Medizincheck steht noch aus

Reina: Darum holt der FC Bayern den Keeper

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Pepe Reina.

München - Mit dem Transfer des spanischen Keepers Pepe Reina sind die Transferbemühungen der Bayern angeblich beendet – die Unterschrift erfolgt nach dem noch ausstehenden Medizincheck.

Pep Guardiola ist es gewohnt, mit Lob überschüttet zu werden – egal, wo er hinkommt. Das war in Barcelona schon so, und es ist auch in München nicht anders. Einmal in der vergangenen Saison setzte sich der Trainer des FC Bayern zur Wehr, als er auf einer Pressekonferenz klar stellte: „Ich bin nicht Gott.“ Na gut. Aber zumindest ein „Geschenk Gottes“ sei der Spanier, sagte Karl-Heinz Rummenigge dieser Tage.

Es mag Nachteile haben, von der Fußball-Welt als übermenschlich angesehen zu werden, aber es hat mindestens genauso viele Vorteile. Guardiola weiß sie in München zu nutzen. Einer davon: Man hört auf ihn. Vor der vergangenen Saison forderte der damals neue Trainer: „Thiago – oder nichts.“ Er bekam seinen Wunschspieler. Auch in diesem Jahr wären die Bayern angesichts der zu erwartenden Probleme in der Post-WM-Saison bereit gewesen, „einen Spieler der Kategorie Thiago“ zu verpflichten. Aber Guardiola, das Geschenk Gottes, wollte das nicht. Er wollte: „Einen Torwart – und sonst nichts.“ Sein Wunsch war den Verantwortlichen des Double-Siegers Befehl.

José Manuel, genannt „Pepe“ Reina wird in den kommenden Tagen, wenn die Bayern wieder deutschen Boden unter den Füßen haben, in München erwartet. Das Bestehen des noch ausstehenden Medizinchecks vorausgesetzt, wird der 33-malige spanische Nationaltorhüter in München einen Vertrag bis 2017 unterzeichnen. Angeblich 3,2 Millionen Euro soll sich der Rekordmeister den Transfer des 31-Jährigen vom FC Liverpool kosten haben lassen. Ein Schnäppchen für einen Mann im besten Fußball-Alter, einen guten noch dazu, so heißt es.

Als „etabliert und sehr erfahren“ bezeichnete Rummenigge den Keeper, der nach Javi Martinez, Thiago und Juan Bernat bereits der vierte Spanier im Bayern-Kader sein wird. Auf seiner letzten Station als Leihspieler beim SSC Neapel kam er in der vergangenen Saison in der italienischen Serie A zu 30 Einsätzen, dazu spielte Reina fünf Partien in der Champions League. Tatsächlich verwundert es ein wenig, dass sich ein Spieler seiner Klasse freiwillig als Ersatz hinter Manuel Neuer (und womöglich in dieser Saison auch hinter Tom Starke) setzt. Unter anderem der FC Barcelona, der Jugendverein des Madrilenen, hatte noch im letzten Jahr Interesse am Welt- und zweimaligen Europameister.

Finanziell dürfte das Angebot der Bayern aber verlockend gewesen sein – und auch sportlich ist die Situation nicht ausweglos. Es ist kein Geheimnis, dass Guardiola die Situation zum Ende der vergangenen Spielzeit, als nach Verletzungen von Neuer und Starke der damals dritte Torhüter Lukas Raeder das Tor der Profis hüten musste, missfiel. Mit Reina im Kader hat der Coach nun die Möglichkeit, Neuer Ruhepausen zu gönnen, wenn er sie benötigt. Man kann durchaus davon ausgehen, dass der Spanier es hält wie zu seinen Barca-Zeiten – und zumindest im Pokal den Ersatzmann spielen lässt. Starke genoss dieses Privileg im letzten Jahr nicht.

Guardiola mag Reinas Spielweise, die der von Neuer in vielen Punkten ähnelt. Fußballerisch ist er stark, spielt den präzisen Pass lieber als den langen Abschlag. Er scheint zu den Bayern zu passen – aber ob auch er ein Geschenk Gottes ist?  

hls

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