Wie der Bayern-Boss das Spiel sah

Rummenigge: "Genau das, was alle Fans verteufeln"

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Die frühe Rote Karte.

München - Karl-Heinz Rummenigge hat das Bayern-Team nach dem souveränen Viertelfinal-Einzug gelobt, aber auch den Blick nach vorne gerichtet.

Karl-Heinz Rummenigge.

Selbst am Abend der Rekorde ließ Karl-Heinz Rummenigge die Stars des FC Bayern nur kurz durchatmen. „Es warten jetzt einige sehr harte Brocken auf uns, das wird kein Wunschkonzert“, sagte der Vorstandsvorsitzende am Mittwochabend - keine halbe Stunde nach dem Abpfiff des berauschenden 7:0 (2:0) gegen Schachtjor Donezk.

Der deutsche Fußball-Rekordmeister ist einfach zu ambitioniert, um nur mit dem Einzug ins Viertelfinale der Champions League schon zufrieden zu sein. „Jeder weiß, dass wir hohe Ziele haben“, ließ Rummenigge alle wissen, die auf die Idee kommen sollten, sich nun etwas auszuruhen.

Das hohe Ziel - es heißt Berlin. Am 6. Juni wird im dortigen Olympiastadion das Finale der Königsklasse ausgetragen, und die Bayern wollen nicht nur dabei sein: Sie wollen es gewinnen. Auf dem Weg dahin war das Achtelfinal-Rückspiel (Hinspiel: 0:0) ein weiterer Schritt. An einem historischen Abend stürmte der FC Bayern mit einem Rekordsieg standesgemäß ins Viertelfinale.

Begünstigt durch einen frühen Foulelfmeter und eine Rote Karte gegen Donezk spielten die Münchner den ukrainischen Meister an die Wand. Die Bayern stellten ihren höchsten Sieg in der Königsklasse ein und stehen zum 14. Mal in der Runde der letzten Acht - das war zuvor noch keiner Mannschaft gelungen. Am 13. März 2012 hatten die Münchner bereits den FC Basel einmal 7:0 besiegt.

„Wenn man so hoch gewinnt, kann man nur hochzufrieden sein. Diese Rote Karte ist genau das, was alle Fans verteufeln, aber danach haben wir das super nach Hause gespielt“, sagte Rummenigge bei Sky.

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Thomas Müller (4./Foulelfmeter, 52.), Jerome Boateng (34.), der starke Franck Ribéry (49.), Holger Badstuber (63.) mit seinem ersten Tor in der Champions League, Robert Lewandowski (75.) und Mario Götze (87.) erzielten die Treffer für die haushoch überlegenen Münchner, die nach der zum Elfmeter führenden „Notbremse“ von Donezks Abwehrspieler Alexander Kutscher ihre Überzahl rücksichtslos ausnutzten. Wermutstropfen: Arjen Robben (19.) und Ribéry (60.) mussten jeweils vorzeitig mit Verletzungen vom Feld, zumindest bei Ribéry gab es aber bereits Entwarnung.

Auf seinen Gegner im Viertelfinale muss der deutsche Fußball-Rekordmeister bis zum 20. März warten, erst dann werden die Begegnungen ausgelost. Am 14./15. sowie am 21./22. April wird dann um den Einzug ins Halbfinale gespielt.

Trainer Pep Guardiola hatte nach dem 0:0 im Hinspiel seine geballte Offensivkraft auf das Feld geschickt, eine Maßnahme, die früh Wirkung zeigte: Nach Vorarbeit von Robben und Ribéry steuerte Götze auf das Tor von Schachtjor zu - und wurde von Kutscher zu Fall gebracht. Für Schiedsrichter William Collum (Schottland) ein klarer Fall. Es gab die schnellste Rote Karte in der Geschichte der Champions League und Elfmeter: Müller verwandelte gewohnt souverän - es war sein 25. Champions-League-Treffer. Später traf er zum 26. Mal und ist damit gleichauf mit Mario Gomez deutscher Rekordtorschütze in der Königsklasse.

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Guardiola konnte somit auch bedenkenlos den früh von einem eingeklemmten Rückennerv beeinträchtigten Robben aus dem Spiel nehmen und Sebastian Rode bringen (19.). Guardiola hätte für Robben sogar einen seiner Lieblingsspieler einwechseln können, für das vorläufig wichtigste Spiel der Saison hatte der Trainer schließlich eher unerwartet Kapitän Philipp Lahm in den Kader berufen: Nur 113 Tage nach seinem Bruch im Sprunggelenk blieb der Weltmeister allerdings auf der Bank. Erst zwei Tage zuvor war Lahm, der sich am 18. November in einer Länderspielpause verletzt hatte, ins Mannschaftstraining zurückgekehrt.

Nach dem Führungstor und dem Platzverweis wirkte der FC Bayern im Gegensatz zu den Anfangsminuten zunächst ein bisschen uninspiriert. Chancen gab es dennoch reichlich, unter anderem setzte Lewandowski einen Kopfball an den Pfosten (24.). Nach der Pause wirkten die Münchner dann spielfreudiger und waren wesentlich konsequenter. Prompt hatten sie erst recht leichtes Spiel.

sid

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