FC Bayern München hofft auf das Triple

Salihamidzic: „Ich traue uns zu, das Triple zu holen“

Ein Hoch auf uns: Die Bayern feierten sich am Samstag selbst.
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Ein Hoch auf uns: Die Bayern feierten sich am Samstag selbst.

Der FC Bayern München strebt nach dem Liga-Titel das Triple an. FCB-Sportdirektor Hasan Salihamidzic ist guter Dinge und glaubt an das große Ziel.

VON HANNA RAIF UND JOSÉ CARLOS MENZEL LÓPEZ

München – Die Interview-Zone in der Allianz Arena ist derzeit ein verwaister Raum. Persönlichen Austausch, echte Gespräche, das sieht das Hygienekonzept der DFL nicht vor. Trotzdem aber denkt man auch dort, wo sich selten ein Mensch hin verirrt, an Details. Die große weiße Ziffer „29“, die an der roten Wand für die bisherigen Meisterschaften des FC Bayern stand, wurde daher durchgestrichen. In schwarz, ziemlich dick. Daneben steht nun die „30“. Kein Kunstwerk, aber: Es soll alles seine Richtigkeit haben.

FC Bayern holt 30. Liga-Titel

Die Bayern sind bereits seit vergangenem Dienstag offiziell zum 30. Mal nationaler Titelträger, der 3:1-Erfolg am Samstag gegen den SC Freiburg hatte darauf keinen Einfluss mehr. Und trotzdem hat der Auftritt mit Toren von Robert Lewandowski (24./37.) und Joshua Kimmich (15.) den Eindruck verstärkt, den die Mannschaft von Hansi Flick seit Wochen – ach was: Monaten – erweckt. „Urvertrauen“ nennt der Trainer das, was seine Profis so stark macht, Kimmich bestätigte: „Es ist schon besonders hier.“ Denn egal, wer zu Gast ist, egal, wie müde die Beine sind, egal, wer auf dem Feld steht: „Wir wollen gierig sein“, sagte Thomas Müller. Und das gelingt derzeit so gut, dass auf der Feier im Anschluss nicht nur hinter vorgehaltener Hand über das Wort „Triple“ geredet wurde.

Liga-Titel allein ist nicht genug

Das Ambiente war bestens arrangiert, die „30“ spielte freilich auch im „Aquarium“ – wie die Location mit Blick aufs Feld genannt wird – eine Rolle. Sie flog in Form von zwei roten Ballons in der Luft, direkt neben dem Rednerpult, an dem Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge („total happy“) und Präsident Herbert Hainer („absolut grandiose Leistung“) zu den rund 60 Gästen sprachen. Unter ihnen waren auch Uli Hoeneß sowie der Rest der Vorstandsetage, die hohen Herren hatten sich unter der Woche zwei Mal auf Corona testen lassen. Sie blickten bei feinem Essen, Schampus und dem einen oder anderen Glas Rotwein auf die Bühne, auf der ein Replikat der Meisterschale aufgestellt worden war. Diesmal reichte ein Sockel – nach dem 23. August will man aber drei aufstellen.

Die Träume der Bayern leben, der „innere Anspruch“, sagte Müller, ist hoch. „Es wird nichts anderes als Erfolg von uns verlangt“, führte er aus. Flick bestätigte: „Wir wollen das so haben, und zwar im Training und in den Spielen.“ Der 55-Jährige moderiert die Mischung aus Lockerheit und Fokussierung derzeit bestens. Vier, fünf Siege noch – im Pokalfinale gegen Leverkusen, in Achtel-, Viertel- und Halbfinale sowie Endspiel der Königsklasse –, dann könnte diese Krisen-Saison zu einer auch sportlich unvergesslichen werden. „Ich traue uns zu, das Triple zu holen“, sagte Hasan Salihamidzic der „BamS“.

Kahn: „Müssen aufpassen, dass wir uns nicht zu Tode siegen“

Der Bundesliga-Rekord von 15 Siegen in Folge ist zwar nett, auch die 100-Tore-Marke – nach dem starken Auftritt der 1b-Elf um Ersatzkeeper Sven Ulreich sind es 96 Treffer – ist weiter ein Ziel. Trotzdem streben die Bayern längst nach Höherem. Weil die nationale Konkurrenz seit acht Jahren kein echter Maßstab mehr ist, forderte Vorstand Oliver Kahn Teams wie den BVB oder Leipzig im „Aktuellen Sportstudio“ sogar auf, „das Beste aus ihren Mitteln zu machen“. Eigentlich lebe die Liga „von Spannung, aber wir können ja nicht hergehen und sagen, dann spielen wir halt ein bisschen schlechter“, sagte der 51-Jährige. Trotzdem müsse der FC Bayern „schauen, dass wir uns nicht zu Tode siegen“.

Wie ein „ausgeglichener, fairer und spannender Wettbewerb“ aussehen soll, führte Kahn nicht aus. All das ist ja auch Zukunftsmusik. Die Gespräche auf der Party – und dem anschließenden internen Mannschaftstreffen mit Frauen – drehten sich um andere Dinge. Zwei freie Tage gab es, um sich von den Feierlichkeiten zu erholen. Ab morgen geht es weiter, „wir pushen uns nicht nur im Spiel, sondern auch im Training“, sagte Kimmich. Dafür, dass die beiden Ziffern „19“ (Pokalsiege) und „5“ (Champions-League-Titel) als nächstes durchgestrichen werden.

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