Dreister Auftritt im Steuerparadies

Schock für Hoeneß: NRW-Minister droht ihm mit Knast

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Uli Hoeneß hat sich mit einem Satz zu seinen Steuersünden Ärger eingehandelt. 

München - Uli Hoeneß hat im Ex-Steuerparadies in Liechtenstein einen Satz geäußert, der ihm zum Verhängnis werden könnte. Nordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty droht ihm gar mit Knast.

Uli Hoeneß wird sich möglicherweise nicht viel dabei gedacht haben, als er bei einer Fragestunde („meet the president“) in Vaduz im ehemaligen Steuerparadies Liechtenstein diesen einen Satz äußerte. Dass der jedoch für ihn Konsequenzen haben könnte, ist nun eine bittere Erkenntnis.

Der Bayern-Präsident (65) sagte: „Ich bin der einzige Deutsche, der Selbstanzeige gemacht hat und trotzdem im Gefängnis war.“ Dann ergänzte er: „Freispruch wäre völlig normal gewesen. Aber in diesem Spiel habe ich klar gegen die Medien verloren.“ 

Bei der Veranstaltung sprach er noch über einige andere Dinge, die allerdings jetzt in den Hintergrund treten dürften. Denn weit nordwestlich von München und Hoeneß‘ Heimat braut sich etwas zusammen. Quasi aus dem Nichts.

Thomas Kutschaty (SPD) rügt den seiner Meinung nach dreisten Auftritt des Bayern-Präsidenten.

Wie Bild nun berichtet, echauffiert sich der Justizminister von Nordrhein-Westfalen, Thomas Kutschaty (SPD), der sich in der Hochphase des Wahlkampfes befindet, über genau diesen Satz von Uli Hoeneß. Es ist gar von dreistem Auftritt die Rede. 

Bild zitiert ihn mit den Worten: „Offensichtlich haben 21 Monate in einem bayrischen Luxusknast mit Wochenendurlauben und Aufenthalten in der Schön-Klinik am Starnberger See nicht die gewünschte Wirkung gezeigt. Im Steuerparadies Liechtenstein macht er sich über die ehrlichen Steuerzahler lustig.“

Setzt Uli Hoeneß seine Bewährung denn aufs Spiel?

Uli Hoeneß ist wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 28,5 Millionen Euro zu 3,5 Jahren Haft rechtskräftig verurteilt worden und hat seine Strafe in der JVA Landsberg abgesessen. Alles lief im üblichen Rahmen ab: Er schlief Zelle an Zelle mit Mördern und Vergewaltigern, wurde nach sieben Monaten Freigänger, durfte Wochenenden zuhause verbringen. Keine Extra-Wurst. Kein Promi-Bonus.

Dennoch warnt ihn der NRW-Justizminister Thomas Kutschaty: Hoeneß Bewährung läuft nämlich erst im Februar 2019 aus. Er sollte laut Kutschaty vorsichtig sein mit derartigen Äußerungen wie in Liechtenstein. Im schlimmsten Fall könnte es sogar zu einem Widerruf der Bewährung kommen.

Von den zuständigen bayerischen Behörden gibt es im Übrigen laut Bild keine Stellungnahme zu der Äußerung. Ob diese tatsächlich Konsequenzen hat?

Zumindest dürften nun einige Leute mehr den Namen „Kutschaty“ kennen. Auch nicht schlecht für die krisengeplagte SPD zwei Tage vor der NRW-Wahl.

Über die Wahl am Wochenende berichten wir ausführlich auf merkur.de - mit Live-Ticker und allen Ergebnissen.

kg/sid

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