"Er gibt immer 100 Prozent"

Robben schwärmt von Tor-Debütant Rode

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Sebastian Rode (r.) beim Torjubel mit Bastian Schweinsteiger.

Sebastian Rode hat seine Chance genutzt und ein  Premieren-Tor geschossen. Gegenüber Shaqiri und Hojbjerg hat er große Vorteile. Arjen Robben schwärmt vom Mittelfeld-Fighter.

Xherdan Shaqiri hatte die Mütze ins Gesicht gezogen und sagte: Nichts. Pierre-Emile Hojbjerg band sich seine Trainingshose beim Weg aus dem Stadion noch mal neu, vermied den Blick zu den Reportern und sagte: Nichts. Sebastian Rode grinste bis über beide Ohren, als er aus den Katakomben der Allianz Arena geschlendert kam, und sagte: Viel. Es gab ja auch Einiges zu erzählen.

„So ein Tor, das ist doch immer gut“, sagte der Mann, der als einziger der möglichen drei Ersatzmänner für den verletzten Kapitän Philipp Lahm beim 4:0 gegen Hoffenheim immerhin 31 Minuten zum Zuge gekommen war – und seine Chance auch genutzt hatte. Das 4:0 nach feiner Vorarbeit von Rückkehrer Bastian Schweinsteiger sei zwar „kein spielentscheidender Treffer“ gewesen, stellte er fest: „Aber irgendwo muss man ja anfangen.“ Beinahe wäre Rode nach seinem ersten Liga-Tor für den neuen Arbeitgeber sogar noch das 5:0 gelungen. Sein Schuss von der Strafraumgrenze aber krachte an die Latte.

„Mich hat es heute wahnsinnig gefreut für Sebastian“, sagte Arjen Robben und sprach seinem Kollegen ein Kompliment aus: „Er spielt nicht viel, aber er gibt immer 100 Prozent. In jedem Training.“ Der Lohn, den Trainer Pep Guardiola ihm bisher für seinen Ehrgeiz gab, war jedoch überschaubar. Zwei Mal erst stand Rode in der laufenden Liga-Saison in der Startelf, dazu gab es bis zum Samstag vier Kurzeinsätze.

Natürlich hatte der 24-Jährige nach dem Ausfall von Lahm darauf gehofft, gegen Hoffenheim mal wieder von Beginn an spielen zu dürfen. Guardiola bevorzugte allerdings in der Abwehr eine Viererkette und brachte Medhi Benatia und Arjen Robben als frische Kräfte. „Es gilt“, sagte Rode, „weiterzuarbeiten und während der Einsatzzeiten Vollgas zu geben. Und dann hoffe ich, mal von Beginn an spielen zu dürfen.“

Man hatte schon am Tag vor dem Spiel in den Aussagen von Guardiola rausgehört, dass er ein großer Fan von Rode ist – und der ehemalige Frankfurter gegenüber den unzufriedenen Shaqiri und Hojbjerg Vorteile hat. Rode ist ein Musterprofi, er will die Chance, die er in München erhält, nutzen. Jeden Tag. „Ich komme immer mit einem Lächeln ins Training“, sagte er. Seine Rolle sieht er beim Rekordmeister wie folgt: „Ich bin Teil einer sehr, sehr, sehr, sehr guten Mannschaft. Da muss ich dazu beitragen, dass die Jungs aus der ersten Elf im Training Vollgas geben müssen.“

Bei Guardiola weiß man nie so recht – auch Jan Kirchhoff lobte er in dessen Anfangsmonaten stets und ließ ihn dann schnell nach Schalke ziehen –, aber es wirkt doch so, als schätze er Rode wirklich. In der Liga kann der lauf- und zweikampfstarke Mittelfeldspieler eine gute Alternative zu Lahm sein. „Er hat Erfahrung, er kann das“, sagte Guardiola. Der Kurz-Auftritt am Samstag gab ihm Recht.

Wenn morgen in Manchester die Champions League-Hymne erklingt, würde Rode am liebsten schon auf dem Platz stehen. „Das wäre ein geiler Moment“, sagte er, bevor auch er die Arena verließ. Ohne Mütze, mit fest gebundener Hose – und mit einer ganz anderen Körpersprache als Shaqiri und Hojbjerg.  

hls

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