Sinan Kurt will sich empfehlen

Ribery schwärmt vom "Mini-Reus"

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Zieht gut mit: Sinan Kurt (l.) hat bei seinen neuen Kollegen Boateng, Müller, Schweinsteiger Eindruck hinterlassen.

Doha - Sinan Kurt war Bayern viel wert – das Talent will sich für ein Bundesliga-Debüt empfehlen.

Es ist gerade Mal rund 370 Tage her, da ließ Sinan Kurt über seine Facebook-Seite Folgendes verlauten: „Dieses Jahr wird mein Jahr, das kann ich euch versprechen! Ein Traum, ein Ziel: BUNDESLIGA!!!!“ Verglichen mit seiner Bilanz 2014 – nach dem Wechsel für rund 2,5 Millionen Euro von Gladbach zu den Bayern lief er kein Mal bei den Profis, einmal in der Regionalliga und ansonsten in den U 19 des Rekordmeisters auf – eine recht vorlaute Ankündigung.

„In einem halben Jahr schon viel gelernt“

In diesem Januar hat sich Sinan Kurt etwas zurückgehalten. Zum Jahreswechsel schrieb der 18-Jährige auf seinem Facebook-Account reichlich sachlich: „Zurück im Training“, „Neues Jahr, neues Ziel“, er sei „motiviert“ und „es wird angegriffen“. Man kann nach den ersten Eindrücken in Doha sagen, dass er sich auf dem Platz auch so verhält.

„Die Bedingungen sind geil, und es macht Spaß, mit dem Team zu arbeiten“, sagte der Offensivspieler. Es ist Kurts erstes Trainingslager mit dem A-Team, er will und kann sich „sehr viel abgucken und lernen“, findet er. Während Michael Eberwein und Marco Hingerl, die beiden anderen U 19-Spieler, die Pep Guardiola in den 26 Mann starken Tross für Doha berufen hat, die Übungen meist gemeinsam absolvieren, ist Kurt bereits mittendrin. Gut möglich, dass er auch im heutigen Testspiel gegen eine Auswahl der katarischen Liga, die vom ehemaligen Barcelona-Star Michael Laudrup trainiert wird, zu einem Einsatz kommt.

Das junge Talent zieht voll mit, selbst Torhüter Pepe Reina blickte sich im Training schon mal verstört um, als ihm ein wuchtiger Schuss von Kurt um die Ohren flog. „Sinan hat viel Qualität, hat einen guten linken Fuß. Er ist auch ein guter Typ. Er hat Potenzial“, sagt Franck Ribery, eines von Kurts Vorbildern aus der linken Außenbahn.

Es ist viel geredet worden, bevor Sinan Kurt im Sommer endlich zu seinem Wunsch-Klub wechseln durfte. Das Tauziehen dauerte lange, und die Bayern haben sich den Transfer des in Gladbach auch „Mini-Reus“ genannten Talents viel kosten lassen. Nun gilt Kurt als Exempel für die Neu-Ausrichtung der Jugendarbeit: Spieler früh holen, dann heranführen und unter Nestwärme reifen lassen.

Auch er selbst gibt als Grund für seinen unbedingten Wechselwunsch „die Aussicht, mit solchen Spielern zu trainieren“ als ausschlaggebend an: „Das Tempo ist etwas anderes als bei der U 19 – es ist Weltklasse. In dem halben Jahr beim FC Bayern habe ich schon viel gelernt.“ Dass „am Anfang vielleicht noch nicht so viel Spielzeit dabei rumkommt“, war ihm klar. Und trotzdem hofft er heuer darauf, „in der Bundesliga aufzulaufen und mein Debüt zu geben“.

Guardiola, in Barcelona als Förderer der Jugend bekannt, sagte in Doha über Kurt: „Er hat Qualität. Wenn wir ihn brauchen, kann er uns helfen.“ Der Coach ließ aber auch durchblicken, dass er einen kleinen Kader für besser erachtet. Schmerzhaft erfahren, dass manchmal ein Umweg über einen anderen Klub unumgänglich ist, mussten bereits Julian Green (im Vorjahr in Doha überragend) und zuletzt Pierre-Emile Hojbjerg.

Sinan Kurt war also gut beraten, seine Neujahrsansprache auf Facebook in diesem Jahr etwas vorsichtiger zu formulieren.  

hls

 

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