Entscheidung naht

Shaqiri und Hojbjerg: Nix wie weg!?

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Bankangestellte? Shaqiri und Hojbjerg auf der Auswechselbank des FC Bayern – ­dieses Bild wollen beide nicht mehr ­sehen.

München - Rund um die Säbener Straße soll nächste Woche der erste Schnee fallen, unter dem Dach der Geschäftsstelle die ersten Entscheidungen. Konkret geht es um zwei Spieler: Xherdan Shaqiri und Pierre-Emile Hojbjerg.

Der Winter rückt näher, die Zeiten ändern sich. Rund um die Säbener Straße soll nächste Woche der erste Schnee fallen, unter dem Dach der Geschäftsstelle die ersten Entscheidungen. Konkret geht es um zwei Spieler, deren Situation nicht unterschiedlicher sein könnte: Xherdan Shaqiri und Pierre-Emile Hojbjerg. Der eine ist ein europaweit gejagter Offensiver mit ­gutem Transferwert, der andere ein aufstrebendes Talent mit großem Potenzial. Was sie gemein haben? Beide haben sich öffentlich zu ihren Vorstellungen geäußert, beide scheint das in eine andere Lage gebracht zu haben.

Im Winter darf Shaq weg

Es war schon bezeichnend, dass sich Xherdan Shaqiri erneut nur auf der Bank wiederfand. Thomas Müller und Mario Götze wurden beide geschont, dazu fehlten die verletzten Alaba, Lahm und Thiago, und trotzdem kam der Schweizer nicht zu seinem Einsatz. Franz Beckenbauer sprach mit Blick auf die Aufstellung aus, was viele Beobachter für die nächste Wechselperiode im Januar erwarten. „Die Bayern haben schon ein Signal gesetzt und ihm zu verstehen gegeben, dass er in der Winterpause wahrscheinlich gehen kann, wenn er will. Ich finde es schade, weil er ein großartiges Talent ist“, sagte der Ehrenpräsident des Rekordmeisters im TV-Sender Sky.

Das Signal von Trainer Pep Guardiola an diesem Abend war noch deutlicher. Beim Trainer scheint das Vertrauen in den 23-Jährigen Richtung Null zu gehen. Wohl zu oft schon hat er sich öffentlich mehr Spielzeit erbeten, ein Unding für den spanischen Trainer.

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Am späten Dienstagabend redete Xherdan Shaqiri, als hätte er längst mit dem Kapitel FC Bayern abgeschlossen, zumindest fürs Erste und für diese Saison. Der Schweizer sagte ganz diplomatisch, fast wie ein Unbeteiligter: „Ich habe mich gefreut für die anderen, dass sie gespielt haben. Schade für Sebastian, dass er schnell wieder runter musste. Ich war froh, dass ich die letzten zehn Minuten noch reingekommen bin. Dass es so endete, war schade.“

Freude darüber, dass die anderen spielen, die Konkurrenten im eigenen Team? Es waren zudem zwei unerfahrene Jungstars, die ihm da den Platz in der Startelf weggenommen haben! Und sein persönlicher Albtraum des Abends fand den Höhepunkt darin, dass nach seiner Einwechslung in der 84. Minute aus einem 2:1 ein ganz bitteres 2:3 wurde! Trotzdem blieb Shaq, wie er in der Mannschaft und von den Fans genannt wird, ganz ruhig. „Für jeden Spieler ist es normal: Wenn er nicht spielt, ist er unzufrieden.“ Und wenn er verliert, dann ebenso. Shaqiri wollte die Niederlage aber auch deswegen nicht überbewerten, weil sie keine Auswirkungen auf die Situation in der Gruppe hat. Und weil man im Achtelfinale sicher wieder anders auftritt. Aber ob er dann überhaupt noch beim FC Bayern ist? „Das werden wir sehen“, erklärte er da. „Ich habe noch einen Vertrag bis 2016. Wir werden uns noch in Ruhe zusammensetzen.“

Hojbjerg: Schon heute wird verhandelt

Als nach gut 20 Minuten Medhi Benatia zur Grätsche ansetzte und den Platz verlassen musste, konnte er erst einmal durchatmen: Pierre Emile Hojbjerg. Der Däne durfte im Mittelfeld neben Ribéry, Alonso und Robben bleiben, das Bauernopfer wurde Sebastian Rode. Hojbjerg durfte durchspielen – und viel mitnehmen! So ein Spiel auf diesem Niveau erlebt man als 19-Jähriger nicht oft. Er aber würde es gern öfter erleben, und das hatte er zuletzt betont. Nach der Partie rechtfertigte er diesen Schritt. „Natürlich ist es nicht normal, wenn ein 19-Jähriger rausgeht und sagt, man müsste ein bisschen was tun. Aber so ist es im Topfußball, da möchte jeder dabei sein. Wir haben alle Ambitionen, wir sind Topsportler, wollen alle ein Stück weiter!“

Klare Worte, mit denen er auch für Verständnis bei seinem Trainer warb – und bei den Bossen. Denn die setzen sich ab heute mit Berater Sören Lerby zusammen und wollen klären, was das Beste ist für die Zukunft des Jungnationalspielers. „Alles wird ganz ruhig und ganz offen besprochen“, sagte Hojbjerg. „Es wird mit Respekt geredet und diskutiert. Ich bin nicht sauer, ich bin nicht unzufrieden mit dem Trainer oder mit dem Vorstand. Und ich glaube, sie auch nicht mit mir.“

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Der 19-Jährige war bemüht, Fahrt rauszunehmen. Er will keinen Ärger, er will spielen. „Immer, wenn ich die Chance bekomme, so ist es bei jungen Spielern, muss man die Chance nutzen. Man muss sich selbst sagen: Heute kann ich was lernen.“ Er wollte sehen, ob er schon mithalten kann auf dem Topniveau, oder was ihm vielleicht noch fehlt. Gegen ManCity war es ab und an die Abgeklärtheit, der Blick für den Nebenmann oder die Ruhe am Ball. Als Fremdkörper wirkte Hojbjerg aber keineswegs. Und so könnte er eigentlich öfter eine Chance bekommen – gerade weil mit Philipp Lahm ein Mann auf dieser Position lange ausfällt. Hojbjerg: „Man redet darüber, wenn einer verletzt ist, kommt ein Neuer. Aber ich möchte nicht hier stehen und sagen, ich habe einen Vorteil, weil unser Kapitän verletzt ist. Wir brauchen Philipp, es ist sehr schade, dass er verletzt ist.“ Diese Worte gehören schon mehr in die Kategorie, die auch Pep Guardiola gern hört. So dürfte der Ton den Unterschied ausmachen, auch in der Situation von Hojbjerg und Shaqiri.

Michael Knippenkötter

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