Sieg gegen Hoffenheim

Darum war Pep so erleichtert

München - Der Sieg gegen Hoffenheim war ein Sieg fürs Selbstbewusstsein des FC Bayern. Und ein Testlauf für das Rückspiel gegen Porto am Dienstagabend.

Ungeduldig und nervös standen sie da und warteten. Es dauerte ewig bis zu dem erlösenden Moment, für den sie extra angereist waren. Dann endlich ging die Tür auf, die Pressekonferenz war vorbei, und Pep Guardiola ging auf die kleine Gruppe mit deutschen und spanischen Kindern zu, um mit ihnen für ein Foto zu posieren. Erleichterung pur – auf beiden Seiten.

Wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Der Trainer des FC Bayern hatte zuvor eine „emotionale Rede“ gehalten, wie Sebastian Rode verriet. Er hatte seinen Stolz über die Leistung seiner Mannschaft zum Ausdruck gebracht, atmete einmal tief durch.

Der Sieg im Kraichgau, er war wichtig wie nur wenige in dieser Saison – wenn auch nicht unbedingt zum Erringen der Meisterschaft. Es war ein Sieg für das Selbstbewusstsein, drei Punkte für die Porto-Kasse! „Nicht nur Pep, sondern wir alle sind erleichtert“, sagte Manuel Neuer nach dem 2:0 in Hoffenheim.

„Ich habe seinen Jubel nicht gesehen. Aber ich denke, dass sich jeder über so ein Ergebnis heute noch mal doppelt freut, weil es einfach wichtig war nach dem Spiel in Porto, dass man da vielleicht auch ein bisschen was vergessen macht.“ Das Ligaspiel war angesichts von zehn Punkten Vorsprung auf den VfL Wolfsburg nichts anderes als ein sehr ernster Testlauf für das Rückspiel gegen den FC Porto Dienstagabend (20.45 Uhr, ZDF, Sky).

„Wir konzentrieren uns immer auf das nächste Spiel, das ist jetzt Porto. Wir haben uns vorher natürlich auf Hoffenheim konzentriert, aber mit einem Auge auch immer ein bisschen auf Dienstag geschaut“, sagte Mario Götze zur tz. Die Aufstellung unterstrich diese Einstellung. Guardiola schonte Alonso, Boateng und Thiago, brachte Nachwuchsleute wie Gaudino und Weiser. Die großen Stützen sollten sich ausruhen, die anderen ein gutes Gefühl erzeugen. Robert Lewandowski: „Heute wollten wir unbedingt gewinnen. Wir haben alles geschafft, was wir geplant haben. Natürlich haben wir nicht alle Kraft gegeben, aber wir haben gewonnen.“

Die Sicherheit kehrt langsam zurück, auch das Glück strahlt wieder in Rot. Gegen Hoffenheim hätte der Schiedsrichter nach Foul von Rode an Polanski Elfmeter für die Gastgeber pfeifen müssen, Rafinha konnte froh sein, nach zwei gelbwürdigen Attacken weiterspielen zu dürfen. Aber das interessierte dann ganz schnell niemanden mehr.

Nach Schlusspfiff zählte nur der Porto-Plan. „Ein frühes Tor erzielen, keines kassieren“, skizzierte Mario Götze in groben Zügen, wie es klappen soll mit dem Halbfinal-Einzug. Und weiter: „Es sind aber 90 Minuten. In Porto haben wir nach zehn Minuten 2:0 hinten gelegen, warum soll uns das nicht auch gelingen, dass wir schnell zwei Tore machen?“

Sebastian Rode war da etwas vorsichtiger. „Es gilt, den Spagat zu schaffen, nicht übermotiviert ins Spiel zu gehen, sondern einfach mit viel Feuer, aber ohne zu früh in irgendwelche Konter zu laufen.“ Denn klar ist nach dem 1:3-Hinspielergebnis auch: Sollte Porto ein Tor erzielen, braucht der FCB schon drei, um nur in die Verlängerung zu kommen. Ein Tanz auf der Rasierklinge.

Sollte man dort abrutschen und sich aus der Champions Leauge verabschieden, dürfte es höchst ungemütlich werden an der Säbener Straße – auch für den bislang unantastbaren Pep Guardiola. Ein Glück, dass die Kinder vom Hoffenheimspiel ihr Foto mit ihm schon haben.

Michael Knippenkötter

Rubriklistenbild: © dpa

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