Rummenigge präsentiert Zahlen bei Treffen

"Das entspricht nicht der sportlichen Bedeutung des FC Bayern"

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Karl-Heinz Rummenigge.

München - Das Konfliktpotenzial vor der Versammlung der 36 Erst- und Zweitligisten am Mittwoch in Frankfurt/Main war groß. Seinen Standpunkt untermauerte Bayern-Boss Rummenigge mit Zahlen.

St. Pauli hatte den Antrag gestellt, die „Werksklubs“ zukünftig nicht mehr wie bisher an den TV-Erlösen zu beteiligen. Der FC Bayern hatte daraufhin mit dem Aus der Zentralvermarktung gedroht. Doch am Ende siegte die Vernunft und die Solidarität. Die Zentralvermarktung bleibt, der Verteilungsschlüssel auch – noch…

St. Pauli hatte seinen Antrag bereits vor der Sitzung zurückgezogen. „Wir haben leider festgestellt, dass die Solidarität zwischen erster und zweiter Liga auf dem Spiel steht“, sagte Pauli-Manager Andreas Rettig. „Unsere einzige Motivation war die Stärkung der 50+1-Regel. Das ist ein hohes Gut. Deshalb kämpfen wir auch weiter dafür“, betonte Rettig. KSC-Präsident Ingo Wellenreuther begrüßte den Rückzug des Pauli-Antrages: „Das war ein guter Tag für die zweite Liga.“

Zur Erklärung: Bei der Zentralvermarktung der Medienrechte verhandelt einer für alle Vereine – bei der Bundesliga ist das die DFL. Sie kassiert das Geld von Sky, ARD & Co., um es an die Klubs zu verteilen. Bei der Einzelvermarktung würde jeder Verein alleine verhandeln und kassieren. Der FC Bayern hat in der abgelaufenen Saison aus der nationalen Zentralvermarktung 50,605 Millionen Euro erhalten. Branchenkenner schätzen, dass der Rekordmeister pro Jahr 200 Millionen Euro kassieren könnte, wenn er seine Medienrechte individuell aushandeln könnte.

Auch Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat diese Summe genannt. Er hatte auf der Mitgliederversammlung eine internationale Einnahmetabelle („nationale und internationale Medienrechte“) für die Saison 2016/17 präsentiert, die den FC Bayern mit 73 Millionen Euro auf Platz 26 listet. „Das kann nicht der Anspruch sein und entspricht nicht der sportlichen Bedeutung des FC Bayern in Deutschland und Europa“, so Rummenigge. Spitzenreiter ist ManUnited (210 Millionen) vor ManCity (205) und Arsenal (200). Das Bieten um einen neuen nationalen TV-Vertrag beginnt im April 2016, die Vertragslaufzeit ab 2017/2018. Ab dann können die 36 Klubs ihre Trikotärmel selbst vermarkten. Der Hermes-Vertrag läuft aus.

Nach der DFL-Mitgliederversammlung sagte der DFB-Präsidentschaftsanwärter Reinhard Grindel, dass die WM-Affäre 2006 die Aufklärer länger beschäftigen wird als angenommen. „Ich rechne frühestens im Februar mit dem Bericht von Freshfields“, sagte der Niedersachse. Die Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer untersucht derzeit die Vorgänge um die WM-Vergabe. Zu seinen Ambitionen in Richtung DFB-Spitze sagte Grindel am Mittwoch: „Erst kommen die Sachfragen, dann die Personalfragen.“

tz

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