"Lieber in der Champions League"

Torjägerkanone? Müller neckt Lewandowski

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Geht es nach Thomas Müller, holt sich Robert Lewandowski lieber die Torjägerkanone in der Champions League.

München - Robert Lewandowski hat seit der Winterpause einen Lauf bei den Bayern. Die angepeilte Torjägerkanone in der Bundesliga soll er laut Thomas Müller zwar nicht haben, dafür aber in der Champions League. 

Über sein schönstes Tor für den FC Bayern mochte Robert Lewandowski keine großen Worte verlieren. „Tor ist Tor, egal wie und wann“, bemerkte der Pole nur, dem beim 3:0 gegen Eintracht Frankfurt ein wundervoller Volleytreffer gelungen war, auch wenn er dabei hauchdünn im Abseits stand. Für einen Vollblutstürmer wie Lewandowski zählt vor allem die Torquote, und die passt jetzt auch in München: 25 Spiele, 16 Tore. Der 26 Jahre alte Angreifer trifft nach einiger Anlaufzeit mittlerweile auch im Bayern-Trikot am Fließband - wie früher im schwarz-gelben Dortmunder Dress.

Pünktlich zu den großen Spielen in Europa und im richtigen Moment angesichts der extremen personellen Engpässe der Münchner läuft Lewandowski zur Hochform auf. „Ich bin zufrieden und muss einfach so weitertreffen“, äußerte der gefeierte Doppeltorschütze am Samstag.

Lewandowski war der Hauptdarsteller eines Spiels, in dem den Bayern das Siegen nur drei Tage nach dem Pokal-Kraftakt von Leverkusen erstaunlich leicht gemacht wurde. „Wir haben kein Zutrauen gehabt, um den Gegner zu fordern“, gestand Eintracht-Coach Thomas Schaaf.

Pep Guardiola freute sich vor allem über keine weiteren verletzten Akteure. Der Bayern-Coach war „sehr stolz“ auf seine geschlauchten Spieler und bemerkte erfreut zum Meisterschafts-Countdown: „Wir brauchen noch drei Siege, um unseren Titel zu verteidigen.“

Seit Samstagabend kreisen alle Gedanken aber um den FC Porto. Und pünktlich zum Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League am Mittwoch in Portugal tritt Lewandowski aus dem übergroßen Schatten der kaum ersetzbaren Einzelkönner Arjen Robben und Franck Ribéry heraus. „In der entscheidenden Phase haben wir den bestmöglichen Lewandowski. Das ist wichtig“, rühmte Guardiola den Mittelstürmer.

Neun Tore hat der Pole in den letzten acht Bundesliga-Partien erzielt. Der Torschützenkönig der Vorsaison liegt nur noch drei Treffer hinter dem führenden, aber verletzten Frankfurter Alexander Meier (19 Tore). „Robert hat eine gute Quote in der Rückrunde. Wir sind sehr zufrieden mit ihm. Das ist ein guter Transfer für uns gewesen“, kommentierte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge.

Das 1:0 gegen Frankfurt riss die 75 000 Zuschauer in der Münchner Arena förmlich von den Sitzen. Ein Lupfer über den Gegenspieler, dann ein krachender Volleyschuss ins lange Eck - grandios (15. Minute). Beim 2:0 staubte der Pole mit dem Kopf ab (66.). „Es wäre cool, wenn ich mindestens 20 Tore schießen würde“, bemerkte Lewandowski zum Liga-Endspurt und dem Kampf um die Torjäger-Kanone.

Thomas Müller, der das 3:0 beisteuerte (82.), würde sich jedoch noch weitaus mehr über Lewandowski-Tore auf Europas Fußballfeldern freuen. „Er soll lieber die Champions-League-Torjägerkanone holen, dann sähe es auch da gut für uns aus.“ Drei Treffer stehen für Lewandowski im laufenden Wettbewerb bislang zu Buche, eine ausbaufähige Quote.

Bayern schlägt Frankfurt - Einmal die 1, siebenmal die 2

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In Porto könnte Ribéry nach seiner Fußverletzung wieder als Joker zur Verfügung stehen. Auch auf eine Rückkehr von Bastian Schweinsteiger hoffen die Bayern. „Das wären zwei wichtige Stützen“, bemerkte Rummenigge. Nach einem freien Sonntag zur Regeneration reist Guardiola schon am Montag mit seinem Rumpfkader nach Portugal. An Bord werden dann auch wieder Torwart Manuel Neuer und Abwehrchef Jérôme Boateng sein, die sich gegen Frankfurt erholen durften.

„Wir haben eine sehr gute Mentalität“, rühmte Kapitän Philipp Lahm das eigene, vom Verletzungspech gebeutelte Team. Gegen Frankfurt verblüffte Guardiola sogar mit Rafinha als Innenverteidiger. Mit den lange verletzten Lahm und Thiago, der an seinem 24. Geburtstag sein Startelf-Comeback nach mehr als einem Jahr feierte („das beste Geschenk war der Sieg“), erhält das Bayern-Spiel wieder mehr Struktur, Stabilität und Kreativität. „Wie lange die Mannschaft das Pensum durchhält, wird man sehen“, sagte Lahm. Aber mit Blick auf die anstehende Aufgabe in Porto gab der Kapitän eine klare Marschroute aus: „Wenn man ins Finale will, muss man den Gegner ausschalten.“

dpa

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