Bayern-Boss im tz-Interview

Rummenigge: "1860 kann gar nichts dafür"

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Karl-Heinz Rummenigge findet die Rufe gegen Uli Hoeneß total daneben.

München - Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge spricht im tz-Interview über die Rufe gegen Uli Hoeneß, den Dialog mit den Fans und den Rassismus-Vorfall bei den Löwen.

So kann er auch mal aussehen, der Nachmittag im Leben von Karl-Heinz Rummenigge. Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern machte Donnerstag einen Ausflug in die bayrische Provinz, wanderte hinauf zum Set von Landauer, dem Film über die große Präsidenten-Figur des FC Bayern Anfang des letztes Jahrhundert. Anschließend sprach er über den Urvater des Erfolgs beim Rekordmeister und bekannte offen, dass es die Ultras waren, die die Erinnerung an diesen wichtigen Mann zuletzt wieder aufleben ließen. Das tz-Interview.

Herr Rummenigge, Sie haben erklärt, den Fans die Hand reichen zu wollen. In welcher Form – und warum gerade jetzt?

Rummenigge: Grundsätzlich war das, was wir gegen Mönchengladbach erlebt haben, nicht das, was gut für den FC Bayern ist. Und auch nicht gut für die Fans. Danach mussten Dinge erklärt werden. Denn wir machen ja nichts, um irgendeinen zu schikanieren! Und wenn wir zum Beispiel Drehkreuze vor die Südkurve gestellt haben, dann hat das Gründe.

Welche sind das?

Rummenigge: Wir haben bei Spielen wie gegen Barcelona, Juventus oder Dortmund festgestellt, dass die Kurve massiv überfüllt war. Und das heißt, wir verstoßen damit gegen Sicherheitsbestimmungen und Auflagen das Kreisverwaltungsreferats und der Feuerwehr. Wir sind gemäß Gesetz also gezwungen, Dinge zu verändern.

Diese Maßnahmen missfallen gewissen Fangruppierungen.

Rummenigge: Ja. Ich glaube aber, wir haben jetzt eine Basis geschaffen, dass wir sagen: Ich reiche ihnen die Hand! Wir werden versuchen, die Dinge im Dialog zu klären.

Das haben Sie schon oft versucht. Was kann man noch tun?

Rummenigge: Das muss man jetzt abwarten. Ich bin ein gutgläubiger, aber kein blauäugiger Mensch. Wir haben das jetzt so besprochen und werden bei einem der nächsten Spiele einen freien Blockzugang machen – mit Hilfe der Drehkreuze.

Ist das die letzte Chance für ein gutes Miteinander?

Rummenigge: Davon mag ich nicht reden. Wir haben ein gemeinsames Interesse, der FC Bayern München und die Ultrabewegung: Das ist das Wohl des FC Bayern. Daran müssen wir gemeinsam arbeiten. Deshalb haben wir nun auch die Auswärts-Dauerkarte in der Champions League wieder eingeführt.

Pep in Tracht: Bilder von der Wiesn-Einkleidung

Die Bayern-Stars um Trainer Pep Guardiola sind schon jetzt bereit für die Wiesn! Beim traditionellen Fotoshooting ließen sich die Münchner in Tracht und mit (alkoholfreiem) Weißbier ablichten. Vor allem die Neuzugänge machten eine richtig fesche Figur. Sehen Sie hier alle Bilder. © dpa
Die Bayern-Stars um Trainer Pep Guardiola sind schon jetzt bereit für die Wiesn! Beim traditionellen Fotoshooting ließen sich die Münchner in Tracht und mit (alkoholfreiem) Weißbier ablichten. Vor allem die Neuzugänge machten eine richtig fesche Figur. Sehen Sie hier alle Bilder. © sampics / Stefan Matzke
Die Bayern-Stars um Trainer Pep Guardiola sind schon jetzt bereit für die Wiesn! Beim traditionellen Fotoshooting ließen sich die Münchner in Tracht und mit (alkoholfreiem) Weißbier ablichten. Vor allem die Neuzugänge machten eine richtig fesche Figur. Sehen Sie hier alle Bilder. © sampics / Stefan Matzke
Die Bayern-Stars um Trainer Pep Guardiola sind schon jetzt bereit für die Wiesn! Beim traditionellen Fotoshooting ließen sich die Münchner in Tracht und mit (alkoholfreiem) Weißbier ablichten. Vor allem die Neuzugänge machten eine richtig fesche Figur. Sehen Sie hier alle Bilder. © sampics / Stefan Matzke
Die Bayern-Stars um Trainer Pep Guardiola sind schon jetzt bereit für die Wiesn! Beim traditionellen Fotoshooting ließen sich die Münchner in Tracht und mit (alkoholfreiem) Weißbier ablichten. Vor allem die Neuzugänge machten eine richtig fesche Figur. Sehen Sie hier alle Bilder. © sampics
Die Bayern-Stars um Trainer Pep Guardiola sind schon jetzt bereit für die Wiesn! Beim traditionellen Fotoshooting ließen sich die Münchner in Tracht und mit (alkoholfreiem) Weißbier ablichten. Vor allem die Neuzugänge machten eine richtig fesche Figur. Sehen Sie hier alle Bilder. © sampics / Stefan Matzke
Die Bayern-Stars um Trainer Pep Guardiola sind schon jetzt bereit für die Wiesn! Beim traditionellen Fotoshooting ließen sich die Münchner in Tracht und mit (alkoholfreiem) Weißbier ablichten. Vor allem die Neuzugänge machten eine richtig fesche Figur. Sehen Sie hier alle Bilder. © Christina Pahnke / sampics
Die Bayern-Stars um Trainer Pep Guardiola sind schon jetzt bereit für die Wiesn! Beim traditionellen Fotoshooting ließen sich die Münchner in Tracht und mit (alkoholfreiem) Weißbier ablichten. Vor allem die Neuzugänge machten eine richtig fesche Figur. Sehen Sie hier alle Bilder. © Christina Pahnke / sampics
Die Bayern-Stars um Trainer Pep Guardiola sind schon jetzt bereit für die Wiesn! Beim traditionellen Fotoshooting ließen sich die Münchner in Tracht und mit (alkoholfreiem) Weißbier ablichten. Vor allem die Neuzugänge machten eine richtig fesche Figur. Sehen Sie hier alle Bilder. © sampics / Stefan Matzke

Was wird sonst noch gemacht?

Rummenigge: Die Fans haben Wünsche, zum Beispiel, dass in Block 111 und 114 in der Südkruve und zusätzlich auch in der Nordkurve die Klappsitze abgebaut werden. Wir werden das prüfen, aber das kostet Geld. Und so habe ich gesagt: Wenn wir uns Geld bei den Strafen der Pyrotechnik sparen, sind wir gerne bereit, über solche Wünsche nachzudenken. Aber da müssen alle mitspielen!

Rechtlich ist das möglich?

Rummenigge: In der Bundesliga, ja. Für die Champions League müsste man sie wieder einbauen. Und das kostet Geld. Aber das kann man in die Hand nehmen, dazu sind wir grundsätzlich bereit – wenn wir uns die 200 000 Euro sparen, die letzte Saison als Strafe für den FC Bayern angefallen sind.

Klingt nach einem fairen Deal. Der Knackpunkt, dass man auf die Fans zugeht, war die Partie gegen Mönchengladbach. Haben da auch die fiesen Uli-Hoeneß-Schmähungen aus dem Gästeblock eine Rolle gespielt?

Rummenigge: Mir persönlich missfällt das sowieso, wenn die gegnerischen Fans, ob aus Gladbach in München oder zuletzt in Frankfurt, diese Sprüche gegen Uli bringen. Was mir auch missfällt, ist, dass die anderen Klubs überhaupt nichts dagegen tun! Gegen Gladbach hat sich zumindest das Präsidium nach dem Spiel entschuldigt. Ich erwarte aber etwas, wenn man in Dortmund oder Frankfurt spielt und solche Sprüche kommen. Ich wäre der Erste, der zum Mi­krofon greift und die Gruppierungen auffordert, damit Schluss zu machen. Da ist der gute Geschmack weit überschritten.

Schlimm waren auch die rassistischen Sprüche beim Spiel von 1860 gegen Ingolstadt.

Rummenigge: Absolut. Aber wir müssen trotzdem vorsichtig sein. Das war ja offensichtlich ein ganz kleiner Kreis von ein bis drei Leuten. Man muss aufpassen, dass man da nicht eine ganze Kurve diskreditiert. Das Problem ist für die Klubs, diese absolute Minderheit zu kontrollieren. Ich bin gespannt, was der DFB da macht – und ich hoffe, er schießt nicht über das Ziel hinaus. Der Klub 1860 kann eigentlich gar nichts dafür!

Interview: Michael Knippenkötter

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