Wegen Schweini-Transfer

Fan-Wut: Sammer zieht Pep aus der Schusslinie

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Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer (links) und Trainer Pep Guardiola.

München - Viele Bayern-Fans schieben Pep Guardiola den schwarzen Peter beim Schweinsteiger-Abgang zu. Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer zieht den Trainer aus der Schusslinie.

Karl-Heinz Rummenigge steckte im Stau, daher sprach aus der Vorstandsriege zunächst Matthias Sammer. Er sollte erklären, weshalb sich der FC Bayern die Dienste von Joshua Kimmich und Douglas Costa gesichert habe. Sammer lobte den einen als „Mentalitätsspieler“ (Kimmich), den anderen als „gefährlichen Linksfuß“. Aber wichtig war ihm vor allem eines – nämlich nicht, warum man beide holt, sondern wer so etwas tut.

„Das ist für meine Begriffe jetzt mal sehr wichtig zu erklären“, begann der Sportvorstand. „In letzter Zeit personifiziert man bei Bayern München, wer wen lieber hat oder wer wen nicht lieber hat. Das wundert mich sehr. Und ich möchte betonen, dass Bayern München immer einheitliche Entscheidungen trifft!“ Sammer stellt speziell bei 30-Millionen-Mann Costa klar: „Er ist kein Wunschspieler einer Einzelperson, das gibt es bei Bayern München nicht.“

Es waren deutliche Worte, die Sammer da wählte. Sie sollten vor allem einen aus der Schusslinie ziehen: Pep Guardiola. Immer wieder heißt es, der FCB habe „einen Wunschspieler“ des Spaniers verpflichtet. Bernat soll so ein Transfer gewesen sein, auch Alonso gilt als echter Pepspieler. Thiago („oder nix“) sowieso. Das Problem bei diesen Begriffen: Sie erhöhen den Druck auf den Trainer. Schlagen Wunschspieler nicht ein, hat der Coach Erklärungsnot. In der Fanszene ist es noch schlimmer: Guardiola holt „seine“ Spieler, setzt nur seine Wunschvorstellungen durch, während andere geschätzte Spieler auf dem Abstellgleis landen. Letzte Saison passierte dies mit WM-Held Mario Götze. Aktuell schieben viele Anhänger Pep den schwarzen Peter beim Schweinsteiger-Abgang zu.

Sammer wollte diesen Eindruck nicht aufkommen lassen. „Ich bitte darauf zu achten, dass Bayern München immer im Wir entscheiden wird“, sagte er. Wir, „das sind Karl-Heinz Rummenigge, Pep Guardiola, natürlich meine Wenigkeit“. Mit Michael Reschke stehe noch ein erfahrener Mann aus der Scouting-Szene beratend zur Seite, zudem wird Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen bei größeren Ausgaben einbezogen. Einen Alleingang kann es so also gar nicht geben. Offiziell zumindest.

Michael Knippenkötter

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