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Ex-Profi rechtfertigt Lewandowski-Wut auf FC Bayern: „Ein bisschen verarscht“

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Von: Michelle Brey

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Robert Lewandowski will den FC Bayern unbedingt verlassen.
Robert Lewandowski will den FC Bayern unbedingt verlassen. © Frank Hoermann/Sven Simon/imago

Die Causa Robert Lewandowski sorgt für großen Wirbel. Während mancher FC-Bayern-Fan Unverständnis zeigt, kann ein Landsmann den Polen verstehen.

München - Es ist seit Wochen das Thema schlechthin: Wie geht es weiter mit Robert Lewandowski und dem FC Bayern München? Der Topscorer will den Rekordmeister unbedingt verlassen, das machte er mehrere Male unmissverständlich klar. Auch sein Wunschziel steht fest: der FC Barcelona. Es ist eine festgefahrene Situation: Lewandowski will weg, doch die Bosse des FC Bayern um Hasan Salihamidzic verharren auf ihrem Wechselveto. Schließlich hat der Pole noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023.

Robert Lewandowski
Geboren: 21. August 1988 (Alter: 33 Jahre), Warschau, Polen
Position: Mittelstürmer
Vertrag beim FC Bayern München bis: 30. Juni 2023
Marktwert: 50 Millionen

Robert Lewandowski: Landsmann von Wechseltheater genervt und dennoch mit „Verständnis“

Das Wechseltheater sorgt nicht zuletzt bei einigen Fans des Rekordmeisters für Unverständnis. Einer, der den Polen hingegen verstehen kann, ist Landsmann Tomasz Waldoch. Der 51-Jährige stand selbst als Profi unter anderem beim FC Schalke und dem VfL Bochum unter Vertrag. In der Bundesliga kam er auf 249 Einsätze.

„Die ganze Situation läuft jetzt schon einige Wochen, und langsam nervt es“, sagte Waldoch zu der Situation um Lewandowski und den FC Bayern gegenüber Sport1. Lewandowski sei ein „Topstürmer“ und „ein großer Name, nicht nur in der Bundesliga“. „Ich habe auch Verständnis für Robert. Es ist legitim, dass er etwas Neues machen will“, sprang er Lewandowski zur Seite. Der 33-Jährige trägt seit der Saison 2014/15 das Trikot der Münchner. In 374 Spielen erzielte der Pole 344 Tore und gab 44 Assists. Er gewann einmal die Champions League, wurde achtmal in Folge deutscher Meister und dreimal Pokalsieger mit dem FC Bayern.

Ich habe Verständnis für Robert. Es ist legitim, dass er etwas Neues machen will.

Thomasz Waldoch, ehemaliger Fußballprofi, gegenüber Sport1

Wechseltheater um Lewandowski: Landsmann springt ihm zur Seite - mit hinkendem Vergleich

Waldoch könne sich gut in Lewandowski hineinversetzen, heißt es in dem Sport1-Bericht. Der heute 51-Jährige hatte einst noch einen gültigen Vertrag beim VfL Bochum, als dieser in die 2. Bundesliga abstieg. „Ich wollte auch eine neue Herausforderung und wollte natürlich weiter für die polnische Nationalmannschaft spielen“, sagte er und fuhr fort, „Der Nationaltrainer konnte damals nur Spieler aus der Bundesliga einladen.“

Deshalb habe er den Verein verlassen wollen. Es ist eine Parallele, die sich wohl dennoch nur schwer auf Lewandowskis Situation übertragen lässt. Schließlich ist der FC Bayern München meilenweit von einem möglichen Abstieg in die Zweitklassigkeit entfernt, noch ist der Einsatz Lewandowskis in der polnischen Nationalmannschaft gefährdet.

Lewandowski fühle sich vom FC Bayern „ein bisschen verarscht“

Waldoch wolle den Topscorer „gar nicht in Schutz nehmen“, sondern „einfach nur die Situation fair bewerten“. Er führte aus: „Wenn Robert tatsächlich erfahren hat, dass die Bayern-Bosse mit Erling Haaland gesprochen haben, ihm aber gesagt wurde, dass es kein Interesse gibt, dann darf Robert zu Recht sauer sein.“ Interesse hatte der Rekordmeister allemal an dem Norweger, der für Ligakonkurrent Borussia Dortmund spielte, gezeigt. Sie wollten ihn als Lewandowski-Nachfolger verpflichten, wie FCB-Präsident Herbert Hainer zugab. Bis zuletzt hofften die Münchner offenbar auf einen Transfer. Doch Haaland entschied sich für Manchester City.

Lewandowski fühle „sich ein bisschen verarscht“, was wiederum ursächlich für „seine deutlichen Worte in Richtung Bayern“ sei, so Waldoch gegenüber Sport1. Nicht zuletzt hatten Lewandowski und sein Berater Pini Zahavi den Wechselwunsch immer wieder betont. „Für Robert Lewandowski ist der FC Bayern Geschichte“, so Zahavi. Auch Lewandowski wählte drastische Worte: „Etwas in mir ist gestorben.“ Er wolle „mehr Emotionen“.

Mit dem FC Bayern habe er alles erreicht, Lewandowski gehe es nicht um das Geld, will Waldoch wissen. Der 51-Jährige selbst wünscht sich dennoch einen Verbleib seines Landsmanns in der Bundesliga. Dass die Zeichen allerdings mehr als deutlich auf Abschied stehen, bewies nicht zuletzt, dass der Topstürmer im Falle eines Wechsels zu Barcelona einen Teil der Ablösesumme selbst zahlen würde. Ob die Münchner ihm tatsächlich nachgeben, bleibt jedoch fraglich. (mbr)

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