Duell mit Borussia Dortmund

Sektdusche vom Osterhasen abgesagt: FC Bayern kann heute nicht Meister werden

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Können Lewy & Co. gegen den BVB schon das Meisterstück perfekt machen?

Der FC Bayern wird Meister - womöglich schon am Samstag gegen den Erzrivalen Borussia Dortmund. Vor der Begegnung gibt es Spannungen. Und ein Tauziehen um die bestmöglichen Trainer.

Update vom 31. März

Aufgrund der Ergebnisse vom 28. Spieltag kann der FC Bayern am Karsamstag nicht Meister werden. 

München - Dank Uli Hoeneß ist bekannt, dass "der Nikolaus nicht der Osterhase ist", will heißen: Titel werden im Frühjahr gewonnen. Und tatsächlich könnte der FC Bayern schon am Samstag, am Ostersamstag also, seine 28. deutsche Meisterschaft feiern. Es wäre kein Rekord - vor vier Jahren waren die Münchner bereits am 27. Spieltag durch. Es wäre aber das erste Mal, dass die Entscheidung in ihrer 2005 eröffneten Arena fällt, noch dazu gegen Borussia Dortmund. Eine Meisterstück dahoam, das wäre doch auch was.

Ob die Sektkorken bereits am Samstagabend knallen können, hängt freilich auch von Schalke 04 ab. Wenn Königsblau nicht gegen den SC Freiburg gewinnt (Samstag, 15.30 Uhr), hat der FC Bayern ein paar Stunden später (18.30 Uhr/beide Sky) die Chance, mit dann uneinholbaren 19 oder 20 Punkten Vorsprung in die letzten sechs Spieltage zu gehen. Sonst eben nicht. Trainer Jupp Heynckes ist aber ohnehin "gleichgültig", wann es passiert - hat er bereits vor knapp zwei Wochen vor dem Spiel in Leipzig versichert.

Mehr Brisanz neben dem Platz

Sportlich birgt der deutsche Klassiker diesmal weniger Spannung als in den vergangenen Jahren: In der Tabelle trennen die beiden Rivalen Welten. Eine Niederlage käme freilich dennoch ungelegen, nicht nur des Prestiges wegen: Der FC Bayern spielt bereits drei Tage später das Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League beim FC Sevilla - da wäre eine gute Leistung gegen Dortmund ein willkommenes Vorspiel. Und der BVB kann im Kampf um die erneute Teilnahme an der Königsklasse ohnehin jeden Punkt dringend brauchen.

Erheblich mehr Brisanz bergen derzeit allerdings die Vorgänge außerhalb des Platzes. Das beginnt bei der Trainersuche. Der FC Bayern ist nach der Absage von Thomas Tuchel unter Druck, einen geeigneten Nachfolger für Heynckes zu finden. Ein Kandidat wäre Ralph Hasenhüttl, der bis 2019 bei RB Leipzig gebunden ist. Ein anderer Lucien Favre - nach der Saison zu haben. Auch Niko Kovac von Eintracht Frankfurt gilt als geeignet. Drei Trainer - und zwei Vereine, die an ihnen interessiert sind.

Auch Borussia Dortmund soll ganz oben Hasenhüttl, aber auch Favre und Kovac auf dem Zettel haben. Auf der Bank sitzt erst mal noch Peter Stöger, aber die Wahrscheinlichkeit, dass dies auch in der kommenden Saison so sein wird, scheint eher gering. Obwohl der BVB unter dem Österreicher in der Liga noch ungeschlagen ist (seit zwölf Spielen), gilt er nicht als Mann der Zukunft. Kritikpunkte: Eine unattraktive Spielweise und das blamable Ausscheiden in der Europa League.

Auseinandersetzung zwischen Rummennigge und Watzke

Und dann ist da neuerdings noch die Auseinandersetzung zwischen den Klubchefs Karl-Heinz Rummenigge und Hans-Joachim Watzke. Der Dortmunder Geschäftsführer zeigte sich arg irritiert über Rummenigges im kicker veröffentlichtes Plädoyer für eine Liberalisierung der 50+1-Regel. Dies würde nicht nur die Bundesliga ausgeglichener machen, behauptete Rummenigge, sondern gleichzeitig auch seinen Klub international konkurrenzfähiger. Watzke dagegen befürchtet, dass dies nicht zuletzt dem BVB schadet.

"Bislang hatte ich selten den Eindruck gehabt, dass es den Bayern um die Chancengleichheit in der Bundesliga ging", sagte Dortmunds Geschäftsführer in der Welt: "Das Argument ist - mit Verlaub - nicht stimmig." Watzke ging sogar so weit, vor einem immer größer werdenden Bruch zwischen den Vereinen zu warnen. "Wir müssen aufpassen, dass wir die Bundesliga nicht so sehr spalten, wie sich gerade die deutsche Gesellschaft zu spalten scheint", sagte er.

Anders ausgedrückt: Die Meisterschaft sollte künftig nicht immer schon dann entschieden sein, wenn der Osterhase kommt.

sid

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