30-Spieler Maxi Welzmüller, Timo Kern und Nico Feldhahn die Mannschaft an.

Auch die SpVgg Unterhaching konnte in der vergangenen Saison die 3. Liga nicht halten. Nach einer katastrophalen Spielzeit stiegen die Vorstädter sang- und klanglos als Letzter ab. Für den Kader der Spielvereinigung ist der Abstieg gleichbedeutend mit einem Umbruch. Viele Leistungsträger verließen den Klub bereits. Die Nachwuchsspieler sollen und müssen das neue Gesicht der Spielvereinigung werden. Neben den hoch veranlagten Talenten, sollen die Routiniers um Kapitän Josef Welzmüller, Stephan Hain und Dominik Stahl die Mannschaft führen. Das große Verletzungspech der Führungsspieler in der vergangenen Saison war mitunter auch ein Grund für den Abstieg. Auch wenn Präsident Manni Schwabl öffentlich davon spricht, dass das Ziel der SpVgg sei in den nächsten drei bis fünf Jahren wieder aufzusteigen, kann intern eigentlich nur der direkte Wiederaufstieg das Ziel sein. Gerade Talente wie Niclas Anspach oder Felix Göttlicher würden im Falle eines Nichtaufstieges wohl spätestens im Sommer 2022 das Weite suchen.

Aufstiegskampf: Ist am Ende die Erfahrung der entscheidende Trumpf?

Spielerisch sind die beiden Drittliga-Absteiger also durchaus am stärksten einzuschätzen. Doch die vergangene Saison hat eines deutlich gezeigt: Erfahrene Spieler sind in Drucksituationen nicht durch talentierte Spieler zu ersetzen. Gerade die SpVgg Unterhaching kann davon ein Lied singen und auch bei den Bayern Amateuren wurde Timo Kern schmerzlichst im Saisonschlussspurt vermisst. Daher wird es spannend zu sehen sein, ob Demichelis und Schwarz tatsächlich auf eine Mannschaft ohne Routiniers setzen. Das Testspiel gegen den VfR Garching könnte allerdings einen Fingerzeig geben. Weder Kern noch Feldhahn oder Welzmüller kamen dort zum Einsatz.

Denn alle anderen Aufstiegsaspiranten setzen durchaus auch auf erfahrene Akteure. In Unterhaching sollen eben Welzmüller, Hain, Stahl und vielleicht auch Schwabl die junge Mannschaft führen. Trainer Tobias Strobl bei den „Schnüdeln“ setzt währenddessen auf die Erfahrung der Ex-Löwen Kristian Böhnlein und Daniel Adlung. Hinzukommt, dass Top-Torjäger Adam Jabiri mit seinen 37 Jahren mit allen Wassern gewaschen ist. Und auch in Bayreuth und Aschaffenburg hat man in Form von Markus Ziereis (SpVgg Bayreuth) und Marco-Raimondo Metzger (Viktoria Aschaffenburg) Spieler in den Reihen, die fähig sind eine Mannschaft mit ihrer Erfahrung zu verstärken.

Eines steht jetzt schon fest: So viele Aufstiegskandidaten wie in dieser Saison hat es wahrscheinlich noch nie in der Regionalliga Bayern gegeben. Besonders interessant in diesem Jahr ist zudem, dass der erste Platz direkt in die 3. Liga aufsteigt und nicht wie heuer die Relegation bestreiten muss.

(Korbinian Kothny)

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