Costa und Coman als Nachfolger?

Ära "Robbery": Bayern und der "gute Übergang"

Piräus - Franck Ribéry und Arjen Robben sind mal wieder verletzt, doch der FC Bayern hat die Weichen für die Zeit nach den beiden Superstars längst gestellt.

Arjen Robben will von einem schleichenden Abschied der einst besten Flügelzange der Welt nichts wissen. Klar, sagte der Superstar dieser Tage, Bayern München müsse sich für die Jahre nach „Robbery“ rüsten, aber: „Bis zur Post-Zeit dauert es hoffentlich noch ein bisschen.“

Derzeit erleben die Fans des deutschen Fußball-Rekordmeisters aber bereits einen Vorgeschmack auf die Zukunft. Robben und sein kongenialer Partner Franck Ribery sind mal wieder verletzt, den Auftakt zur Champions League am Mittwoch bei Olympiakos Piräus erlebten beide zu Hause auf dem Sofa. Von dort durften sie zuschauen, wie sich ihr Klub für eine neue Flügel-Ära rüstet.

Auf der linken Seite, Riberys Seite, ist derzeit Neuzugang Douglas Costa (25) gesetzt. Der 30 Millionen Euro teure Mann Zugang von Schachtjor Donezk, der auf Vorschlag von Trainer Pep Guardiola kam, erwies sich bislang als echter Glücksgriff.

Auf der rechten Seite, Robbens Seite, gibt es (noch) keine Ideallösung. Thomas Müller sieht Guardiola als Mittelstürmer. „Ich denke, er muss näher am Strafraum leben“, sagte der Katalane vor wenigen Tagen. Auch Mario Götze sei „kein Außenspieler“, betonte er. Deshalb haben sie kurz vor Transferschluss das Ausnahmetalent Kingsley Coman (19) verpflichtet, das nach seiner forschen Ansage („ich mache den Unterschied“) beim Debüt gegen den FC Augsburg zumindest gute Ansätze zeigte.

Es sei „klare Denkweise“ des Klubs, Außenspieler zu haben„, sagte Sportvorstand Matthias Sammer, "wir brauchen Alternativen.“ Zu Ribery (32), zu Robben (31). Deren Verträge enden 2017 - dann kann der FC Bayern den bislang ausgeliehenen Coman von Juventus Turin fest verpflichten. Sammer betonte bei der Vorstellung des Franzosen in der vergangenen Woche, wie wichtig es sei, „einen guten Übergang“ in die Ära nach „Robbery“ zu schaffen.

Die Bayern-Routiniers auf den FCB-Außenbahnen: Arjen Robben (31) und Franck Ribéry (32).

Dasist eine Lehre vor allem aus der vergangenen Saison, als die Münchner ohne das verletzte Duo in DFB-Pokal und Königsklasse jeweils im Halbfinale scheiterten. Selbst Robben und Ribery sehen die Notwendigkeit, für Ersatz zu sorgen. Sie wissen: Auf kaum einer anderen Position im modernen Hochgeschwindigkeitsfußball ist der Verschleiß so hoch wie auf den Außenbahnen. „Es ist immer gut, wenn man in die Zukunft schaut. Irgendwann wird es weniger“, sagte Robben, fügte aber bestimmt an: „Bei mir ist es noch nicht so weit.“

Robben dürfte seine Adduktorenprobleme in zwei bis drei Wochen auskuriert haben; und auch bei Ribery hofft der FC Bayern mal wieder auf eine baldige Rückkehr. „Er ist wieder auf dem Weg der Besserung“, sagte Karl-Heinz Rummenigge vor dem Abflug nach Athen. Der Vorstandsvorsitzende geht davon aus, dass der Publikumsliebling, der seit dem 11. März nicht mehr gespielt hat, noch 2015 sein Comeback geben wird.

Wenn es soweit ist, „wenn ich keine Verletzung habe, hundert Prozent fit bin, dann kann kommen, wer will“, betonte der Franzose zuletzt. Costa hin, Coman her: die Platzhirsche sind noch immer Ribery und Robben. Noch.

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SID

Rubriklistenbild: © dpa

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