Rummenigge verteidigt Team nach Porto-Pleite

"Ich bin nicht bereit, die Mannschaft zu kritisieren"

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Präsident Karl Hopfner, Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen und Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge auf der Ehrentribüne in Porto.

Porto - Nach der Fehler-Nacht von Porto übt Bayern-Chef Rummenigge beim Bankett Nachsicht mit seinen Verlierern. Er will die „großartige Mannschaft“ nicht kritisieren. An Aufgabe denkt noch keiner.

Nach der selbstverschuldeten Niederlage des FC Bayern in Porto stellte sich Karl-Heinz Rummenigge schützend vor die eigenen Fußball-Profis. Bei seiner Bankettrede im Teamhotel blickte der Vorstandsvorsitzende nach der 1:3-Niederlage im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League am Mittwochabend in „traurige Gesichter“ und übte trotz großer individueller Fehler und einer schwachen Leistung Nachsicht.

„Ich bin nicht bereit, die Mannschaft zu kritisieren. Das sind 13, 14 Spieler, die wir im Moment noch gesund haben und die seit Wochen dreimal die Woche spielen“, sagte Rummenigge. Er erinnerte an die jüngsten Kraftakte beim 1:0-Sieg in der Bundesliga in Dortmund und beim Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale in Leverkusen nach Verlängerung und Elfmeterschießen. In diesen Partien hätten die Spieler „gefightet wie die Verrückten“. Irgendwann komme dann eben der Tag, „wo du ein bisschen kaputt bist, wo du müde bist, wo die Beine schwer sind und dann auch im Kopf die Konzentration ein bisschen fehlt“.

Die Hoffnung auf den erneuten Einzug ins Halbfinale hat Rummenigge noch nicht aufgegeben. „Wir tun gut daran, uns jetzt zu sammeln. Wir haben am nächsten Dienstag das Rückspiel, das wird schwer.“ Er habe aber großes Vertrauen „zu dieser großartigen Mannschaft“ und auch zu Pep Guardiola, „diesem großartigen Trainer“.

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Der Katalane ist nun gefordert. Ein Jahr nach dem krachenden Halbfinal-K.o. gegen Real Madrid droht diesmal das Aus schon in der Runde der letzten acht Mannschaften. „Im Rückspiel müssen wir es nochmal probieren“, sagte Guardiola.

An Aufgabe dachte beim Bundesliga-Spitzenreiter niemand, auch wenn der Schock tief saß. „Wir sind ja immer noch der FC Bayern, zu Hause eine starke Mannschaft“, verkündete Weltmeister Thomas Müller. Schon in der Kabine habe man gesagt, „wir hauen am Dienstag alles raus. Es wäre kein Fußball-Wunder, wenn wir zu Hause 2:0 gewinnen sollten“. Sportvorstand Matthias Sammer mahnte: „Wir dürfen nicht die Nerven verlieren.“

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Manuel Neuer mochte keine Ausreden geltenlassen, auch nicht die lange Verletztenliste. „Wir haben es einfach verbockt“, sagte der Torhüter. Besonders bei den Gegentoren von Ricardo Quaresma (3./10. Minute) und Jackson Martinez (65.), denen vor 50.092 Zuschauern im Estádio do Dragao jeweils grobe individuelle Fehler von Xabi Alonso, Dante und zuletzt Jérôme Boateng vorausgegangen waren. Neuer hatte noch Glück, dass er bei seinem Foul, das zum Elfmeter zum 1:0 führte, nicht die Rote Karte sah und damit beim Rückspiel in München im Tor stehen kann.

Mit seinem ersten Champions-League-Treffer erhielt Thiago (28.) die Hoffnungen der Bayern auf den erneuten Halbfinaleinzug. „Es ist noch die Chance da, das zu korrigieren“, sagte Boateng zur entscheidenden zweiten Partie im eigenen Stadion. Die Europapokal-Historie kann aber keinen Mut machen: In den vier vorangegangenen Fällen schieden die Bayern im Europapokal nach einer Auswärtsniederlage mit zwei Toren Unterschied jeweils aus.

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dpa

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