Bayern-Präsident knallhart

Rummenigge erklärt: Dieses Problem hat Uli Hoeneß wirklich mit Mesut Özil

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Nun äußert sich Karl-Heinz Rummenigge (links) zur Attacke von Uli Hoeneß auf Mesut Özil.

Uli Hoeneß hat knallhart mit Mesut Özil abgerechnet. Nun erklärt Karl-Heinz Rummenigge, welches Problem Hoeneß wirklich mit Özil hat.

Update vom 25. Juli 2018: Warum ist Uli Hoeneß so hart mit Mesut Özil ins Gericht gegangen? Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsboss des FC Bayern München, hat sich nun zu der Attacke seines Präsidenten geäußert. Am Rande der aktuellen USA-Tour der Bayern (“Audi Summer Tour 2018“) erklärte Rummenigge den mitreisenden Journalisten: „Ich bin immer nah an Uli Hoeneß dran. Ich glaube, er mochte den Spieler Özil nie so gerne. Und es ist ihm etwas auf die Nerven gegangen, dass daraus so eine Rassismus-Nummer gestrickt wurde.“

Nicht erst bei der WM hätten Hoeneß die Leistungen von Özil missfallen. Schon in den vergangenen Jahren habe er dessen Auftritten auf dem Platz wenig abgewinnen können.

Und was sagt Rummenigge selbst zum Fall Özil? „Ich glaube, Özil selber, aber auch der DFB haben hier eine schlechte Figur abgegeben.“

Uli Hoeneß rechnet mit Mesut Özil ab: „Seit Jahren einen Dreck gespielt“

München - Mesut Özil ist nach der Erdogan-Affäre aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Bis in die große Politik schlägt der Fall hohe Wellen - vor allem der Empörung und der Besorgnis über die gesellschaftliche Dimension des Zoffs. Ganz anders die Gefühlslage bei Bayern-Präsident Uli Hoeneß:

Hoeneß freut sich über den Rückzug des DFB-Spielmacher - und zwar aus rein „sportlichen Gründen“, wie er am Montag kurz vor Abflug des FC Bayern in die USA unter anderem der tz am Münchner Flughafen erklärte.

Hoeneß erfreut über Özils Rücktritt - „nur aus sportlichen Gründen“

Hoeneß ließ eine regelrechte Wutrede vom Stapel: Unter anderem vom „Alibi-Kicker Özil“ spricht der streitbare FCB-Präsident. Özil habe „sportlich schon lange nichts mehr in der Nationalmannschaft verloren“ und sei auch nur „von den anderen“ durch‘s WM-Finale 2014 getragen worden - nun verstecke sich der Arsenal-Profi hinter dem Eklat um sein Erdogan-Foto, meint Uli Hoeneß.

Zudem verriet Hoeneß, dass der FC Bayern München bei Champions-League-Spielen gegen Özils Club Arsenal London den Mittelfeldspieler als schwächstes Glied in der gegnerischen Kette sah: „Immer, wenn wir gegen Arsenal gespielt haben, haben wir über ihn gespielt, weil wir wussten, das ist die Schwachstelle.“

Wir dokumentieren Hoeneß‘ mehr als eindeutige Stellungnahme zu Mesut Özils Rücktritt im Wortlaut:

Uli Hoeneß über Mesut Özil: „Ich finde, er sollte sich mal selbst hinterfragen“

„Ich finde das gut. Das ist für die deutsche Nationalmannschaft prima und zwar nur aus sportlichen Gründen. Weil für mich der Mesut Özil seit vielen Jahren ein Alibi-Kicker gewesen ist, der der deutsche Mannschaft überhaupt nicht geholfen hat. Und deswegen ist es nur konsequent, wenn er jetzt die Konsequenzen zieht. Er macht es vordergründig wegen dieser angeblichen schlechten Behandlung durch den DFB. Aber ich finde, er sollte sich mal selbst hinterfragen, wann er den letzten Zweikampf gewonnen hat. Das ist Jahre her.

Ihr werdet alle manipuliert von diesen Online-Boys. Seine 35 Millionen Follower-Boys, die es natürlich in der wirklichen Welt nicht gibt, kümmern sich drum, dass wenn er bei Arsenal einen Querpass zum Mann spielt, dann hat er schon überragend gespielt und ihr fallt alle drauf rein. Und das ist das ganze Problem. Die ganze Entwicklung in unserem Land ist eine Katastrophe. Dass man sich nicht mal reduziert, auf das, was es ist. Sport! Und sportlich hat er schon lange nichts mehr in der Nationalmannschaft verloren. Deswegen finde ich’s prima und für den Neuanfang wunderbar, dass er jetzt endlich aufhört.

Uli Hoeneß: „Wann ist der Özil das letzte Mal am Gegner vorbeigekommen?“

Schon bei der WM 2014 war er ein reiner Mitläufer und war kurz davor, rauszufliegen. Die anderen haben ihn schön durch’s Endspiel gezogen. Ich spreche von der sportlichen Leistung von Herrn Özil und die ist schon seit vielen Jahren nicht mehr genügend für eine Leistungsgesellschaft. Denn der neue Fußball heißt, Zweikämpfe gewinnen, am Gegner vorbeikommen. Wann ist der Özil das letzte Mal am Gegner vorbeigekommen? Da gibt’s mehrere, aber er ist der Erste.

Es ist noch keiner auf die Idee gekommen, den mal sportlich zu hinterfragen. Der hat sich jetzt schön hinter der ganzen Erdogan-Geschichte verstecken können. Das ist doch die ganze Sauerei. Der hat doch einen Dreck gespielt, einen Dreck seit vielen Jahren. Und jetzt ist der Grindel und der Löw und der Bierhoff schuld.“

Mesut Özil: Rücktritt nach 92 Länderspielen

Seit 2010 stand Mesut Özil im DFB-Kader und absolvierte in dieser Zeit 92 Länderspiele. Bei der WM 2014 holte er mit der Nationalmannschaft den WM-Titel und wurde bei seinem WM-Debüt mit Deutschland Dritter.  

Am Sonntag brach Özil in der Erdogan-Affäre sein monatelanges Schweigen und trat aus dem DFB-Team zurück. Er holte in seinem Facebook-Postings zu einem Rundumschlag gegen seine Kritiker, die Medien und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) aus Besonders hart ging er DFB-Präsident Reinhard Grindel an. Özil kritisierte "Rassismus und fehlenden Respekt". Grindel unterstellte er "Inkompetenz".

Lesen Sie auch: Ende der „Abteilung Attacke“? Darum will sich Hoeneß aus der Öffentlichkeit zurückziehen

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