So stark wie Englands Klubs

Völler: FC Bayern ist uneinholbar

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Für die Leverkusener ist die Champions-League-Qualifikation laut Rudi Völler wie ein Titelgewinn.

München - Leverkusens Sportchef Rudi Völler sieht den FC Bayern in der Bundesliga schon uneinholbar. Bei all der Diskussion um die Finanzkraft der englischen Klubs verweist er auch auf den FC Bayern - und die immer weiter auseinanderklaffende Schere.

Der Kampf um die Bundesliga-Spitzenplätze wird nach Ansicht von Rudi Völler künftig noch härter. "Es wird immer schwieriger, sich in der Gruppe hinter den Bayern zu behaupten. Ganz zu schweigen davon, sie zu überholen", sagte der Sportdirektor von Bayer Leverkusen dem Kicker. "Wir haben in den vergangenen fünf Jahren viermal die Champions-League-Qualifikation geschafft. Aber wer denkt, das sei eine Selbstverständlichkeit, der irrt sich gewaltig."

Bei der Debatte um die gigantischen TV-Gelder, die die Klubs in England mittlerweile kassieren, glaubt er, dass die Bundesliga das zu spüren bekommen werde. "Wenn ich auch hoffe - bei allem Respekt vor den englischen Klubs ab Tabellenplatz zehn -, dass die Top-Spieler aus Deutschland nicht unbedingt hinwollen", so der 55-Jährige. Aber so weit müsse er gar nicht schauen, ergänzte er mit Blick auf den deutschen Rekordmeister: "Der FC Bayern ist durch cleveres Management in der Lage, mit den englischen Top-Vereinen wirtschaftlich mitzuhalten. Die Münchner können mittlerweile auch einen Stammhüter eines anderen Vereins dazu überzeugen, als Nummer 2 zu kommen." Das ist aktuell beim Ex-Stuttgarter Sven Ulreich der Fall - wie auch schon zuvor bei Pepe Reina. "Die gehen nicht dahin, weil sie ein neues Abenteuer erleben wollen oder im Pokal bis zum Viertelfinale spielen dürfen. Diese wirtschaftliche Kraft, einen Spieler zu holen, damit er nicht spielt, die ist gigantisch. Nicht dass wir uns falsch verstehen: Ich habe Verständnis für die Bayern und für den Spieler. Aber gerade dieses Beispiel zeigt, wie weit die Schere auseinanderklafft."

Nicht nur allein aufgrund dieser Tatsache sei für den Leverkusener Sportchef das Erreichen der Champions League "mittlerweile wie ein Titel", meinte Völler. "Du kriegst zwar keine Schale und keinen Wimpel. Aber du bist dabei." Die Erfüllung der Träume des Fußball-Werksklubs wäre aber "der Pokalsieg und dazu die direkte Qualifikation für die Champions League".

Begeistert ist der frühere Nationalstürmer über den modernen, immer schneller gewordenen heutigen Fußball, der allerdings die Profis bis an die Grenzen der Belastbarkeit fordere. "Die Spieler sind noch fitter, aber auch zerbrechlicher", sagte Völler. "Es gibt permanent Blutuntersuchungen, physiologische Tests, tägliches Vergleichen der Körperwerte. Das sind Maschinen, die jeden Tag geölt werden müssen."

dpa/mg

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