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Sammer kritisiert Brazzo: „Hätte diese Aussage nicht getätigt“

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Von: Stefan Schmid

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Hasan Salihamidžić verwunderte mit seiner Stimmung-über-Punkte-Aussage und erntet nun ausgerechnet von BVB-Berater Matthias Sammer Kritik.

München - Das Champions-League-Spiel des FC Bayern gegen den FC Barcelona war noch nicht einmal angepfiffen und schon gab es die ersten kritischen Worte in Richtung von Hasan Salihamidžić. Geäußert hat sich Amazon-Experte Matthias Sammer, der während der Vorberichterstattung die kürzlich getätigte Aussage des Bayern-Sportvorstandes – er zöge einen Punktverlust unzufriedenen Spieler vor – kritisch einordnet. Aber Sammer betrachtet auch die andere Seite der Medaille, äußert etwas Verständnis für die Brazzo-Äußerung und nimmt die Spieler in die Pflicht.

Salihamidžić und die Politik mit den unzufriedenen Spielern

Nach dem Unentschieden – das bereits dritte in Folge in der Bundesliga – gegen den VfB Stuttgart wurde Salihamidžić auf die Rotation in der Bayern-Startelf angesprochen, was diesem dazu brachte einen Ausspruch zu tätigen, der so gar nicht Bayern-like ist. „Es ist mir lieber, einmal mehr Unentschieden zu spielen, als dass wir schlechte Stimmung und viele unzufriedene Spieler haben“, so Brazzo. Ein Statement, das auf den ersten Blick nicht zum Selbstverständnis des Rekordmeisters passt, aber wohl als Erklärung herhalten musste beim Bayern-Frust nach dem Remis gegen die Schwaben.

So war es keine Überraschung, dass sich auch vor dem Champions-League-Duell gegen den FC Barcelona in der Allianz Arena ein Experte dieses Thema annahm. Am geeignetsten dafür, seine Einschätzung abzugeben, schien dann der ohnehin allzeit meinungsstarke und ehemalige Sportvorstand des FC Bayern, Matthias Sammer. Aktuell bei Borussia Dortmund als Berater tätig, kennt Sammer das Geschäft mit all seinen Facetten und stellt die Frage, „geht’s dabei um den Inhalt oder darum, die Dinge politisch rauszunehmen?“ Bezogen auf den zweiten Fall, könne der Experte die Brazzo-Äußerungen zur Beruhigung der Lage rund um die Säbener Straße sogar verstehen, was Sammer dann aber schnell zur Kritik brachte.

Sammer: „Der Trainer entscheidet, wer aufgestellt wird“

Da Sammer generell ein eher kritischer Zeitgeist in Sachen Fußball ist, hat sich dieser dann auch weniger mit den, aus seiner Sicht, positiven Seiten des Brazzo-Statements aufgehalten. Dass der FCB-Sportvorstand am Ende nicht sein Wohlwollen über das Unentschieden ausdrücken wollte, sondern vielmehr den Erhalt der positiven Stimmung in der Mannschaft im Blick hatte, ist klar. Was in den Augen Sammers allerdings stehen bleibt, ist ein ungeschickter Satz aus dem Mund von Hasan Salihamidžić und „diese Aussage nicht getätigt“ hätte.

Matthias Sammer als Experte beim Champions-League-Spiel des FC Bayern.
Matthias Sammer als Experte beim Champions-League-Spiel des FC Bayern. © IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel

Aber auch die Spieler müssen sich Kritik gefallen lassen vom Experten, der zuerst die Entscheidungshoheit des Trainers hervorhob: „Es gibt Rotation und es gibt immer das Momentum, in dem der Trainer entscheidet, wer aufgestellt wird.“ Und genau da sieht er die Verantwortung der Spieler, die selbst zuständig seien für Einsatzzeiten und somit eigene gute Laune. Wenn du spielen darfst, „musst du marschieren und in so einem Klub wie Bayern München versuchen, jedes Spiel zu gewinnen“, nimmt Sammer die Akteure auf dem Feld in die Pflicht. Sammer ist dieser Tage nicht der einzige, der kritisch nach München blickt, zuletzt teilte Karl-Heinz Rummenigge gegen Julian Nagelsmann aus. (sch)

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