Rensing: "Ich bete jeden Tag"

Rensing wird im Fünfmeterraum von Grafite angegangen – gegen Wolfsburg spielte der Torwart wieder fehlerfrei.
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Rensing wird im Fünfmeterraum von Grafite angegangen – gegen Wolfsburg spielte der Torwart wieder fehlerfrei.

Die Diskussionen verstummen. Die Rensing-Sprechchöre werden immer lauter.

Zwar kassierte der 24-Jährige nach den Zu-Null-Spielen gegen Karlsruhe und Florenz am Samstag zwei Gegentore, trotzdem zeigte der Torwart eine starke Partie. Gegen Wolfsburgs Santana parierte Rensing wieder einen Unhaltbaren. „Es wird immer besser, ich gewöhne mich an den Job, jede Woche zu spielen. Ich glaube auch, dass die Spieler auf mich hören“, erklärte der Keeper nach dem 4:2, „ich habe im Spiel den Tunnelblick. Unsere Arbeit trägt langsam Früchte – und ich trage meinen Teil dazu bei.“

Nach der scharfen Kritik zu Saisonbeginn ist Rensing inzwischen das stabilste Glied der immer noch wackligen Defensive. Der tz erklärt Bayerns Nummer eins, was ihm in den letzten Wochen Kraft gab. Rensing: „Ich bete täglich.“ Bei allen Diskussionen um seine Person gaben ihm diese Gespräche Halt: „Natürlich sind in manch schweren Zeiten die Gespräche anders. Daraus schöpfe ich Kraft. Dabei bin ich nicht der Einzige bei uns in der Mannschaft – es gibt auch noch andere Spieler, die sehr gläubig sind.“ Von den Brasilianern Zé Roberto und Lucio waren diese religiösen Bekenntnisse bekannt. Aber auch Rensing schöpft Kraft aus Gebeten.

Unsicherheit kam so auch nicht nach der Gegentor-Flut und den Patzern gegen Bremen und Bochum auf. „Ich habe nie an mir gezweifelt. Ich war nur genervt, dass wir nicht erfolgreich waren“, sagt Rensing: „Man muss halt auch sehen, dass ich die letzten eineinhalb Jahre wenig bis gar nicht gespielt habe. Das war schon sehr frustrierend. Du reißt dir im Training den Arsch auf, aber es bringt dir letztlich nichts, weil du die Erfahrungen im Spiel machen musst.“

Trotzdem gab Rensing in den Einheiten mehr Gas. „Ich habe in der Länderspielpause noch mehr, noch härter trainiert.“ Das macht sich nun scheinbar bezahlt – in den drei Spielen seitdem blieb Rensing fehlerlos.

Doch auch der Bayern-Torwart weiß, wie schnell die Diskussionen – und die Rufe nach seinem Vorgänger – zurückkehren. „Gerade nach der Ära Kahn wird natürlich genau auf dich geschaut, da gibt es Angriffspunkte. Da war es, als es am Anfang nicht gut lief, leicht, einen Schuldigen zu finden. Das hat mich genervt“, erklärt Rensing mit Blick auf den Titan, „ich hoffe, dass diese Vergleiche irgendwann aufhören und der Name Kahn nicht mehr zu oft fallen wird. Jeder sieht, dass eine neue Ära angefangen hat“. Der Rückendeckung des dreimaligen Welttorhüters ist sich Rensing sicher: „Ich weiß, dass er an mich glaubt und zu mir hält.“

Nicht nur Oliver Kahn, sondern auch die Anhänger hat Rensing auf seiner Seite – so laut wie am Samstag gegen Wolfsburg wurde sein Name in der Arena noch nie gerufen. „Das tut gut. Ich habe zu den Fans eine besondere Beziehung. Schon bei den Amateuren bin ich nach den Spielen immer in die Kurve gegangen“, schwärmt der Keeper, „das war auch eine überragende Zeit. Ich kannte die Amateur-Lieder alle auswendig.“ Die Fans von damals stehen noch immer hinter Rensing – nur schauen inzwischen rund 68 000 Zuschauer mehr bei den Auftritten des Torwarts zu…

jj, mv, ta

Quelle: tz

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