Der Holländer mag die Bank nicht

Zwischen Ehrgeiz und Reservistenrolle: Robben bringt Unruhe ins Team

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Arjen Robben will spielen und nicht auf der Bank sitzen. 

Beim FC Bayern München läuft derzeit alles rund. Nur Arjen Robben ist mit seiner Reservistenrolle unzufrieden. Was bedeutet das für die Münchner - und für Robben?

München - Der FC Bayern ist fast schon sicher Deutscher Meister, in der Champions League stehen die Münchner mit einem Bein im Viertelfinale und auch im DFB-Pokal lief bisher alles nach Plan. Nun sind zur entscheidenden Phase der Saison alle Feldspieler fit. Eigentlich eine Situation aus der Kategorie „Was will man mehr?“. 

Jupp Heynckes hat nun vor den Partien die Qual der Wahl. Bekannt ist, dass der Coach im 4-3-3-System spielt. Am vergangenen Spieltag in der Bundesliga liefen als Dreierkette im Mittelfeld Thiago, Sebastian Rudy und Corentin Tolisso auf. Rudy und Tolisso müssen sich an ihre Ersatzrolle gewöhnen. Für die wichtigen Spiele, wie in der Champions League am Dienstag, sind Arturo Vidal und Javi Martinez die bevorzugten Spieler. Thiago sollte in Wolfsburg wieder in die Mannschaft finden, um auch für die wichtigen Spiele topfit zu sein. Wird also ein harter Kampf um die Plätze in der Startelf. 

In Wolfsburg in der Startelf, gegen Besiktas auf der Bank

In Wolfsburg durften Robben und Franck Ribéry ran. Beide mussten beim Spiel gegen Besiktas auf die Bank. James Rodriguez und Thomas Müller standen in der Champions League in der Startelf. Auch Kingsley Coman erhielt den Vorzug. Das war schon ein deutliches Signal von Jupp Heynckes.

Doch nicht nur die Bank haben Robbery gemeinsam, sondern auch die Vertragslaufzeit. Der Kontrakt der beiden läuft im Sommer aus. Ribéry, der schon im Winter eine Kampfansage machte hat und sich nicht weniger fit fühlt, als zu seinen besten Zeiten, würde gerne beim FCB bleiben. Robben will das auch. Doch der Niederländer zeigt seine Unzufriedenheit.

Robben ist mittlerweile 34 Jahre alt. Sein Ehrgeiz ist unverändert. Er mag es weder ausgewechselt zu werden, geschweige denn überhaupt auf der Bank zu sitzen. Doch genau dort musste er die ersten 44 Minuten des Champions-League-Achtelfinals verbringen. Dann wurde James verletzt ausgewechselt und der Linksfuß durfte rein.

Zu Robbens Aussage hagelt es Kritik

Robben war alles als zufrieden, nicht in der Startelf zu stehen. Am Mikrofon bei Sky sagte er: „Wenn ich ausspreche, was ich denke, meine Gefühle und alles, dann sitze ich morgen bei Karl-Heinz Rummenigge“. Da sprach der Ehrgeiz auch aus dem Holländer. Doch sollte er das nicht lieber unterlassen, so in der Öffentlichkeit zu reden? Gerade jetzt, da es bei den Münchnern glatt läuft, entfacht Robben eine Diskussion, die keine sein sollte. So sehen das auch Lothar Matthäus und Paul Breitner

Matthäus ordnete kurz nach dem Interview die Aussagen ein. Der Rekordnationalspieler sagte: „Natürlich kann er enttäuscht und traurig sein. Aber er soll die Entscheidung des Trainers akzeptieren. Das ist eigentlich respektlos gegenüber den anderen Spielern. Das hätte er sich sparen können.“ 

Robben, zukünftig nur Ergänzungsspieler?

Paul Breitner drückte sich auch deutlich aus: „Gerade erfahrene Spieler sind doch auch deswegen groß geworden, weil sie, egal wo, mit sehr guten Spielern um sich herum gespielt haben. Sie wissen, was notwendig ist, um beim FCB dauerhaft immer die Nummer eins sein zu können. Die können doch am besten einschätzen, dass irgendwann der Moment kommt, an dem sie nicht mehr die unangefochtene Nummer eins auf ihrer Position sind.“

Und genau da trifft Breitner den Punkt. Robbery sind mittlerweile nicht mehr unverzichtbar. Coman macht seine Sache überragend und der Kolumbianer James hat auch mehr als ansehnliche Leistungen gezeigt. Im Ehrgeiz Robbens könnte auch ein weiteres Problem mitschwingen. Sein Vertrag läuft aus und er will vorspielen, um zu zeigen, wie wertvoll er noch ist. 

Die Verträgverlängerung könnte auch noch einen weiteren Haken haben. Robben wird nicht jünger und die Münchner zeigen jetzt schon, dass sie ohne ihn gut auskommen. Welche Kompromisse ist der Holländer bereit einzugehen, wenn neue, junge und hungrige Spieler in den Startlöchern stehen? Im Juni läuft die Leihe von Serge Gnabry bei Hoffenheim aus. Im Sommer könnte auch der eine oder andere Neuzugang kommen. Und falls ein neuer Trainer vorgestellt wird - wie plant dieser mit der Nummer zehn? 

Für Jupp Heynckes ist der Standpunkt klar. „Ich mache das, was ich für richtig finde. Das muss auch jeder akzeptieren. Punkt!“, sagte der Trainer. Sollte sich niemand ernsthaft verletzen, könnte sich Robben noch in dem einen oder anderen Spiel auf der Bank wieder finden. Ob er will oder nicht. 

AnK

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