So regiert „Don Jupp“

Nur Streicheleinheiten? Von wegen! Zwei bekamen schon einen Jupp-Anpfiff

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Jupp Heynckes gibt beim FC Bayern die Richtung vor.

Nicht selten wird Jupp Heynckes für sein Fingerspitzengefühl im Umgang mit sensiblen Star-Spielern gerühmt. Doch knapp zwei Monate nach seiner Rückkehr ist klar: Nur auf Streicheleinheiten setzt der Triple-Coach nicht.

München - Ein Südamerikaner, der überpünktlich von einer Reise mit seiner Nationalmannschaft zurückkehrt? Beim FC Bayern dürfte man sich verwundert die Augen gerieben haben, als James Rodriguez bereits zu Beginn der Woche seinen Dienst an der Säbener Straße antrat. Wie der kicker berichtet, habe sich der kolumbianische Volksheld bewusst für einen Verzicht auf das Test-Länderspiel gegen China entschieden. Unter Comeback-Coach Jupp Heynckes genießt James in Mannschaftskreisen eine größere Wertschätzung, das honoriert der sensible Südamerikaner.

Die nicht ganz pflegeleichten Offensiv-Kräfte Arjen Robben und Franck Ribéry dürften sich ganz besonders über die Rückkehr ihres Triple-Coaches gefreut haben. Schließlich wissen die beiden Routiniers, dass der 72-Jährige ihnen die nötigen Streicheleinheiten zuteil werden lässt. Robben wurde vom Trainerteam gezielt zum Übergangs-Kapitän bestimmt, Ribéry für seine Comeback-Bemühungen mit ausführlichem Lob bedacht.

Heynckes bricht eine Lanze für Ribéry

„Franck arbeitet wie ein Berserker, er ist extrem ehrgeizig und brennt, als hätte er gerade erst seine Karriere gestartet“, zollt Heynckes dem französischen Routinier Respekt. Auch wenn die FCB-Granden in dieser Frage geteilter Meinung zu sein scheinen, würde der Triple-Coach beide Flügelspieler gerne noch länger im Aufgebot des FC Bayern sehen. „Man sollte nicht den Fehler machen, Franck Ribéry vorzeitig auf das Altenteil zu schieben“, wiederholt „Don Jupp“ seine klare Meinung.

Komm an mein Brust: Franck Ribéry und Jupp Heynckes verbindet eine besondere Beziehung.

Neuer-Vertreter Sven Ulreich ist ein weiterer „Günstling“ des Heynckesschen Fingerspitzengefühls. Als Ulreich nach schwächeren Auftritten im FCB-Dress zunehmend in die Kritik geriet, stärkte ihm der Chefcoach den Rücken. Der 29-Jährige dankte es auf seine Art - mit starken Aufritten im Gehäuse des Rekordmeisters. Beim Pokal-Krimi gegen RB Leipzig avancierte Ulreich mit einem parierten Strafstoß zum Mann des Tages.

„Allein mit Handauflegen geht es nicht“

Streichelt Heynckes seine Bayern zum Erfolg? Nach sechs Wochen auf der Kommandobrücke ist klar: „Don Jupp“ kann auch anders. Den meinungsstarken Mats Hummels forderte er in einem persönlichen Gespräch jüngst auf, seinen Führungsanspruch neu zu definieren. Der Innenverteidiger „müsse dominanter auftreten, ohne anzuecken, um in der Hierarchie aufzusteigen“, so der 72-Jährige

Auch Arturo Vidal bekam den „anderen“ Heynckes schon zu Gesicht. Der derzeit wenig dynamisch erscheinende Chilene bekam von seinem Chef eine ungeschminkte Leistungseinschätzung übermittelt. „Allein mit Handauflegen geht es nicht“, stellt der Triple-Coach unmissverständlich klar.  Vidal soll zunächst erbost auf die Standpauke reagiert haben, dann aber mit starken Trainingsvorstellungen auf sich aufmerksam gemacht haben. 

lks

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