Bayern-Star nicht zur WM? Senegal will wegen Mané Heilige „nutzen“
Verpasst Sadio Mané die WM 2022? Die Zeit wird knapp für den Angreifer des FC Bayern München. Der Senegal vertraut an die Kraft seiner Heiligen.
München - Sadio Mané ist nach holprigem Start angekommen beim FC Bayern. Beim deutschen Bundesliga-Rekordmeister. Beim Fußball-Riesen von der Säbener Straße in München. In seiner Heimat Senegal ist der 30-jährige Angreifer indes längst ein Superstar, und das weit über den Fußball hinaus.
Sadio Mané: Bayern-Star verletzt sich gegen Werder Bremen - und das kurz vor WM 2022
Spätestens, als er Anfang des Jahres mit den „Lions de la Teranga“ zum ersten Mal überhaupt den Afrika Cup gewann, stieg Mané im Senegal zum Nationalhelden auf. Jetzt bangt ein ganzes Land, das mehr als 17 Millionen Einwohner zählt, mit dem hochbegabten Fußballer. Die allgegenwärtige Frage lautet: Kann er bei der Fußball-WM 2022 in Katar (20. November bis 18. Dezember) dabei sein? Denn: Beim 6:1 (4:1) des FC Bayern gegen Werder Bremen am Dienstagabend (8. November) musste der Neuzugang vom FC Liverpool nach nur 21 Minuten verletzt ausgewechselt werden.

Die Diagnose: Afrikas Fußballer des Jahres habe „eine Verletzung am rechten Wadenbeinköpfchen erlitten“, teilte der Bundesliga-Riese am Mittwochnachmittag mit. „Weitere Untersuchungen folgen in den nächsten Tagen, der FC Bayern tauscht sich dazu mit der ärztlichen Seite des senegalesischen Fußballverbandes aus“, hieß es aus München weiter.
Medienberichte, wonach sich die WM 2022 für den Stürmer erledigt habe, dementierten die Bayern umgehend. Senegal trifft in der Vorrundengruppe A auf die Niederlande um FCB-Abwehrchef Matthijs de Ligt (21. November), auf Gastgeber Katar (25. November) und auf Ecuador (29. November). Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit.
Sadio Mané vom FC Bayern: Senegal bangt vor WM 2022 um seinen Superstar
„Sadio, ich wünsche dir eine schnelle Genesung“, twitterte Staatspräsident Macky Sall. Er sei „von ganzem Herzen“ bei ihm, erklärte der Politiker: „Gott segne dich!“ Offenbar sollen nun wirklich alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, damit es doch noch für die Weltmeisterschaft reicht. So denkt Fifa-Generalsekretärin Fatma Samoura darüber nach, „Marabuts anzuflehen“. Das sagte die Repräsentantin des Fußball-Weltverbands, die aus dem Senegal stammt, im Interview mit dem französischen Nachrichtenportal Europe 1 Sport.
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Wir hoffen auf ein Wunder, er muss da sein.
Senegal bei der WM 2022: Gruppe A mit Niederlande, Katar und Ecuador
| Montag, 21. November, 17 Uhr (MEZ) | Senegal - Niederlande |
| Freitag, 25. November, 14 Uhr (MEZ) | Katar - Senegal |
| Dienstag, 29. November, 16 Uhr (MEZ) | Ecuador - Senegal |
„Das ist eine sehr große und traurige Nachricht“, erklärte Samoura in dem Gespräch zu Manés Verletzung: „Der Senegal kann diese Nachricht noch nicht verdauen. Alle haben damit gerechnet, dass der Senegal sehr weit kommt.“
Die gebürtige Senegalesin bekräftigte laut Europe 1 Sport: „Wir werden unsere Marabuts benutzen.“ Zur Einordnung: Marabuts gelten in der Geschichte Westafrikas als islamische Heilige, die angeblich heilende Kräfte besitzen. Anfang des 20. Jahrhunderts hatten die Marabuts im Senegal einen sehr hohen gesellschaftlichen Rang. Auf die Frage, ob sie an die Kräfte der Marabuts (Französisch: Marabouts) glaube, antwortete die Fifa-Vertreterin: „Ich weiß es nicht, aber auf jeden Fall werden wir sie dieses Mal anflehen. Wir hoffen auf ein Wunder, er muss da sein.“ Samoura meinte energisch: „Sadio, du musst am 21. spielen.“ (pm)