Karriere-Ende

Schweinsteiger plant Trainerlaufbahn

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Tobi Schweinsteiger wird dem FC Bayern voraussichtlich erhalten bleiben.

München - Tobias Schweinsteiger beendet seine Karriere. Dem FC Bayern wird der Bruder von Weltmeister Bastian Schweinsteiger wohl erhalten bleiben.

Für einen kurzen Moment konnte er die Tränen dann doch nicht mehr zurückhalten. Als Tobias Schweinsteiger am Freitagabend im Heimspiel der Bayern-Reserve gegen den 1. FC Nürnberg II in der 83. Spielminute für Angelos Oikonomou ausgetauscht wurde, war das zugleich der Schlusspunkt einer bewegten Karriere. „Emotionen haben immer zu meinem Spiel gehört“, erklärt der 33-Jährige später. Weshalb er sich auch seiner Tränen nicht schämen musste. Zumal er von jedem einzelnen Mitspieler noch auf dem Feld umarmt und von den Fans als „Fußballgott“ gebührend gefeiert wurde.

Niederlage zum Karriere-Ende

Auf der Bank habe er „fünf Minuten gebraucht, um wieder runterzukommen“. Dann aber fing sich sein Team in der 88. Minute das zwar bedeutungslose, gerade für einen Vollblutfußballer wie den älteren Bruder von Weltmeister Bastian Schweinsteiger dennoch ärgerliche Gegentor zur 0:1-Niederlage. „Da war ich dann schon wieder voll dabei und habe versucht, die Jungs noch mal nach vorne zu pushen“, berichtet der Stürmer immer noch aufgewühlt. Mit einer Niederlage hatte er auf keinen Fall aufhören wollen. Dass es doch passierte passt aber irgendwie zur wendungsreichen Laufbahn des gebürtigen Rosenheimers.

Nachdem er sich im Jahr 2002, im Alter von bereits 20 Jahren, gegen eine Karriere als Skirennläufer und für einen Werdegang als Fußballer entschied, arbeitete sich Schweinsteiger sukzessive nach oben. Über die Stationen VfB Lübeck, Eintracht Braunschweig und SpVgg Unterhaching landete er schließlich 2010 bei Jahn Regensburg, wo er seine sportlich beste Zeit erlebte. Ausgerechnet als dort jedoch im Jahr 2012, auch dank 14 Toren Schweinsteigers, der Sprung in die zweite Liga gelang, konnte er einer anderen Versuchung nicht widerstehen. Ein Angebot des FC Bayern, und sei es nur als Führungsspieler der Münchner Regionalliga-Reserve, konnte und wollte er nicht ausschlagen.

"In guten Gesprächen"

Unter Mehmet Scholl aber tat er sich schwer und wurde zur Rückrunde der Saison 2012/13 an die SpVgg Unterhaching ausgeliehen. Nach seiner Rückkehr trug er in der vergangenen Saison mit 14 Toren maßgeblich zur Meisterschaft der kleinen Bayern bei. In den anschließenden Aufstiegsspielen aber scheiterte man höchst unglücklich an Fortuna Köln. In der soeben zu Ende gegangenen Spielzeit ließ Schweinsteiger noch einmal sieben Tore in 22 Einsätzen folgen.

Und jetzt soll das alles vorbei sein? „Ich habe immer gesagt, nachdem ich hierher gekommen bin, dass ich nirgendwo anders mehr spielen werde“, betont er entschlossen. Verloren allerdings geht Schweinsteiger, der übrigens Nachwuchs erwartet, dem Fußball nicht. Man sei „in guten Gesprächen“, erklärt er. Zunächst ist eine Aufgabe im Nachwuchsbereich des Rekordmeisters geplant. Er strebe eine Trainerlaufbahn an und werde sich dieser neuen Herausforderung „mit dem selben Herzblut widmen wie auf dem Platz“. Darauf wird man sich verlassen können. Beendet mit dem älteren der beiden Schweinsteiger-Brüder doch ein Vorzeigeprofi seine Karriere, der vor allem durch eine gesunde Selbsteinschätzung glänzt. Dass etwa die Anhänger „Schweinsteiger – Fußballgott“ skandierten, entlockt ihm ein wohltuend distanziertes Lächeln. „Es ist eine schöne Wertschätzung, wahrscheinlich, weil ich die Grundtugenden verkörpere wie arbeiten, kämpfen und laufen“, sinniert er, „was sollen sie über meinen Bruder singen, der noch dazu Fußballspielen kann“. Auch wegen dieses im Profigeschäft unüblichen Realitätssinns wird er der Szene fehlen, der ältere Schweinsteiger.

Matthias Horner

Quelle: fussball-vorort.de

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