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Robert Lewandowski verkaufen? Der FC Bayern hat keine Wahl – und ein hausgemachtes Problem

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Von: Patrick Mayer

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Torjäger des FC Bayern: Robert Lewandowski.
Torjäger des FC Bayern: Robert Lewandowski. © IMAGO / Revierfoto

Robert Lewandowski möchte den FC Bayern verlassen. Herbert Hainer sprach in der tz ein Machtwort. Aber: Die Münchner sind nicht nur spät dran. Offenbar gibt es auch keinen Plan B.

München - Es ist die Personalie schlechthin in Fußball-Deutschland: Bleibt er ein „Roter“ oder nicht? „Robert Lewandowski hat beim FC Bayern einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023. Und den wird er erfüllen“, stellte Herbert Hainer zwar im Gespräch mit der tz klar. Die Ansage dahinter: Der Rekordmeister will seinen Torjäger auf keinen Fall ziehen lassen.

Koste es, was es wolle. Doch: Diese Klarheit hätte es an der Säbener Straße in München deutlich früher gebraucht. Jetzt stehen die Bayern vor einem hausgemachten Problem. Denn Lewandowski will seinen bis Sommer 2023 laufenden Vertrag trotzdem nicht verlängern. Er will weg. Nach acht Jahren, in denen er geliefert hat, wie kein Zweiter. So hätte sich der 33-Jährige einen Abschied nach seinen Vorstellungen verdient.

Robert Lewandowski will Vertrag wohl nicht verlängern - FC Bayern wirkt überrumpelt

Jetzt steht der Bundesliga-Gigant vor einem Dilemma. Auch, wenn FCB-Ehrenpräsident Uli Hoeneß stattdessen lieber in den Modus Attacke umschaltet und auf andere zeigt. Dabei wussten sie längst, dass sich ihr Superstürmer nochmal neu beweisen will. Woanders.

Überliefert ist: Mehrmals wollte der polnische Torgarant früher ins Ausland. Lange hieß der Wunschverein Real Madrid, wie sein Ex-Berater Maik Barthel kürzlich freimütig erzählte. Nun soll es der FC Barcelona sein. Madrid oder Barcelona? Hauptsache Spanien!

tz.de-Autor Patrick Mayer kommentiert den Transferpoker um Robert Lewandowski beim FC Bayern.
tz.de-Autor Patrick Mayer kommentiert den Transferpoker um Robert Lewandowski beim FC Bayern. © pm

FC Bayern: Gibt es keinen Plan B zu Robert Lewandowski?

Sportvorstand Hasan Salihamidzic macht in dieser Gemengelage öffentlich einen unsicheren Eindruck. Laut Bild traf er sich mit dem Berater von Sadio Mané (FC Liverpool). Der 30-jährige Senegalese wäre wohl die einzige (Halbwegs-) Alternative zu Lewandowski. Ob Mané die Merseyside verlassen würde, ist aber äußerst fraglich. Es wirkt, als habe der FC Bayern keinen Plan B.

Zur Verteidigung sei aufgeführt: Stürmer dieser Qualität gibt es auf der Welt eine Hand voll. Während Karim Benzema mit 34 Jahren bei Real Madrid in der Form seines Lebens ist, wechselt Erling Haaland von Borussia Dortmund zu Manchester City. Auch ihn zieht es nicht nach München.

Süle, Alaba - und auch Lewandowski? Der FC Bayern kann nicht mehr alle Stars halten

Und der FC Bayern? Früher gab der Klub den Zeitrahmen für eine Zusammenarbeit vor. Jetzt grübelt die Chefetage kollektiv darüber, wie sie Lewandowski mittel- vielleicht aber sogar kurzfristig ersetzen kann. Wenn das überhaupt möglich ist. Es ist bereits Mitte Mai, andere Vereine sind in ihren Planungen schon viel weiter. 35 bis 40 Millionen Euro Ablöse würden die Münchner bei einem Verkauf in diesem Sommer noch bekommen, heißt es.

Doch es bleibt ihnen keine andere Wahl. Die Bayern müssen das Risiko eingehen, nach David Alaba (Real Madrid), Niklas Süle (BVB) und Corentin Tolisso (unbekannt) einen weiteren Spieler ablösefrei zu verlieren. Lewandowski ist geradezu unersetzlich.

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Egal, um welchen Preis: Der FC Bayern sollte Robert Lewandowski besser nicht verkaufen

Die Münchner verdienen erheblich an ihm - in jedem Spiel. Die eingebüßte Ablöse stünde in keinem Verhältnis zu dem Betrag, den es für (kaum adäquaten) Ersatz bräuchte. Gepaart mit dem Risiko, Ziele noch deutlicher zu verfehlen, als es bereits in dieser Saison der Fall war. Der FC Bayern hat keine andere Wahl: Der Rekordmeister sollte diesmal besser auf eine Ablöse verzichten. (pm)

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