Schweinsteigers Abschiedsspiel

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Tobias Schweinsteiger (re.) macht hier ein letztes Foto mit seinen Fans.

FC Bayern München - Ein letztes Mal zog Tobias Schweinsteiger das Trikot des FC Bayern über. Noch ein Spiel auf der "Hermann-Gerland-Kampfbahn", wie das Grünwalder Stadion von Fans des FCB bezeichnet wird. Es war ein emotionaler Abschied des 33-jährigen.

Die erste Halbzeit des letzten Spieltages in der Regionalliga Bayern war durchaus ansehnlich. Bereits in der 7. Minute prüfte Nürnbergs Christopher Theisen Leopold Zingerle, der den Ball aber um den Pfosten lenken konnte. In der 23. Minute verletzte sich Patrick Weihrauch. Herbert Paul ersetzte ihn. Nikola Jelisic setzte nach einer knappen halben Stunde das erste kleine Ausrufezeichen für die Bayern. Sein Schuss war aber kein Problem für Nürnbergs Schlussmann Samuel Radlinger. Bis zur Halbzeitpause passierte nichts mehr. Schweinsteiger war, wie immer, sehr bemüht. Doch sein Auftritt vor den 1086 Zuschauern sollte noch kommen.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Warnschuss von Gerrit Wegkamp aus 20 Metern. Anschließend vergab der aktive Theisen eine Chance für den Club nach einem Eckball. Nach 60. Minuten setzte Sebastian Bösel einen Freistoß für den FCB aus aussichtsreicher Entfernung in die Mauer. Dann war es so weit, oder doch nicht? In der 74. Minute deutete Schiedsrichter Lothar Ostheimer einen Wechsel an. Nein, Schweinsteiger durfte noch ein paar Minuten Profiluft atmen. Das Signal galt den Nürnbergern. Sie wechselten doppelt.

Aber dann kam der Moment. Ein Moment der so viele unterschiedliche Gefühle in einem Profi weckt. Die letzten schweren, langsamen Schritte. Die Nummer sieben des FC Bayern realisiert, dass just in diesem Moment, in der 83. Minute, seine Zeit gekommen war. Unter tosendem Applaus ging Tobias Schweinsteiger der Trainerbank entgegen. Sichtlich gerührt klatscht er den Fans auf der Gegengeraden noch ein letztes Mal zu.

Angelos Oikonomou wurde für Schweinsteiger eingewechselt. Das in der 88. Minute Theisen den Ball nach einem Freistoß zum 1:0 für den FCN ins kurze Eck setzte, war nur Nebensache an diesem Tag. Eine Karriere mit Höhen und Tiefen geht zu Ende.

Ein Bayer wird im Norden Profi

Wenn man an die Profi-Stationen von Schweinsteiger denkt, kommt es einem so vor, als hätte er den Bundestaat Bayern nie verlassen. Jahn Regensburg, SpVgg Unterhaching und Bayern München. Das sind die Stationen, die der Fan im Kopf hat. Allerdings begann die Karriere des Bruders von Bastian Schweinsteiger im Norden. Weit weg vom Freistaat. Von 2004 bis 2006 zog er das Trikot des Vfl Lübeck über. Trotz einer Kreuzbandriss schoss er 18 Tore für die Lübecker. Anschließend wechselte er zu Eintrach Braunschweig in die 2. Liga. Dort kam er meistens von der Bank und konnte nur drei Tore erzielen. Die Braunschweiger stiegen als Letzter im Jahr 2007 ab. Nach diesem mäßigen Jahr zog es ihn zurück nach Lübeck. Doch der Verein musst nach der Hinrunde Insolvenz anmelden und der "Bergbursche", wie er sich selbst nennt, konnte wieder zurück in die Heimat.

Zurück in der Heimat

Die SpVgg Unterhaching war sein nächster Arbeitgeber. Von Januar 2008 bis zum Sommer 2010 spielte er für die Süd-Münchner. Außerdem war er noch einmal in der Rückrunde der Saison 2012/2013 an die Vorstädter ausgeliehen. Ihm gelangen insgesamt 26 Treffer in 100 Spielen. Schweinsteiger "fühlt sich immer noch zuhause, wenn er im Sportpark zu Besuch ist", schreibt er auf seiner Facebook-Seite.

Aus der Hauptstadt Oberbayerns ging es in die Hauptstadt der Oberpfalz. Mit Jahn Regensburg stieg er als Kapitän in die 2. Liga auf. "Kapitän der Aufstiegsmannschaft gewesen zu sein, wird mir immer in Erinnerung bleiben", sagt Schweinsteiger. Außerdem beschreibt er die Jahre bei Jahn als "die erfolgreichste Zeit meiner Karriere." Mit 24 Toren in 66 Spielen war Schweinsteiger ein zuverlässiger Torschütze. Sein Trainer bei Regensburg war damals Markus Weinzierl. Wie auch der Coach verließ der Bruder des Weltmeisters Bastian die Regensburger. Er ging zum FC Bayern München.

Bis zum Karriereende beim Rekordmeister

Abgesehen von seiner Leihe bei der SpVgg Unterhaching, war der gebürtige Rosenheimer drei Jahre beim FCB. Für die Amateure stellte er noch einmal seine Treffsicherheit unter Beweis. 27-mal musste der gegnerische Torhüter einen Ball von Schweinsteiger aus dem Netz holen. In 71 Spielen bei den Amateuren erlebte er viel. Beinahe wäre er 2014 in die 3. Liga aufgestiegen. Doch ein Gegentor in der Schlussminute des Rückspiels gegen Fortuna Köln schob dem Traum den Riegel vor. "Besonders in Erinnerung werden mir die 4 Derbysiege gegen die kleinen Löwen, die US-Tour mit den Profis und die Einwechslung im Finale des Telekom Cups gegen den VfL Wolfsburg bleiben", berichtet der 33-jährige seinen Followern.

Wie es nach seiner aktiven Zeit weitergeht, weiß man noch nicht. Er hat die B-Lizenz erworben. Außerdem kursieren die Gerüchte, dass er Vater wird.

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Quelle: fussball-vorort.de

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