TV-Experte sieht aber ein Problem

Scholl: Pep-Verlängerung "wäre für alle das Beste"

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Geht er oder bleibt er? Bis Weihnachten wissen wir über die Zukunft von Pep Guardiola Bescheid.

München - Mehmet Scholl hofft auf eine Vertragsverlängerung von Pep Guardiola, sieht aber die aktuelle Form als Problem. Für ihn fehlt derzeit der Zauber im Bayern-Spiel.

"Powernapping“ nennt man in der Fachliteratur den erholsamen Kurzschlaf, den offenbar auch ARD-Experte Mehmet Scholl schätzt. Putzmunter trat er in der Pause vors Mikrofon und erklärte auch direkt, warum: Das Knallertor von Xabi Alonso in der 40. Minute haben ihn irgendwie aufgeweckt.“

Es war ja auch wirklich ein Traumtor – und damit stach es gewaltig heraus aus dem ansonsten eher überschaubaren Niveau. „Bayern hat es immer gleich probiert, immer wieder Diagonalbälle hinter die Defensive. Da war viel los, aber nix ist passiert. Es war eintönig“, bemängelte der Ex-Bayer die Spielweise von Pep Guardiolas Team. Überhaupt sei etwas Sand im Getriebe, die Spieler kämen „auf dem Zahnfleisch daher“.

Dank Traumtor ins Viertelfinale: Xabi wird zum Matchwinner

Das ist so weit kein Problem kurz vor Weihnachten, denn der Erfolg ist ja weiter da. Aber es sind ja spezielle Zeiten bei den Bayern, Stichwort: Vertragsverlängerung. Guardiola lässt die Bayern weiter im Ungewissen, und daher wird alles in Verbindung mit dem Trainer gesetzt. Auch Scholl wurde diese von den roten Bossen verhasste Verlängerungsfrage gestellt. „Bis vor vier Wochen, als die Bayern so einen richtigen Lauf hatten, da hat man gedacht, das ist Peps Mannschaft“, erklärte Scholl. Eine Verlängerung erschien wahrscheinlich. „Aber jetzt geht etwas weniger voran. Ich bin skeptisch“, sagte Scholl, der der Meinung ist, „es wäre für alle Beteiligten das Beste, wenn er bleibt“. Und schließlich spreche auch einiges für einen Verbleib, so Scholl: „Es ist bekannt, dass in England das Geld sitzt – aber bei dem Gehalt, das er jetzt schon hat – ob das dann noch so ein Riesensprung wird?“

Zweimal die 2: Müde Bayern besiegen Darmstadt

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Nix genaues weiß man aber nicht, und überhaupt trieb Mehmet Scholl eine andere Sorge um: dass die Bayern erneut in Leistungsloch nach dem Winter fallen könnten. „Bayern muss aufpassen, dass sich nicht noch ein paar Spieler verletzen, wenn es in die Rückrunde geht. Sonst könnte es eng werden mit den großen Zielen“, sagte Scholl mit Blick auf die Verletztenliste und das eintöniger werdende Kombinationsspiel. „Das sind nicht mehr die Bayern, die man gewöhnt ist“, meinte Scholl, ergänzte aber auch, dass „Alaba, Ribéry, Robben, Costa und Götze“ fehlen.

In der Liga atmen daher wahrscheinlich viele durch, vermutet Scholl, der sogar zugab: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal so neutral werde. Klar habe ich Sympathie für einen Verein, für den ich so lange gespielt habe. Und ich habe mich gefreut über wunderbare Spiele, neue Spielzüge, wunderbare neue Spieler – aber mir tut’s auch leid für die Bundesliga und die Fans. Für die ist die Spannung doch das Schönste.“

Zweimal die 2: Müde Bayern besiegen Darmstadt

Und die brachte gestern sogar ansatzweise Darmstadt zustande. Sie schlugen sich achtbar, die Außenseiter, aber letztendlich half es nichts. Fragt sich, ob solch zähe Spiele auch bei der Entscheidungsfindung von Pep Guardiola eine Rolle spielen. Der Trainer liebt ja das schöne Spiel – im Moment sieht er seine Mannschaft eher arbeiten. Aber auch das ist ja eine Tugend – wichtig ist nur, dass die Bayern im Frühjahr zur Arbeit wieder etwas mehr Zauber fügen.

tz

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