Zieht der Offensivmann seine Klausel?

Rauball: Reus hat sich noch nicht entschieden

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Wo spielt Marco Reus in der kommenden Saison? Laut Reinhard Rauball wurde noch keine Entscheidung getroffen.

München - Borussia Dortmunds Präsident Reinhard Rauball gibt sich angesichts der Spekulationen um einen möglichen Wechsel von Marco Reus zu Bayern München gelassen.

Ablehnend hob Marco Reus die Hand und huschte aus der Arena zum Dortmunder Mannschaftsbus. Kein Kommentar nach der ärgerlichen 1:2-Pleite seiner Borussen beim FC Bayern. Weder über seine Leistung, seinen Führungstreffer oder die katastrophale Bundesliga-Bilanz des BVB noch zu den öffentlichen Spekulationen über einen Wechsel nach München zur neuen Saison. „Marco Reus setzt sich so ein, wie sich ein Spieler bei Borussia Dortmund für den Verein einsetzen muss“, sagte dafür BVB-Präsident Reinhard Rauball.

Der Clubchef hat die Hoffnung auf einen Verbleib des Mittelfeldstars noch nicht aufgegeben, wie er am Wochenende öffentlich betonte. „Meiner persönlichen Meinung nach ist da noch keine Entscheidung gefallen“, sagte Rauball im ZDF. Auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gibt sich weiter zuversichtlich. „Noch ist alles offen. Marco hängt an diesem Verein und dieser Stadt“, sagte er bei Sport1.

Im Verbalstreit mit dem FC Bayern verschärfte Watzke am Sonntag allerdings die Tonart. „Das ist auf der nach oben offenen Heuchel-Skala ein ganz hoher Wert“, kommentierte der BVB-Chef jüngste Aussagen von Karl-Heinz Rummenigge. Der Bayern-Vorstandschef hatte zuletzt erklärt, dass ein „junger deutscher Nationalspieler solcher Qualität für uns möglicherweise interessant“ sei, er aber „in Dortmund nicht für Unruhe sorgen“ wolle. Watzke reagierte darauf nun pikiert: „Es ist legitim, Marco Reus verpflichten zu wollen. Aber das muss man doch nicht permanent in die Öffentlichkeit tragen. Man kann das mit einem gewissen Niveau machen“, urteilte er.

Andere BVB-Offizielle zeigten sich ermüdet von Fragen nach der Zukunft von Führungsspieler Reus. „Da haben wir schon genug zu gesagt, es ist nur noch nervig“, schimpfte Sportchef Michael Zorc. Auch Dortmunds Trainer Jürgen Klopp schien große Mühe zu haben, die Contenance zu behalten. „Das Thema ist wirklich nicht mein Thema im Moment“, sagte er mit säuerlicher Miene im ZDF-„Sportstudio“. „Ich kann dazu überhaupt nichts sagen, weil ich es nicht weiß.“

Der 25 Jahre alte Reus steht beim BVB eigentlich noch bis zum Sommer 2017 unter Vertrag, könnte die Westfalen aber durch eine Ausstiegsklausel schon vorzeitig verlassen. Rummenigge hatte die Spekulationen um einen baldigen Transfer zum FC Bayern schon vor Monaten durch spitze Aussagen befeuert, zumindest am Samstag hielt er sich mit weiteren Stellungnahmen zurück.

„Wir müssen niemanden schwächen. Jeder Transfer hat exklusiv nur ein Ziel: Die Qualität unserer Mannschaft zu stärken“, schrieb Rummenigge vor der brisanten Bundesligapartie im vereinseigenen Bayern-Magazin. Angesprochen auf die Ausstiegsklausel von Reus erklärte Rummenigge: „Die ist bekannt. Mehr möchte ich aus Respekt zu unserem Gegner aktuell nicht sagen.“ FCB-Sportchef Matthias Sammer stellte bei Sky fest: „Marco Reus ist ein Spieler von Borussia Dortmund. Welche Gedankengänge wir haben, besprechen wir intern.“

Nach Mario Götze und Robert Lewandowski drohen die Dortmunder womöglich schon kommendes Jahr das nächste Juwel an die wirtschaftlich unbezwingbaren Bayern zu verlieren. Zumindest am Samstag trug Reus aber noch das schwarz-gelbe Dress und ließ die Borussen durch seinen Führungstreffer zwischenzeitlich auf den dritten Saisonsieg hoffen. Nach Abpfiff wirkte Reus so betreten wie alle BVB-Kicker - und schüttete sich noch auf dem Platz voller Enttäuschung eine halbe Flasche Wasser über den Kopf.

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dpa

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