Nach Aufstieg des TSV 1860

Rückkehr zur Normalität: Kleine Bayern sind wieder die Hauptattraktion

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Jubel des Abwehrstrategen Nicolas Feldhahn beim 2:0-Sieg von Bayern II gegen Eichstätt im Februar. Wird er beim heutigen Aufeinandertreffen der Teams zur Eröffnung der Regionalligasaison auch wieder auf Torjagd gehen? 

Die Party ist vorbei, der Alltag kehrt zurück. Nein, die Rede ist hier nicht von der deutschen WM-Party, die schon seit zwei Wochen vorüber ist.

Noch vor dem sonntäglichen Endspiel um die WM-Krone startet die Regionalliga Bayern bereits am heutigen Abend (18.45 Uhr, Sport1 überträgt live) in ihre neue Spielzeit, mit dem Gastspiel des FC Bayern IIbeim VfB Eichstätt wird die Saison offiziell eröffnet. Allerdings ist die bayerische Premiumklasse um ihre größte Attraktion beraubt. Durch den Drittliga-Aufstieg des TSV 1860 kehrt nun wieder Normalität ein in die höchste Spielklasse des Freistaats.

Mit einem Zuschauerschnitt von fast 1500 erreichte die seit 2012 eigenständige bayerische Regionalliga ihre bisherige Höchstmarke, alleine den Heimspielen der Löwen wohnten im Schnitt knapp 12 000 Besucher bei. Vor allem bei seinen Auswärtsspielen aber wurde der Giesinger Traditionsverein zum großen Publikumsmagneten. Einige Klubs füllten ihre Kassen an nur einem einzigen Tag – jenem, an dem 1860 zu Gast war – üppiger als sonst über ein ganzes Spieljahr. Der FC Pipinsried etwa baute seine beschauliche „NAT-Arena“, mit 2500 Plätzen in der 800-Seelen-Gemeinde im Dachauer Hinterland ohnehin etwas überdimensioniert, zum Besuch der Löwen auf eine Kapazität von 7000 Plätzen aus. Zwar wurde die Begegnung mit 0:3 verloren, die Münchner aber bejubelten mit diesen drei Punkten die Meisterschaft, ihre Fans verwandelten das idyllische Pipinsried am 5. Mai zur größten Partyzone des Landes, und der Schatzmeister des FCP durfte sich über den größten Zahltag der Vereinshistorie freuen.

Wie schon vor dem einjährigen 1860-Gastspiel gilt nun wieder die U23 des FC Bayern als größte Attraktion der Liga. Doch auch die Reserve des Rekordmeisters möchte die bayerische Regionalliga möglichst schon im kommenden Frühjahr in Richtung 3. Liga verlassen. „Wir wollen hoch“, verlautbarte Nachwuchsleiter Jochen Sauer bereits zu Beginn der Vorbereitung, auch der neue Trainer Holger Seitz macht keinen Hehl aus seinen Ambitionen: „Sowohl als Spieler als auch als Trainer habe ich mir immer den maximalen Erfolg als Ziel gesteckt. Bei der Qualität unserer Mannschaft geht es somit darum, am Ende der Saison die Meisterschaft einzufahren.“ Mit dem 28-jährigen ehemaligen Hachinger Maximilian Welzmüller, der vom VfR Aalen kam, wurde der junge Kader durch einen dritten Routinier nach Abwehrstratege Nicolas Feldhahn, 31, und Angreifer Kwasi Okyere Wriedt, 24, ergänzt. Doch auch mit etlichen Vertragsverlängerungen, insbesondere jene von Rohdiamant Adrian Fein, demonstrierte der Rekordmeister, dass es ihm ernst ist mit einer Rückkehr in die 3. Liga, aus der man 2011 abgestiegen war. Als größter Konkurrent wird der 1. FC Schweinfurt 05 gehandelt, der sich vor einem Jahr zum Vollprofitum bekannte, am TSV 1860 jedoch nicht vorbeikam.

Die beste Saison der Vereinsgeschichte hat indes der VfR Garchinghinter sich. Platz vier wird kaum zu wiederholen sein, Trainer Daniel Weber wurde prompt zum „Trainer des Jahres“ gekürt. Der 45-Jährige geht bereits in seine zwölfte Saison beim VfR, einst hatte er den Klub in der Bezirksliga übernommen. Mittlerweile sind die Ansprüche gewachsen. Vor der dritten Regionalliga-Spielzeit in Folge verkündete Weber, dass er „nicht jedes Jahr gegen den Abstieg spielen“ wolle, der Verein sei „inzwischen in der Liga etabliert“.

Ein Wiedersehen gibt es hingegen mit dem SV Heimstetten. Als Gründungsmitglied hatte der SVH die Debütsaison der Regionalliga Bayern (2012/13) auf Platz fünf abgeschlossen, zuletzt aber drei Jahre in der Bayernliga zubringen müssen. Dort ließ man der Konkurrenz in der letzten Saison mit 93 erzielten Treffern keine Chance, der Abgang von Top-Torjäger Sebastiano Nappo (28 Saisontore) soll mit Rückkehrer Marcel-Pascal Ebeling, der zuletzt bei Landesligist SV Türkgücü-Ataspor unter Vertrag war, aufgefangen werden. Der junge Trainer Christoph Schmitt, 32, steht dabei vor seiner ersten Spielzeit in der Viertklassigkeit. Nicht für jeden also ist die Party vorbei.

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