Ex-Leverkusen-Kapitän

Rolfes: "Duelle gegen Bayern waren immer schön"

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Rolfes (M.) in Aktion gegen Alonso: „Dem Profi-Fußball trauere ich nicht hinterher“.

München - Im tz-Interview spricht der Ex-Leverkusener Simon Rolfes über das Ende seiner Fußballerkarriere, die Zeit danach, den Druck für junge Spieler.

Zehn Jahre lang trug Simon Rolfes das Trikot von Bayer Leverkusen, ehe der langjährige Kapitän der Werkself im vergangenen Sommer seine Karriere beendete. Langweilig ist dem 34-Jährigen danach aber nicht geworden, denn Rolfes ist inzwischen als Karriereberater für Sportler in seinem Unternehmen Rolfes & Elsässer sowie als Experte in der ZDF-Sportreportage tätig. Ganz nebenbei studiert der ehemalige Mittelfeldspieler noch Sportmanagement, trotzdem fand er vor dem Duell seines Ex-Vereins gegen den FC Bayern Zeit für die tz.

Herr Rolfes, auch als Nicht-Aktiver hält Sie der Fußball ja noch ziemlich auf Trab…

Rolfes (lacht): Ich kann mich über mangelnde Arbeit nicht beklagen. Aber das macht mir Spaß. Jetzt gerade bin ich in der Prüfungsphase, da habe ich viel Lernstress. Dem Profi-Fußball trauere ich auch nicht mehr hinterher. Viel spannender sind für mich die Aufgaben, die jetzt vor mir liegen.

Auch nicht Topspielen wie gegen den FCB?

Rolfes: Klar, solche Spiele waren schon etwas Besonderes. Duelle gegen die Bayern waren immer schön.

Ärgern Sie sich, dass Bayer nicht schon ein Jahr eher Starstürmer Chicharito geholt hat?

Rolfes: Er ist ein super Spieler, vor allem torgefährlich. Chicharito ist zwar nicht permanent ins Kombinationsspiel involviert, aber er hat einfach den Riecher. Diese Gabe ist nicht so schlecht.

Aber erst seitdem Stefan Kießling neben ihm stürmt, läuft es für Leverkusen wieder rund.

Rolfes: Stefan tut der Mannschaft sehr gut, weil sie immer wieder auch mit langen Bällen operiert. Da ist er der Fixpunkt, Chicharito schleicht um ihn herum. So können sie die Bälle vorne besser halten, und Kieß zieht auch immer Leute auf sich. Das gibt dann wieder Räume für Chicharito.

Zuletzt gab es zwar zehn Punkte aus vier Spielen, dennoch verläuft die Saison für Bayer nicht richtig rund.

Rolfes: Das sehe ich ein bisschen anders. Vergangenen Sommer kamen viele Herausforderungen auf die Mannschaft zu. Es gab einen relativ großen Umbruch. Viele Spieler, die zum Teil sehr lange da waren, sind gegangen. Nicht nur ich, auch Gonzalo Castro oder Stefan Reinartz zum Beispiel. Das macht sich nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits bemerkbar. Jetzt müssen sie aber zusehen, dass sie Fahrt aufnehmen und Punkte für die Champions League sammeln.

Bei Ihnen nimmt nun die zweite Karriere Fahrt auf. Wie sieht Ihre Arbeit im eigenen Unternehmen aus?

Rolfes: Für mich liegt der Schwerpunkt im fußballerischen Bereich. Mein Partner Markus Elsässer ist ein anerkannter Finanzexperte, diesen Bereich betreuen wir auch – sehr individuell auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen zugeschnitten.

Für junge Spieler ist es heute nicht mehr so einfach, den hohen Anforderungen auch abseits des Platzes nachzukommen.

Rolfes: Das stimmt. Auch damals war es nicht einfach, aber die Herausforderungen sind noch größer geworden. Das Interesse am Fußball ist einfach groß, davon profitieren wir ja alle. Im digitalen Zeitalter stehen mittlerweile alle unter Druck. Dann heißt es, dass keine meinungsstarken Spieler mehr heranwachsen. Aber wenn man bedenkt, was für eine Welle gemacht wird, wenn einer mal was sagt, dann kann man das auch verstehen.

Der FCB plant „Charaktertests“, will die Talente in sozialen Netzwerken überprüfen.

Rolfes: Das ist so eine Sache. Aber wenn er eine gewisse Klasse hat, werden sie ihn trotzdem verpflichten. Dann drücken sie alle Augen zu. Qualität setzt sich immer durch.

Interview: sw

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