Gewagte These des Sportdirektors

Sammer: "Götze bei uns besser als beim BVB"

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Mario Götze.

München - In den vergangenen Tagen drehte sich fast alles um Mario Götze – dabei kam der 22-Jährige zuletzt kaum zum Einsatz. Weder gegen den BVB noch gegen Barcelona – in den großen Spielen blieb dem WM-Siegtorschützen nur die Bank.

 Gegen Freiburg durfte er von Beginn an ran, doch die jüngste Kritik ging nicht spurlos an ihm vorbei. Auch im Breisgau blieb Götze blass, dafür stellte sich sein Sportvorstand am Abend im Aktuellen Sportstudio aber demonstrativ vor ihn. „Mario hat in diesem Jahr auch sehr, sehr hart gearbeitet, und er wird den nächsten Schritt im nächsten Jahr tun. Er spielt bei uns besser als in Dortmund“, stellte Matthias Sammer eine gewagte These auf. Beim BVB war der Dribbelkünstler noch der Topstar, in München ist er einer unter vielen. Sammer erklärt: „Und bei uns weht ein anderer Wind. Bei aller Bescheidenheit, in Dortmund war es eine andere Konstellation. Bei uns ist es schwerer.“ Dennoch glaubt er an den Ballzauberer: „Wenn man bei uns durchgeht, wird man ein ganz Großer. Und ich weiß, er wird da durchgehen.“

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Bayern patzt in Freiburg: Bilder und Noten

Etwas forscher klangen dagegen die Töne, die Karl-Heinz Rummenigge in Sachen Götze anschlug. „Wir sind alle hilfsbereit, aber am Ende des Tages ist es auch der Spieler, der die Verantwortung für sich selbst übernehmen muss“, ließ der FCB-Boss den 37-Millionen-Mann wissen, nahm ihn aber auch ein wenig in Schutz: „Man darf nicht vergessen, dass der Bursche noch wahnsinnig jung ist, er muss lernen, mit dem Erwartungshorizont beim FC Bayern zurechtzukommen.“ Noch ist der Nationalspieler nach Javi Martinez (40 Mio. Euro) der zweitteuerste Einkauf der Vereinsgeschichte, das könnte sich aber bald schon ändern. Einen kompletten Umbruch schließt der Vorstandsvorsitzende zwar aus, dennoch werde der FC Bayern auf dem Transfermarkt aktiv werden. „Wir werden mit der notwendigen Sensibilität Entscheidungen treffen“, sagte der 59-Jährige im Interview mit der SZ. „Wir werden auch wieder – wie bei Ribéry, Robben oder Neuer – Stars in die Stadt locken. Und das wird eher nicht preiswerter als früher“, so Rummenigges Ankündigung für den Sommer.

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In der zweiten Jahreshälfte will der FCB auch mit Pep Guardiola über eine Vertragsverlängerung sprechen. „Ich glaube, dass er verlängert“, sagte Ex-FCB-Trainer Ottmar Hitzfeld im Interview mit der BamS. „Er ist eine Belebung für die Bundesliga und den deutschen Fußball“, lobte Hitzfeld, wenngleich er einen kleinen Nachteil für Pep in Deutschland sieht: „Er hat seine klaren Vorstellungen, aber es ist nicht leicht, sie in einer fremden Sprache in die richtigen Worte zu kleiden.“

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