Was wird aus Hiddink?

Robben heizt die Gerüchteküche an

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Arjen Robben.

Amsterdam - Der WM-Dritte Niederlande hat 6:0 in der EM-Ausscheidung gegen Lettland gewonnen, Bondscoach Guus Hiddink bleibt also vorerst im Amt. Doch Arjen Robben heizt die Gerüchteküche an.

Das „herrliche Schauspiel“ in der Amsterdam-ArenA bewahrte Bondscoach Guus Hiddink noch einmal vor der Arbeitslosigkeit - ausgerechnet Matchwinner Arjen Robben aber heizte die Gerüchteküche kräftig an. „Ich weiß nicht, ob er im März noch auf der Bank sitzt“, sagte der Offensivstar von Bayern München dem niederländischen Fernsehen: „Ich kann nicht in seinen Kopf schauen. Es kann in beide Richtungen gehen.“

Mit 6:0 (3:0) hatte die niederländische Fußball-Nationalmannschaft die heillos überforderten Letten deklassiert, Robben (35./82.) und der Schalker Klaas-Jan Huntelaar (42./89.) doppelt getroffen. Weil sich zudem Kapitän Robin van Persie (6.) sowie Jeffrey Bruma (77.) in die Torschützenliste eintrugen, schrieb die Tageszeitung De Volkskrant von einem „herrlichen Schauspiel“.

Und dieses, stellten De Telegraaf und AD übereinstimmend fest, hatte dem arg in Bredouille geratenen Hiddink zumindest „ein wenig Luft verschafft“. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Der Schaden sei ja „noch nicht behoben“, und zudem ließen die Kommentare der Spieler und Trainer nach Einschätzung der Blätter jedenfalls „genug Raum für Spekulationen über die Zukunft“.

Niemand wolle „diesen Bondscoach verlieren“, äußerte van Persie. Der 31-Jährige stellte zudem klar, dass man ja „gerne mit Hiddink weitermachen möchte“. Gleichzeitig aber meinte der Trainer selbst ein wenig kryptisch, dass „ich mich nur mit diesem Tag beschäftige und im Dienst des Verbandes KNVB stehe“. Die Frage, ob er auch an Weihnachten noch für die Elftal verantwortlich zeichnen werde, ließ der 68-Jährige hingegen unbeantwortet.

Gerade mit dieser Frage sollten sich alle Beteiligten - primär Hiddink und Verbandspräsident Michael van Praag - in naher Zukunft intensivst beschäftigen. Zeit werden die beiden ohnehin haben, steht die nächste Partie laut Verbandsplan doch erst am 28. März 2015 an. Mit dem Heimspiel gegen die Türkei wird dann die EM-Quali fortgesetzt und Ausrutscher dürfen sich die Niederlande in Gruppe A keinesfalls mehr erlauben.

Die Bilanz von Hiddinks zweiter Amtszeit weist ohnehin schon jetzt erhebliche Makel auf. Sechs Spiele, vier Niederlagen - und die Siege wurden dabei auch nur gegen solche Fußball-„Größen“ wie Kasachstan oder jetzt eben Lettland eingefahren. Dass man in der EM-Quali weit hinter Tabellenführer Tschechien und sogar drei Zähler hinter Island liegt, spricht Bände und untermauert die weiterhin angespannte Situation.

Nach einem ersten Krisengipfel vor mehreren Wochen darf Hiddink nun aber erst einmal Luft holen. „Wir sind davon überzeugt“, hatte unlängst schon KNVB-Direktor Bert van Oostveen gesagt, „dass wir die nächsten Spiele gewinnen und wieder an die europäische Spitze zurückkehren werden.“

Dann, und zwar nur dann, dürfte Hiddink auch wieder in Ruhe arbeiten, auch wenn er nach dem Lettland-Spiel trotzig zu verstehen geben wollte: „Ich bin nie tot gewesen.“

sid

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